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Zu klein für die großen Fahrzeuge ist das alte Tegernseer Feuerwehrhaus, wie Kommandant Wolfgang Winkler zeigt. Ein Neubau ist geplant . 

Bau von Feuerwehrhaus geplant 

Tegernseer Stadtrat verabschiedet Rekord-Haushalt 

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Die Stadt Tegernsee hat einen Rekordhaushalt verabschiedet. Sie plant in den nächsten Jahren zwei Großprojekte: ein neues Feuerwehrhaus und eine Tiefgarage. 

Tegernsee– Ein Volumen von satten 20,29 Millionen Euro umfasst der diesjährige Haushalt der Stadt Tegernsee. „Das bedeutet einen historischen Höchststand“, erklärte Kämmerer Jürgen Mienert im Stadtrat. Im Vergleich zu 2018 ist der Haushalt um 2,07 Millionen Euro gewachsen. Mit dem angepeilten Bau des neuen Feuerwehrhauses und der Tiefgarage will die Stadt in den nächsten Jahren auch große Projekte anpacken. Im Stadtrat stieß der Finanzplan auf einhellige Zustimmung.

Zu verabschieden war eine 32 Seiten starke Zusammenfassung des Haushalts 2019. „Gut, dass wir das alles in digitaler Form haben. Sonst müssten wir mit dem Schubkarren zur Sitzung kommen“, merkte Florian Widmann (CSU) an. Zu kritisieren hatte er an der Finanzplanung nichts. Der wichtigste Punkt ist für ihn erfüllt: Die Stadt kann den Neubau des Feuerwehrhauses stemmen, ohne Gebühren zu erhöhen. Der Finanzplan für die kommenden vier Jahre sieht für den Feuerwehrhausbau heuer noch 650 000 Euro vor, für 2020 und 2021 jeweils 3,05 Millionen Euro. 2022 fallen noch einmal 2,02 Millionen Euro an. 2020 investiert die Stadt weitere 105 000 Euro, um eine Ersatzhalle für die Feuerwehrfahrzeuge zu schaffen.

„Wir sind keine Hasardeure, die einfach Geld von der Bank holen“, hob Andreas Obermüller (FWG) hervor. Der Haushalt sei solide und bringe Tegernsee auf einen guten Weg. Das sieht Thomas Mandl (SPD) nicht anders. Der Haushalt erlaube eine optimistische Sicht auf die Zukunft. Dank ihrer Finanzkraft könne die Stadt trotz der Investitionen und des Verzichts auf Gebührenerhöhungen sogar noch Schulden abbauen. Keine Freude hat Mandl allerdings an den kalkulierten Mehreinnahmen aus der Zweitwohnungssteuer. Kämmerer Mienert rechnet mit einem Plus von 350 000 Euro und hat für 2019 Einnahmen in Höhe von 955 000 Euro angesetzt. Dies resultiert aus der Entscheidung des Stadtrats, dieZweitwohnungssteuer von 12 auf 20 Prozent der jährlichen Nettokaltmiete anzuheben. Ziel ist eigentlich, die Zahl der Zweitwohnsitze zu senken. Daran wollte Mandl erinnern: „Mir wäre es lieber, die Einnahmen wären nicht so hoch und wir hätten stattdessen mehr Erstwohnsitze.“

Auch Heino von Hammerstein (Bürgerliste) lobte den „sehr soliden“ Finanzplan, warnte aber vor Kostensteigerungen, die beim Bau des Feuerwehrhauses auftreten könnten. Schließlich sei das Projekt auf zwei, drei Jahre angelegt, die für die Realisierung nötige Summe könne in dieser Zeit steigen. Die aktuelle Verschuldung sehe er nicht als problematisch an: „Das sind rentierliche Schulden.“

Ende 2018 belief sich die Verschuldung der Stadt und ihres Eigenbetriebs auf 5,21 Millionen Euro, rund 330 000 Euro weniger als Ende 2017. Ende 2019 dürfte das Soll bei 4,78 Millionen Euro liegen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1295 Euro entspricht. Der Landesschnitt lag 2017 bei 601 Euro.

Mehr als zufrieden mit der gegenwärtigen Finanzlage ist Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). Die Stadt sei glücklicherweise in diesen guten Zeiten in der Lage, für schlechte Zeiten vorzusorgen: „Mit dem Feuerwehrhaus und der Tiefgarage haben wir einen Riesenbatzen für die Zukunft geschafft.“

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