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41-jähriger Bruckmühler auf Anklagebank in Miesbach– Opfer (16) sagt per Video aus

Verdacht des schweren Missbrauchs

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen muss sich derzeit ein 41-Jähriger aus Bruckmühl vor dem Miesbacher Schöffengericht verantworten. Zwischen September 2018 und Januar 2019 soll der Mann in der Region Tegernseer Tal in drei Situationen sexuelle Übergriffe auf die damals 13-jährige Tochter einer Arbeitskollegin verübt haben.

Tegernseer Tal/Miesbach - Sein Mandant werde sich zu den Vorwürfen nicht äußern, erklärte Verteidiger Thomas Novak. Dann folgte die Aussage der heute 16-Jährigen, in Form einer Videoaufzeichnung, um dem Mädchen die Schilderung des Geschehenen vor aller Augen zu ersparen.

Als die Mutter auf die Situation aufmerksam geworden sei, habe sie das Ganze „nicht so toll gefunden“. Deshalb hätten die Treffen nachts und draußen stattgefunden – beispielsweise auf einem Spielplatz, winters aber auch im Auto. Der Mann habe ihr kleine Geschenke gemacht, auch Liebesbriefe hätten sie sich geschrieben. Im Auto habe er sie dann auf den Mund geküsst. Im Oktober 2018 hätten sie bei einem Treffen im Auto gemeinsam eine Flasche Hugo getrunken. „Dann wurde mir schwindlig, und ich habe mich auf die umgeklappte Rückbank gelegt“, schilderte die 16-Jährige. Dort sei es dann auf Initiative des Mannes zum Beischlaf gekommen. Er habe aber gefragt, ob die Handlung für sie in Ordnung sei. Vielleicht habe sie auch zugestimmt, weil sie sich geniert habe, Nein zu sagen, räumte die Schülerin ein. Nachher habe der Angeklagte sie gedrängt, sicherheitshalber die „Pille danach“ zu nehmen. Schließlich unternahm die Schülerin einen Suizidversuch.

Sie habe niemanden gehabt, dem sie sich hätte anvertrauen können, gab sie als Grund an. Doch selbst während eines folgenden Klinikaufenthaltes habe sie mit dem Bruckmühler Briefe ausgetauscht. Nach ihrer Entlassung habe sie den Kontakt schließlich abbrechen wollen, da sie mittlerweile einen Freund gefunden habe. Weil der Angeklagte sie gestalkt habe, habe ihre Mutter ihr den Umgang mit dem Mann verboten. Ohne Erfolg: Weiterhin haben sich die beiden getroffen. So habe sie einmal bei dem Angeklagten übernachtet, wobei nichts geschehen sei. Bei einem Treffen im Auto dagegen habe er ihre Hand auf seinen Intimbereich gelegt und sie dort festgehalten. Schließlich habe eine Schulfreundin einer Lehrerin von der Sache erzählt. Die Schule kontaktierte dann die Mutter, woraufhin es zur Anzeige kam.

Der Prozess wird mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt.  

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stg

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