Christine Laprell aus Tegernsee ist verstorben
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Christine Laprell aus Tegernsee ist im Alter von 71 Jahren verstorben.

Nachruf

„Tegernseerin durch und durch“: Christine Laprell ist mit 71 Jahren verstorben

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Christine Laprell hat in jungen Jahren nicht nur als erfolgreiche Sportlerin, sondern später auch als Ärztin und Stadträtin von sich reden gemacht. Nun ist die engagierte Tegernseerin im Alter von 71 Jahren verstorben.

Tegernsee – Einen Eintrag in Wikipedia zu haben, zeugt von einer gewissen Berühmtheit. Christine Laprell, die alle lieber Christel oder Christa nannten, hat ihn. Von der Sportlerin Christine Laprell ist da die Rede, der ehemaligen deutschen Skirennläuferin, die schon als 13-Jährige bei der Deutschen Jugendmeisterschaft auf sich aufmerksam machte und schon mit 14 dem Kader der Nationalmannschaft angehörte; deren sportliche Karriere mit der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen 1968 im französischen Grenoble ihren Höhepunkt fand. Laprell, Mitglied im Skiclub Rottach-Egern, wurde damals Zehnte im Slalom und 15. im Riesenslalom. Zudem wurde sie 24. in der Abfahrt und Zehnte in der Kombinationswertung. Im selben Jahr wurde sie Deutsche Abfahrtsmeisterin. Ende der Saison 1968 gab sie im Alter von nur 17 Jahren ihren Rücktritt vom aktiven Skirennsport bekannt – das Abitur war ihr wichtiger in einer Zeit, in der man mit Skirennen noch kein Geld verdienen konnte.

Christine Laprell blieb ihr Leben lang sportlich

Sportlich blieb die gebürtige Münchnerin ihr Leben lang. Sie radelte und wanderte in die Berge, unternahm viele Skitouren. Große Leidenschaft empfand sie für den Golfsport, den sie in der Seniorenmannschaft des Golfclubs Bad Wiessee als ambitionierte, einstellige Spielerin ausübte.

Dass sie Medizin studierte und später eine Praxis für Allgemeinmedizin in Tegernsee führte, legte ihr vermutlich der Vater in die Wiege. Er war einst Chefarzt im früheren Tegernseer Krankenhaus. Allerdings sei sie eine Spätberufene gewesen, glaubt Maximilian Laprell, einer der beiden Söhne. Der Liebe wegen sei seine Mutter zunächst nach Paris gezogen, wo sie das Medizinstudium zwar aufnahm, aber dann in München beendete.

Christine Laprell war dem Tegernseer Tal immer tief verbunden

„Sie war dem Tegernseer Tal, ihrer Heimat, immer verbunden und verpflichtet. Sie war Tegernseerin durch und durch“, sagt Maximilian, der seinen Weg als Schauspieler und Sprecher eingeschlagen hat. Christel Laprell nahm diese Verpflichtung ernst und engagierte sich in der Kommunalpolitik, war von 2002 bis 2018 Mitglied der CSU-Fraktion. „Weil damals fast die Lichter ausgegangen wären, hab ich mich politisch engagiert“, sagte sie 2018 bei ihrem Abschied vom Gremium und hinterließ als Geschenk einen Fonds für hilfsbedürftige Kinder.

Christine Laprell war eine stolze Einzelkämpferin, die auch Schicksalsschläge einstecken musste. Etwa den Tod ihres Mannes Paul Moschner, dem Gründer des Rottacher Weinhauses Moschner. Kaum zwei Jahre dauerte ihre Ehe, berichtet der Sohn, dann starb Paul Moschner 1982 nach einer Herzklappen-OP an den Folgen eines Krankenhauskeims. Tapfer und mit Würde ertrug sie die Diagnose Gehirntumor, die sie im Dezember völlig überraschend ereilte. Ein Trost für die Söhne mag sein, dass sie in deren Armen lag, als sie fünf Tage nach ihrem 71. Geburtstag aus dem Leben schied.

gr

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