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Schön anzusehen, aber nicht mehr zeitgemäß: das Feuerwehrhaus in Tegernsee.

Tegernseer Stadtrat fällt Grundsatzentscheidung

Neues Feuerwehrhaus am alten Standort

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Tegernsee - Seit 2014 werden neue Pläne für das Feuerwehrhaus in Tegernsee geschmiedet. Jetzt ist die erste von vielen wichtigen Entscheidungen gefallen: Gebaut wird auf dem Grundstück des jetzigen Feuerwehrhauses.

Im Oktober 2014 hatte der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, ein Arbeitskreis der Feuerwehr ist schon seit Juni 2014 aktiv. Es geht um die Zukunft des Feuerwehrhauses Tegernsee, das zwar eines der schönsten in ganz Bayern ist, jedoch den aktuellen Vorschriften längst nicht mehr entspricht.

Die sieben Fahrzeuge, darunter eines mit Drehleiter, stoßen an die Decke. Durch die sternförmig geschnitzten, mit grüner und weißer Farbe bemalten Tore, die von Hand geöffnet werden müssen, passen die Fahrzeuge gerade so hindurch. Sozialräume sind zu klein, ein Schleusensystem für kontaminierte Ausrüstung und eine Trennmöglichkeit für Einsatz- und Privatkleidung fehlen ganz. Umkleiden ist bei laufenden Motoren in der Halle angesagt.

Für die jungen Frauen, die in der Feuerwehr immer zahlreicher werden, fehlen getrennte Duschen. Beim Hochwasser 2013 mussten die Feuerwehrler neben den Fahrzeugen am Boden schlafen, weil entsprechende Möglichkeiten fehlen. Seit Langem rügt der Gemeinde Unfallverhütungsverband (GUVV) diese Zustände. „Das Gebäude ist komplett ausgereizt“, weiß Bürgermeister Johannes Hagn (CSU).

Jetzt ist eine wichtige Entscheidung gefallen: „Nach Prüfung aller Alternativen hat sich der Stadtrat in nicht öffentlicher Sitzung entschieden, eine neue Lösung auf dem Grundstück der jetzigen Feuerwehr zwischen Hochfeld- und Karl-Theodor-Straße zu realisieren“, verkündete Hagn am Rande der jüngsten Bauausschuss-Sitzung. Mehrere Flächen standen zur Auswahl: Ein Grundstück südlich des Bahnhofs, die Fläche, auf dem der Gasthof Schandl in der Max-Josef-Straße steht, ein Standort auf der Point und das Seeheim-Grundstück am Alpbach.

Kommt es zum Abriss des schönen, aber nicht denkmalgeschützten Feuerwehrhauses, oder wird das seit 1927 bestehende Haus umgebaut und erweitert? „Diese wichtigen Fragen müssen wir jetzt klären“, sagt Hagn. Elf verschiedene Optionen würden dazu gerade von einer Architektin entwickelt. „Noch ist alles offen“, berichtet der Bürgermeister. „Letztlich werde ich bei meiner persönlichen Entscheidung aber keine Abstriche beim Punkt Sicherheit machen.“

Eine wichtige Rolle bei der Abwägung spielt auch die Frage: Wohin mit den derzeitigen Mietern? Sechs Wohnungen befinden sich im Feuerwehrhaus. „Im Falle eines Abrisses müssen die Mieter in anderen Wohnungen unterkommen“, sagt Hagn.

Fest steht inzwischen, dass der Spielplatz an der Hochfeldstraße dem neuen Feuerwehrhaus weichen muss. Mit dem Förderverein für die Kinder der Stadt Tegernsee wurde bereits die Verlegung besprochen: Im Kurgarten soll ein neuer Spielplatz angelegt werden. Auch der Spielplatz in der Schwaighofanlage soll auf Vordermann gebracht werden.

Abriss oder Neubau – Hagn will sich noch nicht auf eine Lösung festlegen. Nur so viel: „Ein Umbau des bestehenden Feuerwehrhauses kommt vermutlich teurer als ein Neubau.“ Spätestens Ende des Jahres wird der Tegernseer Stadtrat eine Entscheidung treffen.

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