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Handwerker untersuchen derzeit den Zustand des Kirchturms.

Untersuchung offenbart schlechten Zustand

St. Quirin: Beim Kirchturm fehlt es himmelweit

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Seit  Herbst läuft die Sanierung der Kirche in St. Quirin. Nun wurde das Bauwerk einen Kopf kürzer gemacht: Die Handwerker haben den obersten Teil des Kirchturms entfernt - dabei kam Ernüchterndes zum Vorschein.

St. Quirin – Die Zwiebel ist weg, die Holzverschalung der Kirche in St. Quirin wurde teils entfernt. „Der Turm ist in einem schlechten Zustand“, berichtet Fidel Niggl, Mitglied der Kirchenverwaltung Tegernsee und zuständig für Bauangelegenheiten. Dies habe sich nach dem Öffnen der Holzverkleidung deutlich gezeigt. Das bringt den ursprünglichen Plan der Kirche, den Turm direkt vor Ort – also vom Gerüst aus – zu reparieren ins Wanken.

„Es hat sich rausgestellt, dass die Renovierung am Objekt nicht zielführend ist“, sagt Niggl. Möglicherweise müsse der komplette Turm erneuert werden. Auch die Fachleute vom Denkmalschutzamt seien bereits informiert. Sie haben in der Angelegenheit ein gewichtiges Wörtchen mitzureden. Und Ziel der Behörde sei es ja immer, „möglichst viel von der ursprünglichen Substanz zu retten“, meint Niggl. Ungeachtet der Untersuchung am Turm, geht die Sanierungsmaßnahme an der Kirche weiter. „Die Vorbereitungen für die anderen großen Gewerke laufen“, teilt Niggl mit.

Insgesamt ist die Erneuerung der Filialkirche St. Quirin ein finanzieller Kraftakt. Rund 1,7 Millionen Euro wird sie wohl kosten. Das Erzbischöfliche Ordinariat übernimmt 85 Prozent der Kosten, 50.000 Euro stellt der Ökumenische Kirchbauverein Tegernsee, Rottach und Kreuth zur Verfügung. Der Verein hat sich die Sanierung als erstes großes Projekt auf seine Fahnen geschrieben.

Auch die Gemeinde Gmund, zu der das Kirchlein politisch gehört, unterstützt die Sanierung mit stattlichen 42.500 Euro. Ex-Bürgermeister Georg von Preysing (CSU) hatte diese Zusage seinem Gemeinderat noch bei seiner letzten Sitzung im April abgerungen. „Die Kirche trägt zum positiven Image der Gemeinde bei“, hatte Preysing damals betont. Auch die Stadt Tegernsee, zu deren Kirchensprengel das Gotteshaus gehört, zeigt sich solidarisch und zahlt mit. Wie Rathaus-Geschäftsleiter Hans Staudacher jetzt in der Sitzung des Stadtrats mitteilte, wird Tegernsee einen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro leisten.

Lesen Sie auch: Ein Kunstschatz und die Angst vorm Feuer

Obwohl optisch eher unauffällig, zählt die Kirche an der Bundesstraße in St. Quirin religiös wie künstlerisch zu den bedeutendsten Denkmälern im Tegernseer Tal. Sie markiert die Stelle, wo um das Jahr 800 die Reliquien des Heiligen Quirinus bei ihrer Übertragung aus Rom ins Kloster Tegernsee zum letzten Mal Halt machten und wo der Legende nach damals eine heilsame Quelle entsprang.

gr/gab

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