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Geschäftstreibende der Rosenstraße: (v.l.) Marianne Hesselink, Rita Hassenpflug, Bettina Senker, Jürgen Kaul, Ursula Bertele, Katalin und Kurt Richert, Barbara Balk und Doris Gollé. Als das Foto vor einem Jahr entstand, war noch mehr Aufbruchsstimmung zu spüren.

„Keine Ideen, keine Vorschläge, keiner will sich einbringen.“

Verein der Tegernseer Geschäftsleute steht vor dem Aus

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Er sollte der Tegernseer Geschäftswelt eine Stimme geben und ins Zentrum wieder leben bringen. Doch jetzt steht der Verein der Tegernseer Geschäftsleute vor dem Aus. Eine Ursachensuche.

Tegernsee – Leere Gesichter in einem leeren Gastraum. So lässt sich das jüngste Treffen der Vereinigung der Geschäftsleute der Stadt Tegernsee zusammenfassen. Der Vorstand hatte das ganze Nebenzimmer für die rund 30 Mitglieder reserviert, besetzt war ein Tisch. Gekommen ist an diesem Donnerstagabend wieder mal nur der harte Kern. Die, die immer kommen und den Verein seit über zwei Jahren leiten. Der Rest blieb – wie so oft – aus.

Vorsitzende Barbara Balk (Tegernseh Optik, Rosenstraße) hatte in der Einladung angekündigt, dass es dem Vorstand reicht. Dass jetzt andere die Geschicke des Vereins übernehmen müssen. Die anderen blieben fern. Die Hauptversammlung wurde vertagt. Es soll nun ein letztes Treffen geben. Sollte sich auch dann kein neuer Vorstand finden, wird der Verein aufgelöst.

Dabei hatte nach der Stabübergabe durch den Vereinsgründer, Sparkassensprecher und Stadtrat Peter Friedrich Sieben, vor zwei Jahren alles so gut ausgesehen. Balk organisierte mit dem neuen Führungsteam das Fest „Tegernsee grillt“ – ein voller Erfolg. Selten sah die Rosenstraße so belebt aus. Wenn auch nur für eine Nacht, so zeigte das Fest doch, was alles möglich wäre im Tegernseer Zentrum. Ein Jahr später folgte der Wuidaramarkt anlässlich des Bergfilm-Festivals – diesmal zwar mit Unterstützung der Stadt, aber auch wieder nur von wenigen aktiven Mitgliedern organisiert.

Auch dieser Markt war ein Erfolg, doch das Engagement blieb einseitig. Von ihren Kollegen bekam Balk nur wenig Lob, stattdessen viele Beschwerden darüber, was alles nicht gepasst habe. „Da kommt dann der Vorwurf, dass wir uns nur um die Rosenstraße kümmern“, sagt Balk entnervt. Aber von den anderen komme gar nichts. „Keine Ideen, keine Vorschläge, keiner will sich einbringen.“

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Thema: „Am Ende gibt‘s nur Verlierer“

Vorstandsmitglied Doris Gollé (Hut Schätz, Rosenstraße) bestätigt das und ergänzt: „Auch die Unterstützung der Stadt ist dürftig.“ Zwei Dinge fordert der Verein seit seiner Gründung: ein vernünftiges Parkkonzept und einen übersichtlichen Rundweg, der die Gäste auch durch Rosenstraße und Bahnhofstraße führt und nicht nur den Seesteg entlang. „Da geht nichts sichtbar vorwärts“, seufzt Balk. Irgendwann sind es die kleinen Dinge, die das Fass zum Überlaufen bringen. Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) teilte Balk an Weihnachten mit, dass die Stadt für den nächsten Wuidaramarkt ihre Buden nicht mehr zur Verfügung stellen werde. Zu viel Aufwand für den Bauhof. Das hatte gesessen.

Beim Bürgermeister sitzt dafür die Kritik des scheidenden Vorstands. Das spürt man, sogar durchs Telefon. „Sie merken, dass mir der Verein am Herzen liegt“, sagt Hagn am Ende des Gesprächs. Das mit den Buden hätte man lösen können. Hagn hätte Zelte gekauft, vielleicht hätte man sich auch die einfacher aufzustellenden Buden aus Rottach leihen können. Man hätte doch über alles reden können. Konkrete Vorschläge habe er vom Verein aber nie bekommen. Stückwerke und Zettel ja, aber nie ein Konzept. Die Stadt hätte den Geschäftsleuten angeboten, eine Webseite für sie zu bauen, eine Werbefläche steht ihnen seit Längerem in der Bahnhofshalle zur Verfügung. „Aber das ist bis heute eine leere Wand.“

Und andere Dinge bräuchten Zeit. Dazu eine Anekdote zum Schluss: Thomas Müller (Goldschmiede, Rosenstraße) hatte öffentlich gefordert, die Rosenstraße zu einer verkehrsberuhigten Zone zu machen. Tags darauf flatterten böse Briefe ins Rathaus, von Anwohnern und Geschäftsleuten. Frei nach dem Motto: wehe, wenn. „Ich muss Abstriche machen, weil ich mehr Zeit für meinen Laden brauche“, sagt die Noch-Vorsitzende. „Und da hab ich halt geschaut: Was bringt am wenigsten?“

kmm

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