Stadtrats-Beschluss

Tegernsee bekommt Kinderhort - Planung dauert aber noch

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Tegernsee will sich besser aufstellen, was die Kinderbetreuung betrifft: Einstimmig hat der Stadtrat die Umwandlung der bisherigen Mittagsbetreuung in einen Hort beschlossen.

Tegernsee – Die Zeiten werden für manche berufstätige Eltern nicht einfacher: Schon morgens um 7 Uhr müssen sie ihre Kinder vor der Schule abstellen, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. „Da stehen die Kinder dann in der Kälte und teilweise ohne Frühstück da“, beschrieb Schulleiterin Claudia Horstmann am Dienstagabend dem Stadtrat das Szenario. Sie wiederum schaue, dass wenigstens ab 7.30 Uhr die Türen aufgesperrt werden. Mittags würden von insgesamt 84 Kindern an der Schule genau die Hälfte das 2010 eingeführte Angebot der Mittagsbetreuung wahrnehmen. Wiederum die Hälfte davon seien Kinder der ersten und zweiten Klasse. Dazu komme, dass der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund immer größer werde: 25 sind es aktuell. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass viele Eltern aus osteuropäischen Ländern kommen und in Hotels und Kliniken arbeiten.

Andere Talgemeinden haben schon einen Hort

Weil viele Eltern mit der bisherigen Betreuung, die eine reine Beaufsichtigung darstellt und von Personen ohne pädagogische Ausbildung übernommen wird, nicht zufrieden sind, wird seit über einem Jahr über die Umwandlung der Mittagsbetreuung in einen Hort nachgedacht, wie ihn auch die anderen Talgemeinden haben. „Wir könnten schon um 7 Uhr mit einem Frühstück für die Kinder starten“, beschrieb Horstmann ihre Pläne. Am Nachmittag könnten nach der Hausaufgabenbetreuung Musik und Sport angeboten werden. Und das alles mit qualifizierten Kräften. Der Hort hätte auch in den Ferien geöffnet, was bisher nicht möglich war. „Ein Hort ist der richtige Weg“, so Horstmanns Resümee.

„Wir müssen uns den Lebensrealitäten stellen“, argumentierte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Zusammen mit der Verwaltung und einer Vertreterin der Regierung von Oberbayern hat er den Weg geebnet. Schließlich muss das Schulhaus entsprechend gerüstet werden. Aktuell ist es groß genug und auch nach vielen Investitionen auf dem neuesten Stand in Sachen Brandschutz. Lediglich die Eingangstür muss noch behindertengerecht werden, und auch für den Parkplatz, der von Dauerparkern missbraucht wird, muss noch eine Lösung gefunden werden. Der Hort würde im Keller und im Erdgeschoss einziehen, für den Palestrina Motettenchor und den Liederkranz, die aktuell Räume nutzen, müssten Alternativen gefunden werden.

Am Ratstisch gab es am Hort nichts zu Rütteln. „Er macht Tegernsee kinder- und familienfreundlich“, fand Andreas Obermüller (FWG). Peter Schiffmann (SPD) sah zudem in der Betreuung während der Ferien einen großen Vorteil. Peter Friedrich Sieben (FWG) war froh, dass man sich von einem „Bewachungskonzept“ löse. Die Investition für die Kinder hielt er ebenso wichtig wie den Bau eines Feuerwehrhauses, der in der Sitzung ebenso beschlossen wurde. „Wenn wir wollen, dass nicht nur Rentner in ihren Zweitwohnungen hier leben, dann sollten wir den Hort einrichten“, fand Sieben. Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) war wichtig, dass die Mischung im Hort stimmt und keine „Gettoisierung“ entsteht.

Wer den Hort betreiben und was er die Eltern kosten wird, ist noch offen. Fest steht: Ab dem Schuljahr 2018/2019 soll er zur Verfügung stehen.

gr

Rubriklistenbild: © picture alliance / Roland Weihra

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