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Die Gesprächsrunde auf dem Podium im Barocksaal des Gymnasiums.

Politiker & Kirchenvertreter geladen

Pegida & Terror: Schüler diskutieren mit Gästen

Tegernsee - Schüler des Tegernseer Gymnasiums haben zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Politik und Religion in Zeiten von Pegida und Terror" geladen - und diskutierten mit interessanten Gästen.

Es ging um Politik und Religion in Zeiten von Pegida und Terror. Um das Thema im Tegernseer Gymnasium zu beleuchten, hatte ein P-Seminar eine prominent besetzte Podiumsdiskussion auf die Beine gestellt. Leiter des Seminars war Lehrer Peter Klarner gewesen, der kurz vor dem Termin überraschend gestorben ist. Der Abend begann mit einer Schweigeminute zum Gedenken an den beliebten Pädagogen.

Auf dem Podium saßen der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan (CSU) sowie die Landtagsabgeordneten Claudia Stamm (Grüne) und Florian Streibl (Freie Wähler) als Vertreter der Politik. Die Geistlichkeit repräsentierten zwei Holzkirchner: der katholische Pfarrer Gottfried Doll und sein evangelischer Kollege Wolfgang Dörrich.

Die Diskussion über islamistischen Terror, Pegida und Asylpolitik verlief durchaus kontrovers. Dabei waren sich die fünf auf dem Podium in einem Punkt einig: Alle sahen die Pegida-Bewegung als Bedrohung. Die überwiegende Mehrheit, urteilte Radwan, marschiere bei Pegida aus Frustration über persönliche Lebensumstände mit. Von der Politik fühlten sich die Demonstranten alleingelassen. Radwans Fazit: „Wir müssen die Menschen ernst nehmen und dafür sorgen, dass sie nicht weiter bei Pegida mitlaufen.“

Auch die Anschläge auf die Redaktion des Satire-Magazins Charlie Hebdo waren Thema. Dabei ging es auch um die Frage, wo die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Beleidigung verläuft. Für Pfarrer Doll ist vor allem eines klar: „Man kann Mahnwachen vor den Redaktionsgebäuden durchführen, aber nicht mit der Kalaschnikow einmarschieren.“

Und wie ist es mit Waffenlieferungen an Widerstandskämpfer gegen die islamistische Terrororganisation IS? Ist das religiös vertretbar? Wolfgang Dörrich sieht das so: „Gewalt ist in Extremfällen als ,ultima ratio’ notwendig, um das Töten zu verhindern.“

Angesichts der aufgeheizten Situation habe die Schule eine wichtige Aufgabe, machte Stamm deutlich. Dort müsse auch eine Werte- und Demokratieerziehung stattfinden. Eine Stunde Sozialkunde reiche mit Sicherheit nicht aus. Durch interessante Diskurse könne man die Jugend an Politik heranführen.

mm

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