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Im Edeka trotz der Verbot: Tegernseer muss wegen Hausfriedensbruch Geldstrafe zahlen.

Angeklagter bemängelt Einkaufs-Situation

Einkauf trotz Hausverbot: Tegernseer vor Gericht

  • Nina Probst
    vonNina Probst
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Tegernsee - Ein Tegernseer (53) lässt das Hausverbot gegen ihn außer Acht und geht im Edeka einkaufen. Dafür handelte er sich eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs ein und muss jetzt zahlen.

Zwei Jahre ist es her, dass der 53-Jährige im Edeka in Tegernsee Hausverbot bekommen hat. Eine Flasche Bier hatte er mitgehen lassen und dabei ein Messer in der Tasche gehabt. Diebstahl mit Waffenbesitz lautete das Vergehen. Seither darf er den Supermarkt nicht betreten. Weil er es im April trotzdem gemacht hat, gab es eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch. Und die bescherte dem Tegernseer eine Geldstrafe.

Für den ehemaligen Bundeswehroffizier, der bis vor Kurzem kein Auto besessen hat, war das Hausverbot ein Problem. Seit der Netto in Tegernsee zugemacht hat, war es schwierig, Einkäufe zu erledigen. Vor dem Amtsgericht Miesbach sagte er: „Jetzt geht es wieder, sonst musste ich aber immer zu Fuß gehen.“ Im April hatte sich seine damalige Freundin und jetzige Verlobte nach Angaben des Angeklagten verletzt und sei auf Krücken angewiesen gewesen. Deshalb habe er sie in den Edeka begleitet. An der Kasse wurde er dann von einem Edeka-Mitarbeiter, der zur Verhandlung als Zeuge geladen war, aus dem Laden verwiesen.

Einige Einträge im Strafregister

Weil das nicht das erste Mal gewesen sein soll, gab es die Anzeige. „Er sitzt viel draußen in dem Bäckershop und lässt mich auch an der Kasse ausrufen, um zu fragen, ob er wieder hinein darf“, erzählt der 32-jährige Gmunder. Der Chef des Supermarkts ließ sich von dem Angeklagten aber nie erweichen. Sein gutes Recht, wie Richter Walter Leitner betont: „Es obliegt nicht dem Kunden zu entscheiden, ob das Hausverbot aufgehoben wird oder nicht.“ Und es gebe da auch keine Ausnahmen. Egal, ob die Freundin auf Krücken ist oder nicht. Das ließ sich im Laufe der Verhandlung sowieso nicht aufklären.

Zwar war der Angeklagte geständig, doch die Einträge im Strafregister – darunter Trunkenheit im Verkehr und Betrug – sprachen nicht für ihn. Deshalb beantragte die Staatsanwaltschaft 55 Tagessätze à 30 Euro Geldstrafe für den Tegernseer. Dem stimmte Richter Leitner zu und auch der Angeklagte hatte nichts mehr hinzuzufügen. 

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