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Bilder von Schneemassen und gesperrten Skigebieten bestimmen derzeit die Nachrichten über die Ferienregion Tegernsee.

Interview mit TTT-Chef Christian Kausch

Unfreiwillige PR durch Schnee-Chaos: Fluch oder Segen für den Tourismus?

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Seit Wochenbeginn herrscht der Katastrophenfall im Landkreis. Das beschert der Region deutschlandweit ein großes Medienecho. Doch welche Auswirkungen hat die unfreiwillige PR auf den Tourismus?

Tegernseer Tal – Im Landkreis und im Tegernseeer Tal herrscht Schnee-Chaos. Viele Medien haben bereits darüber berichtet. Doch was bedeutet das für den Tourismus in diesem Winter? Bleiben die Gäste angesichts solcher Bilder lieber fern? Wir haben beim Geschäftsleiter der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), Christian Kausch, nachgefragt.

Herr Kausch, die Region ist wegen der winterlichen Ausnahmesituation derzeit sehr präsent in den Medien. Eine willkommene Gratis-Werbung für den Tourismus oder eher ein Fluch?

Christian Kausch: Naja, ein Glücksfall ist es nicht gerade. Es sind ja keine positiven Nachrichten, die da verkündet werden. Wir würden es natürlich lieber sehen, wenn Bilder von traumhaften Ski- und Loipentagen zu sehen wären. Aber eine gewisse PR ist es natürlich schon.

Lesen Sie hier: Trotz großen Andrangs: Entspannter Auftakt des Adventszaubers am Tegernsee

In den Skigebieten der Region geht momentan ja nichts. Gibt’s sonst noch Ausfälle?

Christian Kausch: Einige geführte Schneeschuhwanderungen mussten wir absagen. Da gehen wir natürlich kein unnötiges Risiko ein. Ansonsten mussten wir noch keine anderen Gäste-Angebote streichen. Aber wir beobachten die Situation natürlich sehr genau und bewerten sie immer wieder aufs Neue. Erschwert hat sich natürlich die Anreise für die Urlauber.

Gibt es denn viele Anrufe von besorgten Gästen? Oder haben manche sogar ihren Aufenthalt im „Katastrophen-Landkreis“ gecancelt?

Christian Kausch: Die Gäste fragen natürlich schon nach, wie es um die Wetterlage bei uns steht und ob sie überhaupt mit dem Zug oder Bus anreisen können. Für die Gastgeber bedeutet es derzeit einen deutlichen Mehraufwand, ihre Gäste zu beraten und zu informieren. Und es wird sicher ein paar geben, die ihren Urlaub bei uns gebucht haben, aber spontan nicht in Richtung Tegernsee losfahren. Grundsätzlich aber funktioniert die Infrastruktur, wir hatten noch keine Extremausfälle. Auch zum Ludwig-Erhard-Gipfel sind die meisten Gäste gekommen – wenn auch manche mit Verspätung.

Und wie ist es mit Ihren eigenen Mitarbeitern bei der TTT und in den Tourist-Infos? Kommen die noch alle zur Arbeit?

Christian Kausch: Da hatten wir bisher noch keine Probleme. Lediglich am Montag, als kurzfristig die Schule ausfiel, wussten einige nicht: Wo lass ich meine Kinder? Aber auch das ließ sich für die meisten regeln. Da sind wir als Arbeitgeber auch flexibel. Zu spät ist bisher noch kaum jemand gekommen.

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