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Frische Baumstümpfe zeugen auf der Fläche an der Tegernseer Point von der Abholzaktion. Das Grundstück gehört dem Herzoglichen Haus.

Fläche gehört dem Herzoglichen Haus

Grundstück an der Tegernseer Point kahl rasiert - Landratsamt ermittelt

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Eine Abholzaktion an der Tegernseer Point sorgt für Aufsehen: Dort wurden auf einer knapp 1000 Quadratmeter großen Fläche des Herzoglichen Hauses Bäume und Sträucher entfernt. Jetzt ermittelt das Landratsamt.

Tegernsee – Ein Grundstück neben der Überführer-Hütte, wo bis vor Kurzem noch Buschwerk und kleine Bäume die Landschaft zierten, wurde kahl rasiert. Verantwortlich für die Fällungen ist das Herzogliche Haus, dem das betreffende Grundstück an der Tegernseer Point gehört. Das Landratsamt Miesbach ermittelt in der Sache und hat inzwischen ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Sollten sich die Rodungen als unrechtmäßig herausstellen, drohen mehrere zehntausend Euro Bußgeld.

Während sich Christian Wagner als Geschäftsführer des Herzoglichen Brauhauses am Dienstag mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht zu den Fällungen äußern wollte, wurde das Landratsamt bereits deutlich. „Der Gehölzbestand war ökologisch durchaus wertvoll und für das dortige Landschaftsbild von Bedeutung“, erklärt Behörden-Sprecher Birger Nemitz. Die Maßnahme sei nicht mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt worden. Auch der Grund für die Fällungen, die bis ans Ufer des Tegernsees heranreichen, seien dem Landratsamt nicht bekannt. Mittlerweile aber hätten die Fachleute vom Naturschutz das Ausmaß der Fällungen vor Ort dokumentiert. „Es wurden insgesamt 74 Bäume und Großsträucher mit einem Stockdurchmesser von mehr als zehn Zentimetern entfernt“, teilt Nemitz das Ergebnis mit. Darunter seien auch große und markante Bäume gewesen.

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Das Entfernen der Gehölze verstößt laut Nemitz möglicherweise gleich gegen drei verschiedene Rechtsgrundlagen: erstens gegen die Landschaftsschutzgebiets-Verordnung „Schutz des Tegernsees und Umgebung“, zweitens gegen das Bayerische Naturschutzgesetz und drittens gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Auch darin sind Ufergehölze besonders geschützt. Verstöße gegen das Bundesgesetz, so teilt der Pressesprecher mit, könnten mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. „Wie die konkrete Bußgeldhöhe aussieht, kann erst nach Abschluss unserer Ermittlungen beurteilt werden“, fügt Nemitz hinzu.

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Eine eigene Baumschutzverordnung hat die Stadt Tegernsee übrigens nicht, wie Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) auf Nachfrage erklärt. Der Rathaus-Chef hält die bestehenden Regelungen des Naturschutzes für „völlig ausreichend“. Wenn sich jemand um diese Gesetze nicht kümmere, würde er sich wohl auch über eine Baumschutzverordnung hinwegsetzen, glaubt Hagn.

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