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Annette Lehmeier ist neue Schriftleiterin der Tegernseer Tal Hefte.

Annette Lehmeier übernimmt

Nach Heims Tod: Tal-Hefte erscheinen unter neuer Führung

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Tegernseer Tal - Es war ein Schock für das Tal und darüber hinaus: der Tod von Historiker Michael Heim, Kolumnist und Schriftleiter der Tegernseer Tal Hefte. Jetzt steht seine Nachfolge fest.

Das Heft Tegernseer Tal, getragen vom Tegernseer Tal Verlag der Tal-Gemeinden und des E-Werks, erscheint schon seit dem Jahr 1953. Lange war unser Seegeist-Kolumnist Michael Heim Schriftleiter und Seele des Hefts. Nach seinem plötzlichen Tod zum Jahresende übernimmt Annette Lehmeier. Die gelernte Redakteurin und selbstständige Journalistin tritt damit ihr Erbe an: Die 48-Jährige ist Tochter des 2003 verstorbenen Dorfschreibers Hans Sollacher, der einst Schriftleiter des Talhefts war – einige Zeit lang zusammen mit Heim.

Frau Lehmeier, haben Sie lange überlegen müssen, als die Anfrage kam, ob Sie neue Schriftleiterin werden möchten? 

Nein. Ich bin mit dem Talheft aufgewachsen und hatte immer einen Riesenrespekt davor. Es ist mir eine Freude und eine Ehre, jetzt als Schriftleiterin Verantwortung zu tragen. Schon aus genetischen Gründen hätte ich nie ablehnen können oder wollen. Neben mir sind in der Redaktion übrigens noch zwei weitere Schriftleiter-Kinder vertreten: Susanne Heim als Autorin und Andreas Bachhuber als Fotograf. Nur den Start hätte ich mir anders gewünscht. 

Sie übernehmen nach dem Tod eines Freundes. 

Mit Michael Heim war ich sehr vertraut, obwohl wir uns nicht oft gesehen haben. Nach dem Tod meines Vaters hat er die Freundschaft mit ihm auf mich übertragen. Bevor Dr. Heim im Dezember 2015 ins Krankenhaus ging, hat er mir auch noch alle Unterlagen fürs nächste Heft übergeben. Ich dachte nicht, dass ich die brauche. Wir haben fest damit gerechnet, dass er wieder gesund wird. Aber nun arbeite ich schon seit Januar mit dem Redaktionsteam am Talheft Nr. 163. Ein wichtiger Ansprechpartner ist dabei für mich auch Verlagsgeschäftsführer Karl Roßkopf.

Eigentlich wollten sie ja kürzer treten. 

Ich habe im Sommer 2015 mein Amt als Chefredakteurin der Seeseiten abgegeben, kurz nach dem zehnjährigen Jubiläum. Für mich war das der richtige Zeitpunkt. Die Zeitschrift hat sich gut entwickelt, und ich wollte mehr Luft in meinem Kalender schaffen. Außerdem muss man manchmal Platz freimachen, damit andere Dinge geschehen können. Ich habe zum Beispiel angefangen, Zither zu lernen.

Ist Ihr Vater ein Vorbild für Sie? 

Ja, auf jeden Fall. Das Tegernseer Tal und seine Geschichten, das war immer ein Thema bei uns zu Hause. Ich habe von meinem Vater viel gelernt. Als ich mich 2002 selbstständig gemacht habe, konnten wir noch ein Jahr zusammenarbeiten. Wir haben zum Beispiel die Bräustüberl-Zeitung zusammen konzipiert. Sie ist dann an seinem Todestag zum ersten Mal erschienen.

Wo sehen Sie die Position des Talhefts heute?

Es ist ein Riesenvorteil, dass das Talheft sehr geliebt wird. Es ist für Menschen gemacht, die tiefer in das Tegernseer Tal einsteigen wollen. Die keine flüchtige Beziehung suchen, sondern denen es mit dem Tal ernst ist. Diese enge Bindung spiegelt sich im Inhalt wider: Der redaktionelle Schwerpunkt liegt auf Kultur, Geschichte, Brauchtum, Natur und den Menschen, die die Region diesbezüglich prägen oder geprägt haben.

Welche neuen Schwerpunkte möchten Sie setzen? 

Zum Glück habe ich ein sehr prominentes Autorenteam. Gemeinsam wollen wir das Heft ganz behutsam weiterentwickeln. Mit dem Historiker Dr. Heim und seinem unglaublichen Geschichtswissen ist uns eine Bibliothek verloren gegangen. Wenn man in ganz alte Talhefte blickt, sieht man aber auch, dass die Zeitschrift stets auch eine Chronistenaufgabe hatte. Das heißt, sie begleitet aktuelle Entwicklungen, hinterfragt sie hier und da auch. So ist das Talheft zu dem geworden, was Bürgermeister Christian Köck in seiner Trauerrede auf Dr. Heim „kulturelles Gedächtnis des Tals“ genannt hat. Was war, was ist – daran knüpfen wir an. Ein neues Design hat das Cover des nächsten Talhefts, das Mitte April erscheint: Es ist an die alten Ausgaben angelehnt – eine Verbeugung vor den Wurzeln.

Das Talheft erscheint zweimal im Jahr mit einer Auflage von 6500 Stück in einer sehr hochwertigen Aufmachung. Es kostet 6,50 Euro und wird über die Tourist-Infos und den örtlichen Handel vertrieben. Es gibt auch zahlreiche Abonnenten, die außerhalb des Tals wohnen – meist treue Gäste. Viel Information und ein umfangreiches Archiv bietet auch die Homepage tegernseer-tal-verlag.de.

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