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Mobile Schleuse: Mit Fahrzeugen blockierten die Sicherheitskräfte die Zufahrt zur Feiermeile auf der Ortsdurchfahrt. Ein Teil der Autos war auch besetzt, so dass bei Bedarf der Weg schnell frei gewesen wäre.

Weniger Besucher, mehr Sicherheitskräfte

Tegernseer Seefest: Feiermeile unter Polizeischutz

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Tegernsee - So gut bewacht wie noch nie feierten die Tegernseer und ihre Gäste ein fröhliches Seefest. Rund 5000 Besucher kamen. Die Zahl der Sicherheitskräfte wurde verdoppelt.

In schwierigen Zeiten gelang ein Seefest, so bezaubernd fröhlich und sommerlaunig wie immer. Ein buntes Boots-Gewimmel auf dem Wasser – darunter schwimmende Bierbänke –, an Land viel Musik auf der Feiermeile, kulinarische Schmankerl, Gaudi-Wettbewerbe und nach Sonnenuntergang ein Feuerwerk. Ein gnädiger Wettermacher gönnte dem Fest viel Sonnenschein, während es in der Nachbarschaft regnete. Die Wetterlage im Umland könnte der Grund gewesen sein, warum weniger Besucher kamen als sonst. So um die 5000 waren es wohl, schätzt Peter Rie von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT): „Da gab es kein Gedränge, das war ganz angenehm.“

Die Wiesseer Polizei hatte ihr Sicherheitskonzept auf deutlich mehr Besucher ausgelegt – vorsichtshalber. Unter dem Eindruck des Münchner Amoklaufs, des Terrors in Nizza und anderswo hatten die Beamten ihre Präsenz deutlich verstärkt. „Wir haben verdoppelt“, sagt Wolfgang Strobl von der Polizeiinspektion Bad Wiessee. Es waren ein Dutzend Polizisten vor Ort, zehn von der Stadt Tegernsee gebuchte Sicherheitskräfte, dazu Feuerwehr und BRK. „Gut 60 Sicherheitskräfte waren es insgesamt“, meint Strobl.

Zum neuen Konzept gehörten auch Polizeischleusen an den Ortseingängen. Somit war die Straße im Zentrum, auf der die Gäste feierten, abgeriegelt. In den Vorjahren hatte die Polizei lediglich halbseitig Schranken aufgestellt. Doch unter dem Eindruck von Nizza, wo ein Lastwagen in die Menge raste, hatte die Polizei die Zufahrt mit Fahrzeugen blockiert. Zudem bewegten sich ständig Streifen durch das Fest. Rucksäcke wurden kontrolliert. „Einen Rucksack haben wir sichergestellt, weil er eine halbe Stunde alleine rumstand“, berichtet Strobl. Der Inhalt war jedoch harmlos, der Besitzer meldete sich kurz darauf. Gerüstet war die Polizei übrigens auch für den Fall, dass eine Panik ausbricht. „Da muss ja nur mal ein Böller losgehen“, meint Strobl. Darum habe die Polizei darauf geachtet, dass gute Lautsprecher für eventuelle Durchsagen vorhanden sind.

Bei den Gästen kam die starke Polizeipräsenz gut an. „Viele haben sich bei uns bedankt“, berichtet Strobl.

Auch Bürgermeister Johannes Hagn lobt den Einsatz der Polizei. Es habe ihm sehr gefallen, dass vor Einbruch der Dunkelheit die Wasserschutzpolizei auch an Land patrouillierte und sogar Bereitschaftspolizei zur Verstärkung vor Ort war, meint Hagn. Nach gleichem Muster wird die Polizei übrigens auch beim Seefest in Bad Wiessee für Sicherheit sorgen. Es soll am 19. August steigen.

jm

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