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Verlust der Landschaftsschutzgebiete: SGT will Entschuldigung vom Landkreis

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Von: Gabi Werner

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Die Stadt Tegernsee, hier ein Blick auf den Leeberg (r.) und das Schloss (l.).
Auch das Landschaftsschutzgebiet „Tegernsee und Umgebung“, hier ein Blick auf die Stadt Tegernsee mit Umgriff, dürfte aufgrund des Saurüsselalm-Urteils hinfällig sein. © Thomas Plettenberg

Die Schuld am Verlust der Landschaftsschutzgebiete schiebt der Landkreis Miesbach dem Verein zum Schutz der Bergwelt zu. Das sorgt für Empörung. Die SGT fordert eine Entschuldigung.

Tegernseer Tal/Landkreis – Das Aus der sechs großen Landschaftsschutzgebiete (LSG) im Kreis Miesbach ist vermutlich besiegelt, sobald das Verwaltungsgericht München seine schriftliche Begründung zum Saurüsselalm-Urteil vorlegt. Soweit die Faktenlage. Dass das Landratsamt die Verantwortung dafür dem Verein zum Schutz der Bergwelt zuschiebt, der trotz der entsprechenden Warnung an seiner Klage gegen den Umbau der Wiesseer Alm festgehalten hat, sorgt allerdings nicht nur beim Verein selbst, sondern auch bei der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) für „große Verwunderung“ und „Empörung“.

SGT will öffentliche Entschuldigung gegenüber Verein zum Schutz der Bergwelt

Der Landkreis selbst, so schreibt die SGT in einer Stellungnahme über den Verlust der Gültigkeit der LSG-Verordnung, habe „durch unentschuldbares Versagen diesen skandalösen Missstand“ herbeigeführt. In einem Schreiben an Landrat Olaf von Löwis und Pressesprecherin Sophie Stadler bittet SGT-Vize-Vorsitzender und Tegernseer Grünen-Stadtrat Marcus Staudacher daher um eine öffentliche Entschuldigung gegenüber dem Verein zum Schutz der Bergwelt. Darüber hinaus fordern die Talschützer „eine vorübergehende Sicherung des Status Quo, bis eine neue, rechtssichere LSG-Verordnung in Kraft tritt“. Des Weiteren behalte man sich rechtliche Schritte vor.

Schutzgemeinschaft wirft dem Landkreis Schlampereien vor

Nachdem das Landratsamt mit dem Verein zum Schutz der Bergwelt hart ins Gericht gegangen war, schreckt nun auch die Schutzgemeinschaft nicht vor deutlichen Worten zurück. Tatsache sei, dass das Landratsamt die Originalkarten „verschlampt“ und einen entscheidenden Kreistagsbeschluss zur Sicherung der LSG-Verordnung nicht protokolliert habe. Hinzu komme die Rechtsauffassung, dass ein generelles Bauverbot im LSG nicht mit geltendem Recht vereinbar ist. „Statt sich für ihre Schlampereien zu entschuldigen, wird nun einem integeren Naturschutzverband der schwarze Peter zugeschoben“, zürnt die SGT.

Saurüsselalm: SGT spricht von Versäumnissen der Kreisbehörde

Auch findet der Verein, dass das Landratsamt als Genehmigungsbehörde dem „unrechtmäßigen Treiben“ von Saurüsselalm-Eigentümer Franz Haslberger schon viel eher resolut hätte entgegentreten müssen. In vielen Punkten sei die Behörde ihren Verpflichtungen nicht nachgekommen, sagt die SGT und nennt als Beispiele den Tanzboden und die Markise, die eindeutige „Schwarzbauten“ seien. Darüber hinaus sei die Zahl der genehmigten Sitzplätze nicht eingehalten worden, die öffentlichen Belange des Arten- und Naturschutzes seien unberücksichtigt geblieben. Des Weiteren schreibt die Schutzgemeinschaft: „Die Illumination des gesamten Umgriffs ist rechtswidrig.“

Hier finden Sie einen Kommentar zum Thema Verlust der LSG-Verordnung

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