Vermögen veruntreut

Vermögensverwalter muss fast drei Jahre ins Gefängnis

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Der Prozess gegen den 55-jährigen Chef einer Vermögensverwaltung aus Tegernsee ist beendet - mit einem harten Urteil. Und dem Verurteilten droht weiteres Unheil.

Update, 3. Juli

Der Tegernseer Vermögensverwalter, der rund 1,9 Millionen Euro seiner Kunden veruntreut hat, muss ins Gefängnis. Das entschied das Landgericht München II. Die Anwältin des Angeklagten (55) versuchte noch das frühe Geständnis als strafmildernd geltend zu machen. Das wurde seitens des Gerichts auch so akzeptiert. Trotzdem sei von einer erheblichen kriminellen Energie auszugehen, mit der der Angeklagte seine Kunden getäuscht habe. Der 55-Jährige wurde zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. 

Doch dem Vermögensverwalter droht ein weiterer Prozess: Laut Tegernseer Stimme hat das geschädigte Ehepaar, das früher am Leeberg in Tegernsee gelebt hat und inzwischen in die USA gezogen ist, eine Schadensersatzklage gegen den 55-Jährigen angestrebt.

Ursprünglicher Artikel, 26. Juni

Tegernsee/München – Zwei Millionen Euro zu veruntreuen, ist schon eine hochkriminelle Angelegenheit. Dem Chef (55) einer Vermögensgesellschaft in Tegernsee wird genau das vorgeworfen. Seit gestern muss er sich vor dem Landgericht München II verantworten. Dem 55-Jährigen drohen drei Jahre Haft.

Im Ermittlungsverfahren vor der Polizei hatte der Mann ein Quasi-Geständnis abgelegt. „Er hat eingeräumt, einen großen Fehler begangen zu haben“, berichtete ein Kriminaler als Zeuge vor Gericht. Eigenen Angaben zufolge habe der Vorstands-Vorsitzende nicht gewusst, was ihn angetrieben hätte, fuhr der Zeuge fort. Und er berichtete von echter Reue, die der Angeklagte gezeigt hätte. Laut Staatsanwaltschaft sollte der Unternehmer das Vermögen der Kunden eigenständig verwalten und vermehren. 

Die Kunden sind Multimillionäre, die zum Teil in den USA leben. Im Rahmen der Finanzkrise 2008 rutschte der Wert der Fondsanteile massiv ab, in etwa auf die Hälfte. Der 55-Jährige soll im Laufe der folgenden Jahre seine Kunden in dem Glauben gelassen haben, dass der Wertverlust wieder aufgeholt werden kann. Doch das war mitnichten der Fall.

Als einer der Anleger samt Familie ausstieg, kaufte der Chef die Anteile zu einem überhöhten Preis auf und zwar mit dem Geld des anderen Kunden. Dadurch entstand ein Schaden von 1,9 Millionen Euro. Wie die unsauberen Geschäfte ans Tageslicht kamen, blieb im Prozess nebulös. Vorsitzende Richterin Michaela Welnhofer-Zeitler versuchte vergeblich einem Ermittler die damalige Situation zu entlocken, aber der Beamte konnte sich aus freien Stücken nicht mehr genau erinnern. Möglicherweise können die Zeugen etwas zur Klärung beitragen. Am Donnerstag soll der Investor kommen, der noch rechtzeitig seine Anlage zurückzog. 

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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