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Flotte Veteranen: Auf dem Schlossplatz wurden am Sonntag die Teilnehmer der Tulpenrallye präsentiert. 

Auf dem Tegernseer Schlossplatz

Tulpenrallye: Oldtimer-Präsentation im Regen

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Die Tulpenrallye, bekannteste Oldtimer-Rallye der Niederlande, startet am Montag. Am Sonntag wurden die Oldtimer auf dem Tegernseer Schlossplatz präsentiert.  

Tegernsee– Wer sein Auto liebt, der schiebt. So wie Rosita Ofting, die gemeinsam mit ihrem Gatten dem kleinen Austin Cooper lieber einen Schubs gibt, statt gleich den Motor anzulassen. Es geht schließlich nur um ein paar Meter. Das Paar aus Holland wartet an diesem Sonntag in einer langen Autoschlange darauf, mit seinem Mini-Oldie auf den Tegernseer Schlossplatz zu rollen. Dort ist großer Bahnhof für 200 Raritäten auf Rädern: Die Teilnehmer der Tulpenrallye werden präsentiert.

Es ist die älteste, bekannteste und größte Oldtimer-Rallye der Niederlande. Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) hat sich schwer ins Zeug gelegt, um sie an den Tegernsee zu bekommen (wir berichteten). Jetzt stehen TTT-Chef Christian Kausch und sein Team auf dem Schlossplatz und lassen sich die gute Laune vom Regen nicht vermiesen. Allen Teilnehmern reichen sie als Willkomme

nsgeschenk ein putziges Mini-Bier und einen Käsewürfel durchs offene Autofenster. „Sonne wäre schön gewesen“, meint Kausch. Zum Glück seien ja trotzdem viele Besucher gekommen.

Tatsächlich säumt trotz des steten Nieselregens eine beachtliche Zahl von Gästen die schmale Gasse, durch die die Autos am Publikum und den Moderatoren vorbeirollen. Die Macher der Tulpenrallye haben Bert van den Dool, in seiner Heimat als Auto-Experte bekannt, für diese Aufgabe engagiert. Enthusiastisch stellt er am Mikrofon die einzelnen Gefährte vor, erzählt Anekdoten von deren Besitzern – allerdings auf englisch, bisweilen auch holländisch. Aber er ist nicht allein: Markus Schlosser, Vorsitzender des Oldtimer-Clubs Tegernsee, moderiert ebenfalls. Souverän und mit viel Sachverstand. Eine wunderbare Veranstaltung sei das, und das Starterfeld mit 200 Teilnehmern wirklich groß, erklärt Schlosser. Die holländische Rallye ist Neuland für ihn, und doch weiß er viel zu den einzelnen Fahrzeugen zu erzählen. Trotz kleiner Sprachprobleme spielen van den Dool und Schlosser sich die Bälle gekonnt zu.

Da ist die Rede von den verrückten Engländern, die in Sachen Anreise „völlig schmerzfrei“ sind, wie Schlosser meint. Auf eigener Achse seien sie an den Tegernsee gekommen. Dabei geht es von dort aus erst los. In sechs Etappen führt die etwa 2300 Kilometer lange Strecke über Österreich, Frankreich, Luxemburg und Belgien bis nach Holland.

Bilder: Das sind die Oldtimer der Tulpenrallye

Rosita Oftings hat ihren Mini lieber per Transporter an den Start bringen lassen. Sie hofft, dass er die Strecke schafft. Das gilt auch für ihren Landsmann Ruud Muller und sein Gefährt. „Not fine“, sagt er über den Regen, der ihm auf den Kopf tropft. Muller fährt ein Alvis Cabrio aus dem Jahr 1933. Dass er selbst nass wird, stört ihn wenig. Aber er sorgt sich um die Polster seines Fahrzeugveteranen. Bei der Präsentation mit dabei zu sein, ist für Muller trotzdem Ehrensache. Aber er würde sein Auto doch gern schnell wieder ins Trockene bringen.

Kein Problem stellt der Regen hingegen für den Alfa Romeo von Jacqueline Aarts dar. „Ist ja auch ein junges Fahrzeug“, lacht die Holländerin. 1971 wurde der schicke Flitzer gebaut. Er wurde für die Rallye nicht verladen: Das Ehepaar Aarts hat den Alfa selbst von Holland an den Tegernsee gefahren. Nach der Tour wird er 3300 Kilometer mehr auf dem Tacho haben.

Bei der Rallye geht es übrigens nicht um Geschwindigkeit, sondern um Gleichmäßigkeit. Am 13. Mai endet sie in Nordwijk in den Niederlanden. „Und es ist nicht irgendeine Rallye“, meint van den Dool. „Sondern eine Institution.“

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