+
Empfang zum Abschied: Bürgermeister Johannes Hagn (l.) hatte zu Ehren von Norbert Kruschwitz (M.) ins Hotel Das Tegernsee eingeladen. Mit dabei: der neue E-Werk-Chef Manfred Pfeiler, der eine launige Rede hielt.

Verabschiedung von E-Werks-Direktor Norbert Kruschwitz

Wenn der Verpfeifer vom Chef erzählt

  • schließen

Tegernsee - E-Werks-Direktor Norbert Kruschwitz wurde bei einem Empfang im Hotel Das Tegernsee feierlich verabschiedet. Und sein Nachfolger Manfred Pfeiler plauderte aus dem Nähkästchen.  

Der neue Chef des Tegernseer E-Werks: ein Whistleblower. „Oder Verpfeifer, wie man auf bayrisch sagt“, meinte Manfred Pfeiler. Bei der Verabschiedung seines Vorgängers Norbert Kruschwitz, der jetzt seinen Ruhestand antritt, verblüffte Pfeiler mit einer erfrischend humorigen Rede. Und gewährte einen tiefen Einblick in die E-Werk-Familie und den Führungsstil ihres scheidenden Chefs. 

Kruschwitz habe jedem Mitarbeiter mal die Leviten gelesen, ließ Pfeiler wissen. Ein Netzwerker mit einzigartigen Beziehungen, der ganz klar den Kurs vorgab. Ein leidenschaftlicher Macher, der auch mal zornig werden konnte, wenn die Dinge nicht so liefen. Als Leitsatz seiner Teamführung, so Pfeiler, hätte das Willy-Brandt-Zitat dienen können: „Demokratie darf nicht so weit gehen, dass darüber abgestimmt wird, wer der Vater ist.“ 

Es gab viele Lacher bei seiner Rede, Kruschwitz selbst runzelte bisweilen die Stirn. Was er geleistet hat fürs E-Werk und die ganze Region Tegernsee, hatte Bürgermeister Johannes Hagn zuvor ausführlich gewürdigt. Hagn war es auch, der zur feierlichen Verabschiedung des E-Werk-Direktors zu einem Empfang ins Hotel Das Tegernsee geladen hatte. Alle Bürgermeister des Tals waren gekommen sowie eine beachtliche Schar von Honoratioren wie Kreissparkassenchef Martin Mihalovits, Unternehmer Andreas Greither, Helmut Nanz, Vorsitzender der Olaf Gulbransson Gesellschaft, und Brauerei-Geschäftsführer Christian Wagner. 

Kruschwitz habe das E-Werk zu einem profitablen Unternehmen gemacht, betonte Hagn. Er habe den Bau der ungemein erfolgreichen Seesauna realisiert, maßgeblich zum Kauf der Tegernsee-Bahn beigetragen und die Wasserkraftanlagen auf den modernsten Stand gebracht, erinnerte der Bürgermeister. Und zum Schluss sei auch noch der Ringschluss geglückt, die Erweiterung des Stromnetzwerks um die Gemeinde Gmund. „Jetzt können Sie beruhigt in den Ruhestand gehen“, meinte Hagn. 

Die Zeit sei jetzt reif, erklärte auch Kruschwitz selbst. 69 Jahre alt ist er, sein Arbeitsleben habe er mit 65 gern verlängert, meinte er. Kurz nach Beginn seiner Dienstzeit am Tegernsee vor 20 Jahren und sechs Monaten habe ihn die Liberalisierung des Strommarktes vor eine große Herausforderung gestellt. Und nicht nur diese: „Es gab einen gewaltigen Investitionsstau.“ Mit Unterstützung einer wirklich guten Mannschaft habe er gute Ergebnisse erzielen können. Und dies in einem angenehmen Umfeld: „Die Kommunen im Tegernseer Tal sind nicht gierig“, meinte Kruschwitz. Das Unternehmen habe ohne den Druck arbeiten können, große Ausschüttungen zu erwirtschaften. Aber alle Baustellen habe er dann auch in 20 Jahren nicht abarbeiten können: „Für meine Nachfolger bleibt immer noch Einiges zu tun.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Alkoholverbot und Sozialstunden für pöbelnden Gmunder
Mit 12,60 Euro hätte er sich jede Menge Ärger ersparen können. Doch ein junger Gmunder stieg ohne Fahrschein in die BOB, wie schon so oft. Und nicht nur deshalb saß er …
Alkoholverbot und Sozialstunden für pöbelnden Gmunder
Seefest Bad Wiessee: Entscheidung am Donnerstag
Ob das letzte Seefest der Saison in Bad Wiessee stattfinden kann, ist fraglich: Die Wetteraussichten fürs Wochenende sind alles andere als optimal, am Freitag zumindest …
Seefest Bad Wiessee: Entscheidung am Donnerstag
Am Ertrinken: Darum hatte ein Mann (22) einen Riesenschutzengel
Ein 22-Jähriger aus Polen schwimmt in die Schwaighofbucht am Tegernsee hinaus - und wäre fast ertrunken. Warum es da derzeit so gefährlich ist - und warum er ein …
Am Ertrinken: Darum hatte ein Mann (22) einen Riesenschutzengel
Ordinariat sträubt sich gegen Pfarrheim-Pläne
Die Wiesseer Pfarrgemeinde wünscht sich ein schönes Zuhause. Die Pläne sind längst fertig, das Grundstück ist gekauft. Doch das Ordinariat findet: Alles ist zu groß …
Ordinariat sträubt sich gegen Pfarrheim-Pläne

Kommentare