Erhabener Anblick vor der Kulisse Rottach-Egerns: In ihren Gondeln ruderten die Teilnehmer des internationalen Treffens gestern über den Tegernsee und sorgten so für Staunen.
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Erhabener Anblick vor der Kulisse Rottach-Egerns: In ihren Gondeln ruderten die Teilnehmer des internationalen Treffens am Freitag über den Tegernsee und sorgten so für Staunen.

Ruderverein richtet Treffen aus

Stelldichein der Gondelfahrer: Ein Hauch von Venedig am Tegernsee

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Sie sind ein erhabener Anblick: Zehn venezianische Gondeln sind derzeit auf dem Tegernsee unterwegs. Hintergrund ist ein internationales Treffen, zu dem der örtliche Ruderclub eingeladen hat.

Tegernsee – Venedig am Tegernsee – das könnte man meinen beim Anblick der knapp zehn Gondeln, die am Freitag (30. Juli) von der Schwaighofbucht aus Richtung Gmund unterwegs waren. Bis Montag (2. August) richtet der Ruderverein am Tegernsee das internationale Gondelfahrertreffen für die CIVV aus, das internationale Komitee für Venezianisches Rudern.

Altbürgermeister Janssen brachte die Leidenschaft an den Tegernsee

Tegernsees Altbürgermeister Peter Janssen war vor etwa 30 Jahren der erste, der sich mit seiner „Mascareta“ stilvoll und im Stehen rudernd über den Tegernsee bewegte. Bei seiner Gondel handelt es sich um ein etwa sechs Meter langes und gut einen Meter breites Ruderboot, das in Venedig zum Fischen, für Sport und zu Ausflügen in der Lagune benutzt wird. „Beim Besuch des Ruderclubs in Venedig habe ich damals Blut geleckt“, erzählt Janssen, der seine Leidenschaft, im Stehen und vorwärts über den See zu rudern, längst nicht nur mit seiner Frau Ursula, sondern mit anderen Ruderbegeisterten teilt.

Sogar eine Prunk-Gondel gibt es mittlerweile am Tegernsee

Eine eigene Abteilung für venezianisches Rudern wurde im Verein gegründet, auch dank des Partnervereins „G.S. Voga Veneta Mestre“ bei Venedig. Vier Gondeln, berichtet Janssen, seien inzwischen am Tegernsee unterwegs. „Eine davon ist tatsächlich eine Prunk-Gondel, wie reiche Venezianer sie besitzen.“ Zu besonderen Anlässen des Vereins oder seiner Mitglieder, so heißt es auf der Homepage des Vereins, sei „Bella Figura“, die original venezianische Gondel, in voller Schönheit und mit all ihrer romantischen Ausstrahlung im Einsatz. 2010 hatte sie der Verein gekauft und dann ein Jahr lang liebevoll restauriert.

Teilnehmer kommen auch aus Italien und Frankreich

„Bella Figura“ – auch die gut zehn weiteren Teilnehmer des Treffens werden in ihren Gondeln auf dem See eine „gute Figur“ machen. Überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Italien und Frankreich sind Gondelfahrer dabei. „Die Teilnehmerzahl ist etwas ausgedünnt wegen Corona“, bedauert Janssen und berichtet, dass das jährliche Treffen eigentlich schon 2020 hätte stattfinden sollen. Weil er stolz ist, dass beim letzten Gondeltreffen der CIVV vor drei Jahren in Amsterdam die Wahl auf Tegernsee als Austragungsort gefallen sei, soll sich der See nun für das Treffen von seiner besten Seite zeigen. Und so gehört natürlich eine Gondeltour von Süden nach Norden zum Programm. Nach dem Anlanden beim Yachtclub in Kaltenbrunn ist eine Stärkung im nahegelegenen Biergarten geplant. Weitere Besuche in Lokalen ringsum sowie ein Besuch der Chagall-Ausstellung im Gulbransson-Museum sollen das Programm abrunden.

gr

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