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Eine Schifffahrt auf dem Tegernsee: Inhaber einer TegernseeCard haben ab 29. April erstmals Vorteile. 

Tegernseecard  

Was bringt die Kooperation wirklich?

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Wenn die Seenschifffahrt Tegernsee am 29. April ihren Sommerbetrieb aufnimmt, dann bietet sie erstmals auch Inhabern der TegernseeCard Vorteile. Doch wie groß sind die wirklich?

Tegernsee – Lange war um die Kooperation gekämpft worden (wir berichteten). Vom früheren Landrat Jakob Kreidl, über sämtliche Tal-Bürgermeister und Privatinitiativen, die Ministerpräsident Horst Seehofer sogar bei einer Schiffswallfahrt ins Gebet nahmen: Alle machten sich dafür stark, dass die Schifffahrt endlich mit ins Boot steigt. Im August 2016 war es soweit. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) kam persönlich nach Tegernsee, um seine Unterschrift unter den Vertrag mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) zu setzen.

Söder steigt nun wieder persönlich ins Boot, um die Sommersaison auf dem Tegernsee zu eröffnen und den Startschuss für die Kooperation zu

geben. Wie groß ist der Vorteil aber tatsächlich, den die Inhaber der TegernseeCard künftig haben? Ist es gar eine Mogelpackung?

Lorenz Höß, Betriebsleiter der Schifffahrt, muss ein wenig ausholen, um das Vertragswerk zu erklären: „Inhaber einer Karte dürfen täglich zweimal eine Strecke kostenlos fahren“, so Höß. Ausgeschlossen sind große und kleine Rundfahrten sowie Fahrten, die einen Zwischenstopp haben. Im Klartext: Ein Fahrgast darf zum Beispiel direkt und kostenlos von Tegernsee nach Bad Wiessee und zurückfahren. Er spart sich bei dieser Version für die einfache Fahrt 4,80 Euro. Kinder würden ohne Tal-Card 2,40 Euro kosten. Der Urlauber darf aber nicht die Route über Rottach-Egern wählen und womöglich dort von Bord gehen. „Für diese und andere Wünsche muss der Gast bezahlen“, erklärt Höß.

Klingt das nicht ziemlich kompliziert für den Urlauber, der einfach nur mit dem Schiff fahren möchte? „Die Gastgeber sind angehalten, ihren Gästen das zu erklären“, meint der Betriebsleiter. Insgesamt solle das Modell dazu beitragen, den Autoverkehr am Tegernsee zu entlasten. „Eine einfache, also zielgerichtete Fahrt tut das“, sagt Höß, „wenn der

Gast aber eine Rundfahrt macht, dann entlastet das den Verkehr nicht unbedingt.“

Wenn Söder Ende April werbewirksam an Bord eines Schiffes der Tegernsee-Flotte geht, dann ist Folgendes geplant: Der Minister wird in die Rolle eines Urlaubers schlüpfen. Er soll eine TegernseeCard bekommen und diese in eines der Kartenlesegeräte einführen. Lorenz Höß hofft, dass das auch problemlos klappt. TTT-Chef Christian Kausch ist zuversichtlich: „Grundsätzlich steht einem pünktlichen Start der neuen Leistung nichts im Weg, da es bereits Kartenlesegeräte gibt, die schon seit Längerem zuverlässig von anderen Akzeptanzstellen genutzt werden“, so Kausch auf Nachfrage. Diese Lesegeräte seien einsatzbereit. Allerdings sei angestrebt, ein anderes, kleineres Modell am Tegernsee einzusetzen, das eine mobile Erfassung der Karten ermöglicht. „Dieses Modell wird derzeit noch getestet“, sagt der TTT-Chef.

185 Gastgeber und 42 weitere Leistungspartner bieten aktuell die TegernseeCard an. Mit der Seenschifffahrt als Kooperationspartner ist noch nicht Schluss. „Wir stehen laufend in Gesprächen mit weiteren möglichen Partnern, die sich im üblichen Erlebnisraum unserer Gäste befinden“, erklärt Kausch. Dieser Erlebnisraum dehnt sich auch nach Tirol aus: Auch die Achenseebahn und Schloss Tratzberg gehören dazu. Apropos Verkehrsberuhigung: Die Anfahrt dorthin erfolgt mit dem Auto.

gr

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