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Tempest-Segler treffen sich zur WM am Tegernsee.

Großereignis für Tempest-Segler am Tegernsee von 9. bis 16. August

Hoffen auf Wind für die WM

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Eine Segel-WM, das gab’s noch nie am Tegernsee. Von 9. bis 16. August takelt die Tempest-Klasse hier auf – eine Mammut-Aufgabe für den Yacht-Club am Tegernsee.

Tegernsee –  Bei Hochdruck-Wetterlage ist im August auf den Wind normalerweise Verlass: Noch bevor die Sonne über der Neureuth aufgeht, stabilisiert sich der schon nachts einsetzende Südwind zu einem ordentlichen Lüfterl. Gegen Mittag folgt dann das Gebläse aus Nord-Ost. Diese Thermik hat kein Chiemsee, kein Ammersee und kein Starnberger See. Und so hoffen die Mitglieder des Yacht-Clubs am Tegernsee (YCaT), dass auf den Wind auch zur 50. WM der Tempest-Segler Verlass ist.

Dass ausgerechnet die Tegernseer einmal den Zuschlag für eine WM bekommen würden, damit hatte niemand im Club gerechnet. Noch dazu, wo solche große Meisterschaften üblicherweise auf dem Meer oder an großen Seen ausgetragen werden – vor der Isle of White im Ärmelkanal (2016), an der Côte d’Azur in Frankreich (2017) oder am Attersee in Österreich (2018). 

Tempest-Segel-WM in Tegernsee: So kam‘s dazu

Hans Kohl, Sportwart und Tempest-Obmann beim YCaT, erzählt, wie es dazu kam: „Vor zwei Jahren beim Ski-Yachting haben wir uns über WM-Reviere unterhalten und eigentlich mehr im Spaß den Tegernsee als zuverlässiges Windrevier ins Spiel gebracht.“ Irgendwann sei der Ball dann tatsächlich ins Rollen gekommen. Und weil die Deutsche Klassenvereinigung der Tempest-Segler ohnehin mit der Ausrichtung einer WM dran war, Reviere an der Ostsee aber schlecht besucht sind und der Tegernsee zentral für Länder mit großen Tempest-Flotten liegt, wurden die Tegernseer gefragt. Der Vorstand mit Alexander Oswald an der Spitze habe relativ schnell ja gesagt, berichtet Kohl. Klar war gleich, dass ein harter Kern unter den 350 Mitgliedern das Organisations-Team bildet.

Eine Segel-WM, das ist Premiere am Tegernsee und mit viel Arbeit und auch mit Gegenwind verbunden. Bei Landratsamt, Wasserwirtschaftsamt, Seenverwaltung und Fischereiamt mussten Genehmigungen eingeholt werden, um für die 44 teilnehmenden Boote, die während der WM nicht aus dem Wasser genommen werden dürfen, zwei zusätzliche, temporäre Schwimmstege und damit Liegeplätze bauen zu dürfen. Das Technische Hilfswerk (THW) Miesbach leistete Hilfestellung. Die Stege bleiben bis Ende August im Wasser, denn ab 24. August richten die Tegernseer zudem dieInternationalen Deutschen Meisterschaften im Dyas aus. „Außerdem brauchte es Genehmigungen, um den ganzen See nutzen zu dürfen“, berichtet Pressewart und Chef-Organisator Mathias Pilmes.

WM der Tempest-Segler am Tegernsee: Top-Segler am Start

Ein internationales WM-Team musste zusammen getrommelt werden, bestehend aus dem Wettfahrtleiter sowie fünf Schiedsrichter aus verschiedenen Nationen. Sie richten die Augen auf die insgesamt neun Wettfahrten, täglich zwei bis drei, bei denen die Besten ermittelt werden. Dabei sind vier Tonnen von Süden nach Norden und wieder Richtung Tegernsee zu umrunden. „Up and down“, heißt das im Fachjargon. Bei Nordwind starten die Wettfahrten ab 11 Uhr, bei Südwind schon um 6 Uhr. „Es geht um Ruhm und Ehre und einen Wanderpokal mit historischem Wert, weil Tempest auch zweimal olympisch war“, weiß Pilmes, der nicht nur organisiert, sondern selbst am Ruder sitzt, zusammen mit Karl Krenn vom Yacht-Club Bad Wiessee.

Überhaupt sind unter den Teams sieben vom YCaT: allen voran der zweimalige Tempest-WM-Sieger Sepp Höss, der zusammen mit Roland Metzner ablegt, Hans Kohl und Wolfgang Joppich, Petra Schütz und Hans-Georg Kellermann, Christian Schmidt und Manfred Appel, Michael Schmohl und Ralph Ostertag sowie Dieter und Renate Staib. „Tempest hat eine lange Tradition bei uns im Club“, sagt Pilmes und verweist auf die Tegernseer Olympia-Teilnehmer von 1972, Heinz Laprell und Wolf Stadler. Letzterer tritt mit seinem Sohn Maximilian an.

Lesen Sie hier: Fußball-WM-Studio in Bad Wiessee

Top-Segler sind am Start: Der Tegernseer Thomas Auracher sitzt zusammen mit Markus Wieser in einem extra für diese WM angefertigten Boot, Ulrike Schümann, die Olympia-Teilnehmerin von 2008 in Peking, hat mit Tim Kröger, einem America’s-Cup-Teilnehmer, gemeldet. „Viele Segler mit Rang und Namen sind dabei“, freut sich Pilmes und auch darüber, dass Markus Wasmeier als Schirmherr und BMW als Hauptsponsor gewonnen werden konnten. Auch wenn Segeln kein Zuschauer-Sport ist, wie Pilmes und Kohl einräumen: Die Tegernseer freuen sich auf Zuschauer am Ufer und darauf, wenn Rundfunk und Fernsehen sowie Fachjournalisten vom Tegernsee berichten und schöne Bilder senden. Vorausgesetzt, auf den Wind ist Verlass.

Das WM-Programm

Freitag und Samstag, 9./10. August, stehen Anreise und Vermessung der Boote im Programm. Sonntag, 11. August: Nach einer Übungsregatta zum Kennenlernen des Reviers wird die WM um 18 Uhr beim YCaT eröffnet. Segeln und Bräustüberl steht am Montag, 12. August, im Plan, Dienstag, 13. August, ist nach den Wettfahrten Grillen und Tanzen angesagt. Mittwoch, 14. August, finden Wettfahrten sowie ein Galadiner mit allen Teilnehmern und Ehemaligen in der Schwaigeralm statt, am Donnerstag, 15. August, nach den Wettfahrten, trifft sich die Internationale Klassenvereinigung der Tempest-Segler (ITA) zur Generalversammlung. Freitag, 16. August, sind erneut Wettfahrten angesagt, ehe Preisverteilung und Abschluss-Party steigen.

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