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Vor einem Jahr: (v.l.) Georg Overs überreichte Stephan Köhl als Tourismus-Chef den Staffelstab. Christian Kausch, der die Amtzeit zwischen beiden überbrückt hatte, ahnte nicht, dass er ein Vierteljahr später wieder die Führung übernehmen würde. 

Tourismus-Chef: Wird der Posten noch einmal ausgeschrieben?

„Kein Selbstdarsteller mit Blendax-Lächeln“

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Tegernseer Tal - Es war das größtmögliche Desaster: Im April musste Tourismus-Chef Stephan Köhl nach nur drei Monaten gehen. Die Entscheidung, ob der Posten neu  ausgeschrieben wird, wurde nun erneut verschoben.

Eine Pressemitteilung am 1. April, die viele für einen Scherz hielten, missglückte Erklärungsversuche, viele Spekulationen: Das abrupte Ende des Arbeitsverhältnisses von Stephan Köhl ließ die Wogen im Frühjahr 2016 hochschlagen. Köhl, zuvor Geschäftsführer der Berchtesgadener Tourismus GmbH, hatte sein Amt erst im Januar angetreten. Er ist seit 1. November auch wieder als Chef-Touristiker tätig: in Bad Wildbad im Schwarzwald.

Unterdessen ist am Tegernsee die Frage seiner Nachfolge noch immer nicht entschieden. Denkbar sind zwei Varianten. Erstens: Christian Kausch, als Interims-Geschäftsführer installiert, macht einfach seine Arbeit weiter. Der gut dotierte Posten des Tourismus-Chefs wird nicht neu ausgeschrieben. Zweitens: Es gibt eine Ausschreibung der Geschäftsführung. Kausch könnte sich bewerben. Dass er Interesse hat, das 48-Mitarbeiter-Team weiter zu führen, hat er schon signalisiert.

Erst wollten die fünf Tal-Bürgermeister als Gesellschafter der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) im Herbst über die Ausschreibung entscheiden, dann zum Jahresende 2016. Jetzt ist die Rede von Januar. „Da setzen wir uns alle zusammen“, erklärt Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn. Wir, das sind neben den Bürgermeistern die Mitglieder des Beirats, bestehend aus Unternehmern und Verbandsvertretern. Der Beirat hat kein Stimmrecht, aber Hagn will eine Entscheidung, die von allen getragen wird. Schließlich soll es keine neuen Kommunikationspannen geben. Und kein Nachtreten, wenn die Entscheidung einmal gefallen ist. In der Bürgermeisterrunde hat Hagn die Sprecherrolle in dieser Sache übernommen. Schließlich ist er als Nachbar buchstäblich nahe dran: Das Haus des Gastes als Sitz der TTT steht gegenüber dem Rathaus.

Dass die Entscheidung erneut verschoben wurde, erklärt Hagn mit Terminproblemen. „Wenn von 15 Beiräten nur drei Zeit haben, geht es halt nicht.“ Darum sei nun ein Treffen im Januar angesetzt. Dort wird es um Grundsätzliches gehen: Wie soll der Chef der TTT denn sein? „Es ist die Frage, was wir wollen. Den Selbstdarsteller mit dem Blendax-Lächeln oder einen, der mit seinem Team arbeitet“, meint Hagn. Kausch sei sicher nicht der Mann mit dem Blendax-Lächeln. Den brauche das Tal auch nicht. Die TTT sei „keine One-Man-Show“, sondern ein Team mit Persönlichkeiten wie Sandra Kern, Petra Berger, Peter Rie und Claudia Mach. „Da haben wir viel Expertise.“

Argumente, die auf den oft gehörten Einwand abzielen, Kausch sei sicher ein guter Buchhalter, die TTT brauche an der Spitze aber einen Touristiker mit Strahlkraft. Ist Hagn für sich persönlich also schon zu der Entscheidung gelangt, auf eine Ausschreibung zu verzichten? „Nein, absolut nicht“, macht Hagn klar. Er wolle erst in der großen Runde mit dem Beirat alle Argumente hören und dann abwägen. Bekannt ist, dass sich manches Beiratsmitglied, zum Beispiel Hotelier Korbinian Kohler, einen neuen Mann an der Spitze wünscht.

Beiratssprecher Bernhard Kaiser, Eigentümer des Wiesseer Hotels Askania, legt sich im Vorfeld nicht fest. Aber er lässt auch keinen Zweifel daran, dass er mit der Arbeit von Kausch und seinem Team ausgesprochen zufrieden ist. „Wir haben eine solide Aufwärts-Entwicklung“, stellt er fest. Und sehr schöne Erfolge. Kausch sei es gelungen, die Verhandlungen mit der Seenschifffahrt in Sachen Teilnahme an der TegernseeCard endlich zu einem guten Abschluss zu bringen. „Das ist für uns ein gewaltiger Schritt nach vorne“, meint Kaiser. Die Adventsmärkte seien gut vermarktet worden, was die Besucherzahl habe in die Höhe schnellen lassen. Wichtig für die Gastgeber sei auch, dass die bislang in der Wiesseer Wandelhalle ausgetragene Schachweltmeisterschaft in Kaltenbrunn eine neue Heimat gefunden habe und damit im Tal bleibe. Kaltenbrunn-Pächter Michael Käfer sei den Organisatoren preislich sehr entgegengekommen, berichtet Kaiser: „Und Herr Kausch hat gute Verhandlungen geführt.“

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