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So soll die neue Panoramasauna (r.) vom See her aussehen .

Tegernseer Bauausschuss befürwortet Erweiterung

Mehr Platz zum Schwitzen: So sieht die neue Seesauna aus

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Die Seesauna in Tegernsee ist meist rappelvoll. Um den Betrieb zu entzerren, wird eine neue Panoramasauna errichtet. Der Bauausschuss ebnete den Weg.

Tegernsee– Bereits beim Neujahrsempfang Ende Januar hatte Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) mit den Plänen für eine Panoramasauna überrascht. Seitdem arbeitete Seesauna-Architekt Florian Erhardt an einer Machbarkeitsstudie. Nachdem in nicht-öffentlichen Sitzungen bereits grünes Licht gegeben worden war, befasste sich am Montagabend der Bauausschuss in öffentlicher Sitzung mit dem Thema.

Das Gebäude mit einer Grundfläche von 10,20 mal 7,50 Metern soll zwischen dem Ruhehaus und dem Strandbad errichtet werden und komplett auf Pfählen stehen. 58 Quadratmeter Seefläche werden dafür überbaut. Das Haus bekommt ein Walmdach, für dessen Neigung eine Abweichung von der Gestaltungssatzung nötig ist. Je nach Innengestaltung werden bis zu 45 Personen Platz darin Platz haben. Um die Panoramasauna bauen zu können, wird ein bestehender, 17,80 Meter langer Steg im Strandbad genutzt und von bisher 5,30 Metern Breite auf 3,20 Meter verschmälert. Auch ein bestehendes Liegedeck kommt weg. Das Sprungbrett im Strandbad bleibt jedoch erhalten. Der Steg, so Hagn, sei ohnehin abgefault und hätte erneuert werden müssen.

„Die neue Sauna dient nicht dazu, noch mehr Gäste anzuziehen“, betonte Hagn. Man wolle vielmehr das Angebot erweitern und sicherstellen, dass die Qualität der Sauna auch in Zukunft top bleibe. Weil die 2008 eröffnete Seesauna so beliebt ist, stößt sie oft an ihre Grenzen: War man anfangs von 40 000 Besuchern ausgegangen, so kommen tatsächlich jährlich über 100 000 Erwachsene zum Schwitzen und Entspannen. Bei 140 Besuchern wird Schluss gemacht, Wartezeiten an der Kasse nehmen die Besucher jedoch gerne in Kauf. Der hohe Andrang bringt so manchen Saunagast aber zusätzlich ins Schwitzen: Um etwa in den Genuss eines begehrten Aufgusses in der Kelosauna zu kommen, sichert sich so mancher schon 20 Minuten vorher einen Platz – und macht dann bisweilen schlapp. Die neue Sauna sei dazu da, das Angebot zu entzerren, sagte Hagn und versicherte, dass sich die Sauna nicht weiter in Richtung Strandbad ausdehnen werde. Die Überbauung des Sees und die Verschmälerung des Strandbad-Stegs habe die Stadt durch die Aufwertung der angrenzenden Luitpold-Anlage „mehr als kompensiert“. Dort seien behindertengerechte Zugänge geschaffen und zusätzliche Himmelsliegen aufgestellt worden. Dieser Ausgleich ist auch eine Forderung der Staatliche Schlösser- und Seenverwaltung. Die habe, so Hagn, grundsätzlich keine Einwände und werde sich im laufenden Bauverfahren noch konkret äußern, falls nötig.

Im Bauausschuss wurde der Saunabau mehrheitlich begrüßt. „Die Maßnahme ist genau richtig“, fand Rudolf Gritsch (CSU). Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste) forderte aber: „Es muss gewährleistet sein, dass nicht mehr Gäste kommen.“ Da keine zusätzlichen Kleidungsspinde geschaffen werden, sei dies ausgeschlossen, so Hagn. SPD-Sprecher Thomas Mandl war dann bei der Abstimmung als Einziger gegen die Erweiterung: „Die Sauna brummt auch so. Da gibt’s keine Notwendigkeit, sie zu erweitern.“

Zu den Kosten: Die werden zunächst von monte mare übernommen. Da die stadteigenen Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe (TKV) aber zur Hälfte mit im Boot sitzen, werden die TKV an den Kosten später beteiligt. Genaue Angaben konnte Sauna-Betriebsleiterin Daniela Hidalgo auf Nachfrage nicht machen. „Der Architekt arbeitet noch daran.“ Beginnen soll der Umbau frühestens im Oktober.

gr

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