Drei Tote bei Attacke in Utrecht - mutmaßlicher Schütze nach Flucht festgenommen

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Klötzchen-Modell fürs Feuerwehrhaus: So würde sich der L-förmige Bau (l.) ins Gelände einfügen. Rechts das geplante „Quartier Tegernsee“ mit Hotel. 

Einstimmiger Beschluss bei Sondersitzung des Tegernseer Stadtrats

Feuerwehrhaus soll Wohnungen kriegen

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Bei seiner Sondersitzung am Donnerstagabend zeigte der Stadtrat Geschlossenheit: Einstimmig wurde beschlossen, dass das neue Feuerwehrhaus in L-Form und mit Wohnungen geplant werden soll.

Tegernsee – Es war eine wichtige Entscheidung, aber noch lange nicht die letzte in Sachen Feuerwehrhaus. Nach gut einer Stunde war sich der Stadtrat am Donnerstagabend einig, dass auf den Hallenbau Wohnungen gesetzt werden sollen. Ob nur über eine Etage oder zwei, das wird sich noch zeigen. Unstrittig war die L-Form: Bereits bei seiner Klausur im Januar war diese Variante favorisiert und der Architektin Claudia Schreiber als Arbeitsgrundlage mit auf den Weg gegeben worden. 

Zur Sitzung hatte Schreiber jetzt eine Visualisierung mitgebracht, die von den Stadträten und den Zuhörern aufmerksam verfolgt wurde. Darunter waren auch Feuerwehrler, die bisher immer in die Planung eingebunden waren sowie Mitglieder der Bürgerinitiative, die immer noch für den Erhalt des alten Feuerwehrhauses kämpfen.

„Ich hab’ schon viel entworfen, aber das war eine echte Herausforderung für mich“, schickte die Architektin ihrer Präsentation voraus.

Für das Problem des um bis zu vier Meter zur Hochfeldstraße abfallenden Geländes hat Schreiber folgende Lösung: Gebäude und Feuerwehrhof werden abgesenkt und auf eine Ebene mit der Hochfeldstraße gebracht. Ein „Mäuerchen“ könnte die Fläche zum Königin-Caroline-Weg abgrenzen.

Für die Aufbauten spielte Schreiber einige Möglichkeiten durch: Vom eingeschossigen Riegel, der auf dem kurzen Schenkel mit drei Garagen sitzt, bis zum zweigeschossigen Bau – mal auf der kurzen, mal auf der längeren Seite der Halle mit sieben Garagen. Alle Wohnungs-Varianten würden die „knapp geplanten“ Anforderungen für die Feuerwehr berücksichtigen, betonte Schreiber. Etwa die für Umkleiden mit 80 Doppelspinden für die Trennung kontaminierter Kleidung und die Trennung in Damen und Herren.

Um die geforderten Abstände zu den Nachbarhäusern einzuhalten – diese sind laut Schreiber selbst bei einer doppelstöckigen Wohnungslösung mit Satteldach immer noch höher – müssten die Baukörper aber nach innen versetzt werden. Fünf bis sieben barrierefreie Wohnungen zwischen 65 und 72 Quadratmetern könnten nach ihrer bisherigen Planung entstehen. „Toll“, fand Peter Hollerauer (FWG).

Dann kam die Kostenschätzung auf den Tisch: 8,5 Millionen Euro brutto würde das Feuerwehrhaus ohne Wohnungen kosten, rund 9,57 Millionen Euro mit Wohnungen. Dabei spiele es keine wesentliche Rolle, so Schreiber, ob in ein- oder zweigeschossiger Variante. Mit staatlicher Förderung darf Tegernsee rechnen, in welcher Höhe ist noch nicht bekannt.

Lesen Sie hier: Auch die Rottacher Feuerwehr wird erweitert.

„Lohnt es sich, oder wäre es besser, woanders zu bauen“, wollte Peter Friedrich Sieben (FWG) von Schreiber wissen. Erst zwei Tage zuvor hatte der Stadtrat über kommunalen Wohnungsbau ausgiebig diskutiert. Schreiber riet zu den Wohnungen, die mit Kompromissen auch machbar seien. 

„Sind die Parkplätze darstellbar?“, fragte Peter Schiffmann (SPD). Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) verwies auf den benachbarten Schulhof, in dem die Parkplätze für die Wohnungen angesiedelt werden sollen. „Die Bauklötzchen-Form ist noch variabel“, meinte Thomas Mandl (SPD), der sich durchaus vorstellen konnte, die Wohnungen sogar auf das gesamte Gebäude auszudehnen. 

Auch wenn die teils gewagten Darstellungsformen für das Obergeschoss (mal mit Säulen wie ein Tempel, mal ganz puristisch wie ein Holzstadel) lediglich Gedankenspiele der Architektin waren und auch über die Dachformen erst entschieden werden muss: Rudolf Gritsch (CSU) hätte nichts gegen innovative Gestaltungsformen. Mandl war auf seiner Seite: „Wir opfern ein orts-
prägendes Haus. Da können wir keinen normalen Bau hinstellen. Der Neubau muss ein ’O- und A-ha-Erlebnis’ sein“, fand Mandl.

Von einer konkreten Planung ist die Stadt aber noch weit entfernt. Schreiber wurde einstimmig beauftragt, die Planungen mit der L-Variante fortzusetzen und sich weitere Gedanken zu den Wohnungen zu machen.

gr

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