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Der Umbau des Bastenhauses in ein Flüchtlingsheim hat begonnen. In der zweiten Jahreshälfte sollen rund 50 Geflüchtete einziehen. 

Erste Arbeiten haben begonnen

Umbau von Bastenhaus beginnt: Bald ziehen 50 Flüchtlinge ein

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Schon seit Juni 2016 sollte das frühere Hotel Bastenhaus in Tegernsee als Flüchtlingsheim dienen. Doch es  steht noch immer leer. Jetzt endlich beginnen die Umbauarbeiten.

  • Am bayerischen Tegernsee wird ein Hotel umgebaut.
  • Das Hotel Bastenhausen soll in Zukunft als Unterkunft für Flüchtlinge dienen.
  • Es gab zunächst eine jahrelange Verzögerung

Tegernsee– Die Umbauarbeiten am Hotel Bastenhaus haben begonnen. In der zweiten Jahreshälfte sollen dort Geflüchtete einziehen. Das Haus biete Platz für 40 bis 50 Personen teilt Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz mit. Es dürfte der letzte Akt eines Trauerspiels sein, das auch den Bund der Steuerzahler beschäftigt. Der hatte erst vergangene Woche erneut nachgehakt.

Tegernsee (Bayern): Hotel Bastenhausen umgebaut - Flüchtlinge ziehen ein

Wäre alles nach Plan gegangen, würden schon seit Juni 2016 Flüchtlinge in dem ehemaligen Hotel leben. Am 10. Februar 2016 hatte das Landratsamt in Vertretung des Freistaats Bayern einen Mietvertrag mit der Bastenhaus GbR geschlossen. Er gilt zehn Jahre und schreibt einen Mietpreis von 10 000 Euro pro Monat fest. Das Hotel war zu dem Zeitpunkt noch in Betrieb. Für den Freistaat schien der Vertragsschluss ein Glücksfall zu sein: Zu jener Zeit was die Landkreis-Turnhalle in Tegernsee mit Flüchtlingen belegt, der Leidensdruck groß.

Hotel-Umbau für Flüchtlinge: Jahrelange Verzögerung nach Vertragsschluss 

Doch die Hoffnung, das gerade erst geschlossene Hotel ohne großen Aufwand als Flüchtlingsquartier nutzen zu können, zerschlug sich schnell. Zum einen wollte die Stadt Tegernsee erst rechtlich sicherstellen, dass die Hotelnutzung an dieser Stelle erhalten bleibt und dort keine Eigentumswohnungen entstehen können. Zum anderen wurde klar, dass viel in den Brandschutz investiert werden muss. Die Landkreisverwaltung versuchte, den Vertrag mit der Bastenhaus GbR – bestehend aus einem Mediziner aus Weiden und einem Münchner – vorzeitig aufzulösen. Die beiden hatten daran jedoch kein Interesse. Somit zahlt der Freistaat seit vier Jahren Miete für ein ungenutztes Haus.

Tegernsee (Bayern): Brandgefährliches Material wird entsorgt

Nun endlich können die Umbauarbeiten beginnen. Ein Container wurde aufgestellt, in dem brandgefährliches Material entsorgt wird. Dort landet zum Beispiel die Deckenverkleidung aus den 70er-Jahren, wie Nemitz berichtet. Die Planung des Umbaus hat viel Zeit gekostet, die Realisierung kommt teuer. Im vergangenen Jahr war von Kosten in Höhe von 345 000 Euro die Rede. Aktuell kann Nemitz keinen Betrag nennen. Bei einem alten Haus sei man nie vor Überraschungen sicher, meint er. Vor der Abrechnung lasse sich keine Summe sagen.

Gesamtkosten stehen noch nicht fest

Das hat Nemitz auch dem Bund der Steuerzahler mitgeteilt, der im jüngsten Schreiben nach der Höhe der Gesamtkosten und einer eventuellen Kostensteigerung fragt.

Trotz aller Kapriolen zeigt sich das Landratsamt davon überzeugt, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Unterbringung gut ist. Traglufthallen zum Beispiel seien viel teurer, erinnert Nemitz. Den Kreishaushalt belaste der Umbau und auch die monatliche Miete nicht. Diese Kosten übernehme der Freistaat.

40 bis 50 Flüchtlinge sollen in zweiter Jahreshälfte einziehen

Die Regierung von Oberbayern ist auch für die Einquartierung zuständig. Ins Bastenhaus ziehen sogenannte Kontingent-Flüchtlinge ein, wie Nemitz erklärt. Heißt: Tegernsee erfüllt damit die auf Basis der Einwohnerzahl errechnete Vorgabe, wie viele Asylbewerber aufzunehmen sind. Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft sollen nicht auf Dauer bleiben, sondern nur für die Dauer ihres Asylverfahrens. Der Freistaat stellt auch einen Betreuer ein und sorgt für den Sicherheitsdienst.

Lesen Sie auch: Das Bastenhaus: Ein Fall fürs Schwarzbuch

Kritische Nachfrage zu Bastenhaus im Tegernseer Stadtrat

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