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Zahnärzte-Kongress am Tegernsee: (v.l.) Dr. Janakievski (Referent), Prof. Bärbel Kahl-Nieke (Referentin), Dr. Siegfried Marquardt (Organisator).

Kongress in der Bachmair Weissach-Arena

Was Zahnärzte aus aller Welt am Tegernsee lernen

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Weissach - Zahnärzte aus aller Welt trafen sich zur Fortbildung am Tegernsee. Im Interview schildert ein Teilnehmer aus Seattle (USA) seine Eindrücke.

Zum elften Mal holte der Tegernseer Zahnarzt Dr. Siegfried Marquardt die internationale Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde (DGÄZ) an den Tegernsee. Zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Implantologie, der Italienischen Gesellschaft für Prothetik und dem Seattle Study Club stand die Fortbildung in der Bachmair Weissach-Arena mit über 600 Teilnehmern aus 28 Ländern unter dem Motto „America meets Europe“. 

Im wissenschaftlichen Fachprogramm stand vor allem die digitale Zahnmedizin im Vordergrund, die aktuell die modernen Behandlungsmethoden revolutioniert. Was gegenwärtig schon umgesetzt wird und künftig noch zu erwarten ist, zeigte der Kongress auf. "Wir Zahnärzte müssen uns neu orientieren und die Herausforderungen zum Wohle der Patienten annehmen", ist Dr. Marquardt überzeugt. Die Digitalisierung bringe erhebliche Vorteile im Behandlungsablauf und in der Fertigung. Für den Patienten könnten die Behandlungen effektiver, schneller, präziser und vor allem vorhersagbarer durchgeführt werden.

Zum Rahmenprogramm gehörte auch ein Gala-Abend im neuen Event-Bereich von Gut Kaltenbrunn sowie ein Bayerischer Abend im Leonhardstoana Hof in Kreuth.

Einer der Referenten und Teilnehmer war Dr. Jim Janakievski (45). Er arbeitet als Zahnarzt in Seattle (USA) und schildert im Interview seine Eindrücke.

Mister Janakiesvski, waren Sie zum ersten Mal hier beim Kongress und am Tegernsee? 

Vor 20 Jahren war ich schon mal in Deutschland, in Frankfurt und Köln. Am Tegernsee bin ich zum ersten Mal. 

Warum haben Sie sich ausgerechnet für dieses Meeting angemeldet? 

2008 fand der Kongress „America meets Europe“ schon einmal am Tegernsee statt. Ich bin Junior-Partner in einer Praxis, deren Ärzte 2008 dabei waren. Und so wurde ich eingeladen.

Welche wissenschaftliche Bedeutung messen sie dieser Konferenz bei? Wie profitieren Sie von den Vorträgen? 

Zum einen ist der Informationsaustausch auf diesem Weg sehr wichtig, auch wenn es das Internet gibt. Die Konferenz ermöglicht es uns, Fragen zu stellen und voneinander zu lernen. Es geht nicht nur um Zahnheilkunde selbst, sondern auch um Praxis-Management und soziale Aspekte. Bei dem Treffen erfahren wir, wie Zahnärzte in anderen Ländern arbeiten. Für uns ist das ein sehr wichtiger Kongress, um uns auszutauschen, was die Behandlungsansätze betrifft.

Hatten Sie Gelegenheit, die Umgebung zu genießen? 

Ich muss Ihnen sagen: Als ich die Einladung bekam, habe ich gefragt, ob ich ein bisschen früher anreisen könnte. Ich liebe Landschafts-Fotografie und hatte den Wunsch, unter anderem Schloss Neuschwanstein zu sehen. Also bin ich ein paar Tage in Füssen gewesen, habe in einem sehr traditionellen Hotel gewohnt, traditionell gegessen und war nur von Deutschen umgeben (lacht). Leider habe ich hier vom Tegernsee nicht so viel gesehen, wie ich gerne gesehen hätte, weil ich gleich anfangen musste, am Kongress zu arbeiten. Aber es ist sehr schön hier. Ich mag die Gegend, sie erinnert mich ein wenig an Orte an der Westküste von Kanada. Die Wiesen dort sind so schön wie hier.

Können Sie sich vorstellen, noch einmal privat hierher zu kommen? 

Ich würde gerne mit meiner Frau und meinen zwei Jungs herkommen, um ihnen das traditionelle bayerische Leben und die Menschen hier zu zeigen. Dann würde ich gerne zu einem großen Fußball-Spiel gehen, das würden meine Jungs lieben.

gr

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