Volle Bierbänke, so wie hier beim Waldfest in Tegernsee, wird es heuer nicht geben.
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Volle Bierbänke, so wie hier beim großen Waldfest im Tegernseer Schmetterlingsgarten, wird es heuer nicht geben.

Tradition fällt zum zweiten Mal in Folge aus

„Sind realistisch genug“: Vereine am Tegernsee sehen keine Chance für ihre Waldfeste

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Jahr für Jahr locken die Waldfeste der Tal-Vereine Tausende Besucher an den Tegernsee. Wegen Corona sehen die Vereine aber auch heuer keine Chance, die Feste durchzuziehen. Eine bittere Erkenntnis.

Tegernseer Tal - „Mir war schon früh im Winter klar, dass wir unser Waldfest nicht machen können“, erklärt zum Beispiel Max Breunig, Vorsitzender des FC Real Kreuth. Mit dem Waldfest seines Vereins startet für gewöhnlich Mitte Juni die Waldfest-Saison. Heuer wird man – ebenso wie vergangenen Sommer – darauf verzichten müssen. Ein Fest unter strengen Auflagen – für Breunig kaum vorstellbar: „Ein Waldfest soll ja auch Spaß machen.“ Bitter bemerkbar macht sich der Ausfall in den Kassen der Vereine. Für die meisten sind die Waldfeste die wichtigste Einnahmequelle. So auch für den Kreuther Fußballclub. „Wir schauen, dass wir mit Spenden über die Runden kommen“, sagt Breunig. Er hofft inständig, dass nächstes Jahr das Virus ein Waldfest wieder zulässt.

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Ähnlich ergeht es da dem Schneelaufverein Tegernsee. Trotzdem sehen die Vorsitzende Elisabeth Fritzsch und ihre Kollegen aus dem Vorstand heuer keinerlei Chance für das große und beliebte Waldfest im Schmetterlingsgarten. „Da sind wir alle realistisch genug“, sagt Fritzsch.

Gebirgsschützen hoffen wenigstens auf ihren Jahrtag im Oktober

Auch für Florian Baier, Hauptmann der Tegernseer Gebirgsschützen, ist das traditionelle Waldfest der Kompanie an der Gebirgsschützenhütte gedanklich bereits abgehakt. „Das Thema ist für mich ganz weit weg“, sagt Baier. Die Kompanie wäre schon froh, wenn sie im Oktober ihren Schützen-Jahrtag abhalten könnte. „Bis dahin sind vielleicht die meisten durchgeimpft“, hofft der Hauptmann.

Vorsitzender des SC Ostin: „Entscheiden dann, wenn es soweit ist“

Legendär ist das Waldfest des SC Ostin, mit dem die Festerl-Saison traditionsgemäß Anfang August beendet wird. Ob es stattfindet oder nicht – das ist für den Vorsitzenden Georg Reisberger derzeit kein Thema. „Wir entscheiden dann, wenn es soweit ist“, sagt Reisberger, der zugleich Chef der Oedberglifte ist und somit auch an dieser Front mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen hat. Für die Organisation des Waldfestes würden ja ein paar Wochen Vorlaufzeit genügen, meint Reisberger. Man könne also je nach Infektionsgeschehen und Vorgaben kurzfristig entscheiden. „Über so ein Fest“, da ist er sich jedenfalls sicher, „würden sich alle freuen“.

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