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Sorgte im Frühjahr für viel Aufregung: der Schwan von der Schwaighofbucht. Mehrfach hatte er Paddler attackiert.

Umsiedelung ist weiterhin im Gespräch

Schicksal ungewiss: Bekommt der Schwan von der Schwaighofbucht noch eine Chance?

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Was wird aus dem aggressiven Schwan von der Schwaighofbucht? Wegen seiner Angriffe auf Paddler war der Vogel im Frühjahr in die Schlagzeilen geraten. Seine Zukunft ist nach wie vor ungewiss.

Tegernsee – Als „Problemschwan von der Schwaighofbucht“ hatte ein gefiederter Bewohner des Tegernsees im zurückliegenden Frühjahr zweifelhafte Prominenz erlangt. Das Höckerschwan-Männchen war regelmäßig auf Menschen losgegangen – vorrangig auf Stand-up-Paddler und Kanuten. Zuletzt war es ruhig geworden um den gefürchteten Gesellen – dennoch haben der Tierschutzverein und die Stadt Tegernsee das Thema nicht aus den Augen verloren.

Spätestens wenn im nächsten Frühjahr die Brutzeit der Schwäne wieder beginnt, könnte es mit der Ruhe in der Rottacher Bucht vorbei sein, fürchtet Hans Staudacher, Geschäftsleiter im Tegernseer Rathaus. Die Stadt ist für die Sicherheit auf dem See zuständig und hatte nach den Schwan-Attacken im Frühjahr bereits Bojen besorgt, mit denen sie den sensiblen Bereich abgrenzen wollte. Allerdings hatte sich die Situation nach dem Hochwasser Ende Mai beruhigt. „Wir haben daher keine Veranlassung mehr gesehen, die Bojen zu setzen“, berichtet Staudacher. Dennoch sorgte die Stadt dafür, dass an allen öffentlichen Uferanlagen Schilder aufgestellt werden: dringende Appelle, das Füttern der Wasservögel doch bitte zu unterlassen.

Lesen Sie hier: Zu früh gefreut: Problem-Schwan doch nicht verschwunden - neuer Vorfall mit Paddler

Doch wie geht’s nun weiter in Sachen Schwan? Eine wirklich konkrete Aussage lässt sich da den Beteiligten nur schwer entlocken. Schließlich ließ das Thema die Emotionen bei Seenutzern und Tierfreunden gleichermaßen hochkochen. Staudacher verweist auf die Überlegungen vom Frühjahr, den Schwan mitsamt seiner Partnerin in weniger belebtes Gebiet umzusiedeln. „Es wäre schön, wenn wir das auf sanfte Art und Weise lösen könnten“, meint Staudacher, der in dieser Sache aber nichts ohne Rücksprache mit den hiesigen Tierschützern unternehmen möchte. „Da müssen wir uns noch mit dem Tierschutzverein kurzschließen“, kündigt er an.

Dessen Vorsitzende Johanna Ecker-Schotte hat das Thema ebenfalls nicht ad acta gelegt, würde dem Schwanen-Pärchen auf dem Tegernsee aber gerne noch eine Chance geben. „Wir wissen, wo der Schwan seinen Nestbereich hat“, betont Ecker-Schotte und schlägt vor: „Man sollte diesen Bereich erst einmal abgrenzen und die Bojen rechtzeitig setzen.“

Lesen Sie hier einen großen Hintergrundbericht zum „Problemschwan“

Ihr ist es wichtig, noch einmal klar zu stellen, wie es zu dem Vorschlag der Schwanen-Umsiedelung kam. „Viele wissen das gar nicht, aber der Schwan unterliegt dem Jagdrecht.“ Heißt im Klartext: Macht der Schwan weiterhin Probleme, dürfte er theoretisch zwischen 1. November und 20. Februar eines jeden Jahres geschossen werden. Um das zu vermeiden, habe der Verein seinerzeit angebote, den Schwan und seine Gefährtin umzusiedeln. Dieses Angebot stehe zwar weiterhin, die Entscheidung liege aber letztlich bei der Stadt, betont die Tierschützerin, die hofft, dass es hier zu einer „einvernehmlichen Lösung“ kommt.

Keinen Handlungsbedarf sieht derzeit übrigens das Landratsamt Miesbach mit seiner Unteren Naturschutzbehörde. Natürlich nehme man die Berichte über Angriffe auf Wassersportler sehr ernst, lässt Sprecherin Sophie Stadler wissen. Allerdings hätten sich Mitarbeiter des Fachbereichs „Umwelt und Naturschutz“ dem Schwan schon mehrfach problemlos genähert und dabei „ausschließlich artgerechtes Verhalten festgestellt“.

Das Problem liegt nach Ansicht des Landratsamtes vor allem in der Fütterung der Seevögel an den Ufern. Dadurch verliere das Wildtier die Scheu vor den Menschen. „Spaziergänger und besonders Hundebesitzer sollten die Tiere unbedingt respektieren und ausreichend Abstand halten“, so Stadlers, die den Ball der Stadt Tegernsee zuspielt: Diese sei die „maßgeblich zuständige Sicherheitsbehörde“ und könnte Regelungen zur Fütterung und auch zu entsprechenden Kontrollen erlassen.

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gab

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