Mit der Zukunft des Tals beschäftigten sich die SPD-Gemeinderäte aus dem Tal und Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (4.v.l.).
+
Mit der Zukunft des Tals beschäftigten sich die SPD-Gemeinderäte aus dem Tal und Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (4.v.l.).

Bürgermeister Robert Kühn

Tegernseer Tal unter Druck: SPD beklagt Identitätsverlust - Kritik am Landratsamt

Gemeinderäte der SPD fordern im Tegernseer Tal Einheit zwischen den Gemeinden - und nennen gemeinsame Probleme, denen sie entgegenwirken wollen.

Tegernseer Tal – „Quo vadis, Tegernseer Tal?“ Unter diesem Motto trafen sich kürzlich die Gemeinderäte der SPD aus dem Tal und Wiessees Bürgermeister Robert Kühn, um über dringende Probleme und Fragen der Talgemeinden zu sprechen. „Die Gemeinden müssen sich noch mehr als bisher als Einheit betrachten, denn die Probleme sind in allen Talgemeinden nahezu die gleichen“, sagte der Koordinator der Runde, Bernd Kuntze-Fechner aus Bad Wiessee.

Verstädterung und Preisentwicklung im Tegernseer Tal: Identitätsverlust der Menschen gehe verloren

Als Problempunkte haben die Sozialdemokraten laut einer Pressemitteilung unter anderem die zunehmende Verstädterung sowie die Preisentwicklung im Tal identifiziert. Damit einher gehe der Verlust der Identität der Menschen und der Besonderheit des Tals. Diesen Prozess gelte es aufzuhalten.

Angesichts der geltenden Bauvorschriften seien den Gemeinden oft die „Hände gebunden, stellten die Gemeinderäte fest. Sie beklagten eine „zu große Freizügigkeit der Genehmigungsbehörde Landratsamt, die Zweifelsfragen eher zum Vorteil des Bauwerbers und damit zum Nachteil der Ortsgestaltung entscheidet“. Der Entwicklungsdruck werde beschleunigt durch die enormen Preissteigerungen für Grund und Boden.

Kein Spielraum für Eigentumswohnraum - Tal „Spielball von Investoren“ geworden

Dies lasse für die Mehrheit der hier Lebenden und Arbeitenden kaum noch Spielraum für eigenes Eigentum. „Das Tal ist zum Spielball von Investoren geworden, die sich nicht um den Zusammenhalt der Gemeinschaft bemühen, sondern nur den Gewinn aus Immobiliengeschäften anstreben“, beklagt die SPD.

Sie fordert, dass sich die Gemeinden nicht gegeneinander ausspielen lassen, sondern zur Bewahrung von Natur und Umwelt an seinem Strang ziehen. Mit einer konzertierten, abgestimmten Politik will die SPD über Gemeindegrenzen hinaus den Prozess beeinflussen. „Wir werden in den Gemeinderäten einen offenen Diskurs mit der Bürgerschaft beginnen, um Anregungen und Lösungsvorschläge, aber auch kritische Argumente zu besprechen“, sagte Johann Schmid aus Gmund. Kürzlich wetterte ein Grünen-Stadtrat über das Quartier Tegernsee: „Erster Platz in Charts der Scheußlichkeiten“.

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Tegernsee-Newsletter. (mm)

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare