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Will auch nach 2020 Bürgermeister von Tegernsee bleiben: Johannes Hagn (CSU).

Vermutlich wird es Gegenkandidaten geben

Kommunalwahl 2020: Hagn macht sich bereit für die nächste Runde

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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2014 war Johannes Hagn (CSU) der Überraschungskandidat. Als kommunalpolitischer Neuling eroberte er den Chefposten im Rathaus. Und er will bleiben: Hagn tritt 2020 wieder an. Es dürfte Gegenkandidaten geben.

Tegernsee – Johannes Hagn (53) war der Mann, den sein Amtsvorgänger Peter Janssen vor der Kommunalwahl 2014 aus dem Hut zauberte. Er brachte Hagn als Bürgermeisterkandidat ins Gespräch. Über die Parteigrenzen hinweg: Janssen hat seine Wurzeln bei der SPD, die er 2006 verließ. 2008 gelang ihm die Wiederwahl als Kandidat der Bürgerliste. Doch die Kontakte zur CSU waren gut. So eroberte Janssens Wunschnachfolger Hagn, bis dahin ein kommunalpolitischer Neuling, in denkwürdigen Duellen erst den CSU-Ortsvorsitz und wurde kurz darauf zum Bürgermeisterkandidaten der Partei gekürt.

Der Pulverdampf ist längst verraucht. Hagn kann im Stadtrat und in der CSU auf viel Rückhalt bauen, es läuft insgesamt rund. Für die Entscheidung, 2020 wieder zu kandidieren, hat sich Hagn Zeit genommen. „Ich wollte mich die ersten drei Jahre lang nicht festlegen“, berichtet Hagn. Schließlich wäre es „schrecklich, am Posten zu kleben“. Zumal außerhalb der Politik ein Beruf auf ihn wartet, den Hagn immer gern ausgeübt hat. Als Zollbeamter am Flughafen München leitete Hagn vor seiner Wahl zum Bürgermeister eine Kontrolleinheit zur Schmuggelbekämpfung, lehrte Staats- und Verfassungsrecht und war Beisitzer beim Verwaltungsgerichtshof, wenn es um Disziplinarsachen von Bundesbeamten ging.

Im November kürt die CSU offiziell ihren Bürgermeisterkandidaten. Es spricht sehr viel dafür, dass Hagn als Bewerber breite Unterstützung finden wird.

Aber auch FWG-Fraktionschef Andreas Obermüller (55) denkt über eine Kandidatur nach. „Entschieden ist noch nichts“, meint Obermüller. Er schließe eine Bewerbung aber nicht aus. Erfahrungen hat er schon gesammelt: Obermüller hatte 2008 für das Bürgermeisteramt kandidiert. 2014 verzichtete die FWG darauf, einen Bewerber ins Rennen zu schicken.

Anders als die SPD, für die 2014 der langjährige Stadtrat Thomas Mandl (61) antrat. Auch diesmal wollen die Genossen wieder einen Kandidaten stellen. „Aber es sollten auch in der SPD jetzt mal Jüngere ran“, sagt Mandl. Am besten eine Frau, findet er. „Es wäre an der Zeit.“ Er selbst werde wahrscheinlich nicht mehr als Bewerber zur Verfügung stehen. „Ich bin 61 Jahre alt und könnte nur noch eine Amtsperiode machen.“ Bis zu den Sommerferien, so Mandl, wolle die SPD in der Kandidat(-innen)-Frage Klarheit haben.

Ähnlich sieht der Zeitplan bei der Bürgerliste aus. „Wir haben die interne Debatte gerade erst angefangen und sind noch bei der Entwicklung unserer Position“, meint Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (70) als deren Vertreter. Ob die Bürgerliste einen Kandidaten aufbieten oder vielleicht einen Bewerber unterstützen wolle, stehe noch nicht fest.

Hagn jedenfalls wünscht sich Gegenkandidaten. Er halte es für wichtig, dass es eine echte Wahl gibt. „Das motiviert auch, zur Wahl zu gehen.“

jm

Die Serie

Wie es ein Jahr vor der Kommunalwahl in den einzelnen Kommunen aussieht, welche Herausforderer die Fraktionen ins Rennen ums Bürgermeisteramt schicken wollen und welche Namen gehandelt werden, beleuchten wir in dieser Serie.

Lesen Sie dazu auch unseren Auftaktbericht. Dort finden Sie weitere Links zum Thema Kommunalwahl 2020 in den übrigen Städten und Gemeinden. 

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