Tegernsee Müllentsorgung
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Auch das Entsorgen von kleinen Müllsäcken gehört zur Aufgabe der Stadt. Hier erledigt das Milan Karevic nahe des Bahnhofsgeländes. 

Tegernsee will weiter die Restmüll-Abfuhr in Eigenregie durchführen

„Unser Müll-Service ist jeden Cent wert“

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Als einzige Kommune im Landkreis Miesbach führt Tegernsee die Restmüllabfuhr in Eigenregie durch. Das soll auch so bleiben, findet der Stadtrat. 

Tegernsee – Wenn die Leerung der grauen Restmülltonne im Kalender steht, muss diese rechtzeitig am Straßenrand stehen, damit die Mitarbeiter des Kommunalunternehmens VIVO möglichst schnell ihren Job erledigen können. Das ist in Tegernsee seit vielen Jahrzehnten anders: Die Stadt ist Delegationsgemeinde und organisiert die Restmüllabfuhr in Eigenregie. Zwei Mitarbeiter – zwei weitere stehen als Reserve bereit – holen die Tonnen notfalls sogar aus dem privaten Müllhäuschen und bringen sie dorthin zurück. „Unsere Bevölkerung ist mit der städtischen Müllabfuhr absolut zufrieden“, stellte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) jetzt im Stadtrat fest, als es zum einen um die Verlängerung der Delegation und zum anderen um den Kauf eines neuen Müllfahrzeugs ging. „Wir haben keine einzige Beschwerde“, sagte Hagn.

Müllabfuhr in Tegernsee: Mehr Service, höhere Gebühr

Verständlich, denn die VIVO-Laster hätten an den vielen engen und steilen Bergstraßen oft keine Wendemöglichkeit, im Winter könnten sie die Straßen nur lückenhaft befahren, sodass Anwohner ihre Tonne zur nächsten Straße bringen müssten. Die Tonnen von Zweitwohnungsbesitzern würden oft tagelang an den Straßen stehen, was Verkehrsprobleme verursachen würde und kein schöner Anblick sei. Der Service der Stadt ist jedoch mit höheren Kosten verbunden. So sind für die 120-Liter-Tonne bei der VIVO 220 Euro fällig, bei der Stadt 301,60 Euro. Beim 1100-Liter-Container beträgt die Jahresgebühr bei der VIVO 2100 Euro, in Tegernsee 2848 Euro. Bis 2024 läuft der Vertrag, bis dahin müsste mit dem Landkreis wegen einer Verlängerung um zehn Jahre verhandelt werden.

Dass Tegernsee dies schon jetzt anpacken will, hat seinen Grund: Das Müllfahrzeug hat 200 000 Kilometer und 14 Jahre auf dem Buckel, ein Neukauf steht an. Reihum waren die Stadträte sowohl für die Verlängerung als auch für den Kauf. „Unsere bessere Leistung rechtfertigt den Preis“, fand Thomas Mandl (SPD) und hob auch die damit verbundenen Arbeitsplätze hervor.

Lesen Sie hier: Einsatzmarathon für Bergwacht

Anton Lengmüller (FWG) schloss sich an und fragte nach dem Preis, den die Stadt für den Verkauf des alten Fahrzeugs erzielen könnte. Laut Kämmerer Jürgen Mienert könnte die Stadt mit 15 000 Euro rechnen, ein Neufahrzeug würde rund 190 000 Euro kosten. „Andere Kommunen beneiden uns um unsere Situation“, sagte Peter Hollerauer (FWG) und stimmte ebenso zu.

Müllabfuhr im Landkreis Miesbach: Auch VIVO bietet Extra-Service für Extra-Gebühr

VIVO-Vorstand Thomas Frey räumt auf Nachfrage mit einigen Punkten auf: Ja, der Zeitplan für die 35 zuständigen Mitarbeiter sei straff. Es sei aber nie so, dass die Tonnen nicht geleert würden, nur, weil sie nicht am exakt richtigen Ort stünden. Zudem biete die VIVO auch den Service, die Tonnen auf dem Grundstück abzuholen. Für diesen Service werde, abhängig von der Entfernung, eine zusätzliche Pauschale von 50 bis 60 Euro verlangt. Derzeit laufe betriebsintern eine Bestandsaufnahme, um die Effektivität der Müllabfuhr zu überprüfen. „Ein erstes Ergebnis liegt nach den Ferien vor“, so Frey. Es zeichne sich aber ab, dass alle gut und effizient arbeiten und nicht überfordert seien.

Ausflugschaos: App könnte helfen

Rathauschef Hagn ist überzeugt: „Wir bieten einen Spitzen-Müll-Service, der jeden Cent wert ist.“ Der komplette Stadtrat sieht das ebenso und beschloss, die Verlängerung der Delegation zu beantragen und mit der Zusage auch die Schritte für den Fahrzeug-Neukauf einzuleiten.

Alle Infos aus der Region lesen Sie hier.

gr

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