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Parkplatz-Sorgen: Doris Gollé (r.) und Corina Hörtreiter zeigen die Fragebogen, mit denen der Verein der Geschäftsleute den Stellplatzbedarf der Inhaber von Läden, Büros und Praxen erkundet. 

Verein startet Fragebogen-Aktion

Tegernseer Geschäftsleute bangen um Parkplätze

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Keine oberirdischen Parkplätze mehr in Tegernsees guter Stube? Bürgermeister Johannes Hagn träumt davon, manchem Ladenbesitzer ist bange. Um den Bedarf zu ermitteln, hat der Verein der Geschäftsleute eine Umfrage gestartet.

Tegernsee – Mit dem Bus zur Arbeit? „Das ist ein irrsinniges Problem“, meint Doris Gollé, Vorstandsmitglied im Verein der Tegernseer Geschäftsleute. Nicht für sie selbst, aber für ihre Mitarbeiterinnen. Gollés Hutgeschäft Schätz liegt an der Rosenstraße. Noch können ihre Angestellten in der Nähe des Ladens parken. In einem Bereich also, den Bürgermeister Johannes Hagn die „gute Stube“ der Stadt nennt. Autos sieht er dort nicht gerne.

„Wir müssen schon offen diskutieren, ob die Angestellten den Kunden die Parkplätze wegnehmen“, findet Bürgermeister Johannes Hagn. Eben dies hat er bei einem Gespräch mit dem Verein der Geschäftsleute in den Raum gestellt. Der Rathaus-Chef will nicht weniger als ein Umdenken. Müssen Mitarbeiter, die den ganzen Tag über an ihrem Schreibtisch sitzen, im Laden stehen oder Gäste bedienen, mit dem Auto kommen? Wäre es nicht sinnvoller, wenn Arbeitgeber eine RVO-Jahreskarte bezuschussen, statt einen Stellplatz anzubieten?

Überlegungen, die eng mit der Parkplatz-Planung verknüpft sind. Wie berichtet, untersucht die Stadt, wie der drohende Verlust des Zentralparkplatzes aufgefangen werden kann. Ins Auge gefasst ist die Erweiterung der Kreissparkassen-Tiefgarage unter dem Kurgarten. Die Stadt will dort ein Parkhaus unter die Erde schieben, mit zwei oder auch drei Ebenen. Aber wie viele Stellplätze müssen sein?

Was den Bedarf der Geschäftsleute angeht, setzt der Verein auf Eigeninitiative. „Lassen Sie uns jetzt handeln und unseren Einfluss geltend machen, bevor sich eine für uns negative Parksituation ergibt“, heißt es in dem Schreiben von Gollé an die Geschäftsinhaber. Für Gollé ist klar: Sie braucht Stellplätze für Kunden und Mitarbeiterinnen. Letzteren sei angesichts des mageren ÖPNV-Angebots ein Auto-Verzicht nicht zumutbar. Als Schriftführerin des Vereins hat Gollé einen Fragebogen erstellt und an rund 150 Geschäftsinhaber verteilt. Gefragt wird in der Bedarfsanalyse auch nach der Möglichkeit, auf eigenem Grund Stellplätze auszuweisen und nach der Zahl der Park-Abos für Mitarbeiter. Die ausgefüllten Bögen können bis zum 15. Februar beim Hutgeschäft Schätz abgegeben werden.

Klar ist schon jetzt: Viele Betreiber von Läden, Büros und Praxen in Tegernsees Mitte haben keine Möglichkeit, eigene Stellplätze anzulegen. Ihre Angestellten haben oft ein Abo für den Zentralparkplatz. Ein Auslaufmodell. Der Pachtvertrag läuft nur noch bis 2025. Es könnte auch früher Schluss sein. Dann nämlich, wenn die Familie Pierburg für ihr Seehotel Zur Post ein überzeugendes Konzept vorlegt und die Fläche dafür braucht. In diesem Fall, so Hagn, werde die Stadt kaum auf der Erfüllung des Pachtvertrags bestehen.

Die Stadt muss also schnell für neuen Parkraum sorgen. Bis zum Jahresende will Hagn einen Plan für die Tiefgarage auf dem Tisch haben. Zuvor ist unter anderem das Zufahrtsrecht zu sichern. Dazu laufen Gespräche mit der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, deren Tiefgaragen-Einfahrt für das erweiterte Modell genutzt werden soll. Weiter ist zu klären, ob Unternehmen – zum Beispiel das herzogliche Haus – ins Projekt einsteigen und Tiefgaragenplätze bauen wollen.

Das dürfte eine Kostenfrage sein. Tiefgaragen-Parkplätze sind kaum unter 70 bis 80 Euro pro Monat zu haben. Das Zentralparkplatz-Abo hingegen kostet monatlich nur 12,50 Euro. Wer eines hat, darf sich glücklich schätzen. Neue gibt die Stadt nicht mehr aus – auch nicht für ihre Mitarbeiter und die der Tegernseer Tal Tourismus GmbH. An den Kosten will Hagn auch nicht rütteln: „Es geht nicht an, dass der Steuerzahler Stellplätze subventioniert.“

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