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Schöner Ort, auch für Touristen - nur braucht's dafür ein TTT-Bürokratiemonster? Im Stadtrat wurde heiß diskutiert.

Stadträte führen Grundsatzdebatte

TTT-Kritik: Tegernsee will kein "Bürokratiemonster"

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Tegernsee – Braucht die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) einen Aufsichtsrat? In Tegernsee führte das Thema am Dienstagabend zu einer Grundsatzdebatte.

Der Rauswurf von Stephan Köhl als TTT-Chef nach nur drei Monaten Amtszeit hatte den Stein ins Rollen gebracht: Nach Auffassung der Freien Wähler am Tegernsee braucht es einen Aufsichtsrat, der den Gesellschaftern der TTT, also den fünf Tal-Bürgermeistern, auf die Finger schaut. Dieses Gremium, gebildet von fünf Gemeinderäten, solle ein- bis zweimal monatlich tagen. Auch ein Sitzungsgeld von 80 Euro wäre angebracht.

Bis auf Rottach-Egern, wo der Antrag noch nicht vorliegt, erteilten alle Gemeinderäte bisher eine Abfuhr. In Tegernsee versuchte FWG-Sprecher Andreas Obermüller, den Stadtrat zu überzeugen: „Es gibt beträchtlichen Informationsbedarf, das hat die Rechnungsprüfung des TTT-Haushalts gerade wieder gezeigt.“ Ein Aufsichtsrat wäre das richtige Gremium.

Bürgermeister Johannes Hagn (CSU), Mit-Entscheider in der Causa Köhl, begründete ausführlich, warum er den Antrag zwar lobend zur Kenntnis, aber dennoch ablehnen werde. Vor allem bat er um Zeit. „Es ist einiges in der Pipeline“, sagte Hagn, der engen Kontakt zum Beirat hält. Diesem Gremium, bestehend aus Vermietern und Hoteliers, solle in Zukunft mehr Beachtung geschenkt werden. Ein Jourfix wurde bereits vereinbart. Die Zeit bis zur Ausschreibung der Chefposten-Stelle 2017 wolle man dafür nutzen, Vorschläge und Kritikpunkte zu prüfen. Bis dahin bleibt Christian Kausch an der Spitze. Es könne auch gut sein, so Hagn, dass künftig ein gemeinsames Gremium aus Gesellschaftern und Beirat ans Werk geht. Derzeit arbeite man an einer neuen Organisationsform. Fest stehe bereits, dass der neue Chef vierteljährlich einen Tätigkeitsbericht vorlegen werde.

Gerade der offenbar mangelnde Informations-Fluss ist für viele ein Kritikpunkt. „Wir haben bisher nur einmal jährlich einen Riesen-Etat verabschiedet. Das war’s“, beklagte sich Martina Niggl-Fisser (Bürgerliste). Sie habe Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern und fordere daher eine bessere Kommunikation. Ein Punkt, der auch SPD-Sprecher Thomas Mandl (SPD) wichtig ist. Hagn hielt dagegen: „Man hätte jederzeit Infos einfordern können.“

Vize-Bürgermeister Heino von Hammerstein (Bürgerliste) fand es richtig, der TTT Zeit zu geben. Ein neues Gremium wäre kontraproduktiv, ein Wasserkopf und eine Entwertung von Beirat und Gesellschaftern. „Wir regeln uns doch zu Tode“, warf Thomas Maban (SPD) ein. Rudolf Gritsch (CSU) fand: Der Antrag sei in einigen Punkten zwar nachvollziehbar, „aber der falsche Weg“. Norbert Schußmann (CSU) brach eine Lanze für die TTT: „Die leistet hervorragende Arbeit, die Gäste sind zufrieden.“ Einen Aufsichtsrat hielt er für ein „Bürokratiemonster“. Sein Appell: „Hört’s auf mit dem Überwachen und dem ewigen Nörgeln.“

Mit 11:4 Stimmen wurde der Antrag am Ende abgelehnt. Zumindest für Tegernsee ist die Bildung eines Aufsichtsrats damit kein Thema mehr.

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