Nur mit Maske durften die Fahrgäste bereits im vergangenen Sommer an Bord der Tegernsee Schifffahrt. Auch heuer werden wieder besondere Hygiene-Maßnahmen gelten.
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Nur mit Maske durften die Fahrgäste bereits im vergangenen Sommer an Bord der Tegernsee Schifffahrt. Auch heuer werden wieder besondere Hygiene-Maßnahmen gelten.

„Gesundheit geht vor“

Verspäteter Saisonstart wegen Corona: Tegernseer Schiffe in Warteposition

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Ab Ende März verkehren normalerweise wieder die Schiffe auf dem Tegernsee. Nicht so in Corona-Zeiten. Der Betrieb ruht weiterhin. Man hofft allerdings auf einen Saisonstart noch im April.

Tegernsee – Wie viele andere Betriebe der Tourismus-Branche, so scharren auch die Mitarbeiter der Tegernsee Schifffahrt mit den Hufen. Nur zu gerne würden sie wieder ablegen und Fahrgäste auf ihren Schiffen begrüßen. Startklar wären sie: Die Schiffe wurden über die Wintermonate aufgehübscht und haben ihren TÜV bekommen, die Stege wurden auf Vordermann gebracht. „Wir würden uns natürlich freuen, loslegen zu können“, sagt der Tegernseer Betriebsleiter Stephan Herbst. Im Raum steht derzeit der 19. April. Doch eine Aufnahme des Betriebs müsse natürlich auch Sinn machen.

Lesen Sie hier: Corona beschert Tegernsee Schifffahrt unruhige Zeiten

Und Sinn macht er nach Angaben der Verantwortlichen nur dann, wenn auch die Infektionszahlen mitspielen. „Die Gesundheit unserer Fahrgäste liegt uns am Herzen“, betont Michael Grießer, der als Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt, die Gesamtverantwortung trägt für den Schifffahrtsbetrieb auf Königssee, Starnberger See, Ammersee und eben auch den Tegernsee. Eigentlich sind die Schiffe dem Linienverkehr zuzurechnen und unterliegen den Regelungen für öffentliche Verkehrsmittel, sagt Grießer. Theoretisch dürften sie also auch während des aktuellen Corona-Lockdowns in Betrieb gehen.

Schifffahrt will keine Anreize für noch mehr Tagesausflüge schaffen

„Das Formelle ist das eine, es geht aber auch darum, wie wir von außen wahrgenommen werden“, erläutert der Geschäftsführer. Viele würden die Schifferl und ihre Rundfahrten als touristische Attraktion betrachten – und als solche wolle man keine Anreize schaffen für noch mehr Tagesausflüge. „Viele Orte ächzen ohnehin schon unter dem Ausflugsdruck“, weiß Grießer und betont: Die Schifffahrt wolle durch ihr Abwarten einen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten.

Sollte ein Saisonbeginn tatsächlich noch im April möglich sein, wäre es ohnehin ein „Soft-Start“, sagt Grießer. Der volle Fahrplan wird am Tegernsee auch zu regulären Zeiten erst ab Mai bedient, bis dahin wären nur drei der insgesamt vier Schiffe im Einsatz. Ob der Schifffahrtsbetrieb über den Sommer dann in komplett gewohnter Form stattfinden kann, ist laut Grießer ebenfalls noch nicht klar. Beispiel Gastronomie. „Da müssen wir erst einmal schauen, was sich für den Pächter wirtschaftlich überhaupt rechnet“, sagt der Geschäftsführer. Bekanntlich betreibt die Schifffahrts-Gastronomie der Rottacher Unternehmen Peter Blümer mit seinem Partyservice.

Hygiene-Maßnahmen an Bord stehen, die Schiffe sind startklar

Ansonsten fühlt sich die Tegernsee Schifffahrt für den Betrieb in Pandemie-Zeiten gut gerüstet. Die Hygiene-Maßnahmen an Bord wurden bereits im Vorjahres-Sommer erprobt und stehen auch für heuer. Laut Stephan Herbst, der mit seiner Mannschaft erst dieser Tage die „Rottach-Egern“ als letztes Schiff der Tegernsee-Flotte nach der Winterpause zu Wasser gelassen hat, wurde die Hygiene-Ausstattung inzwischen sogar noch „professionalisiert“. Zudem hätten alle Schiffe einen komplett neuen Außenanstrich erhalten. „Durch Corona haben wir viel Zeit gehabt – wir haben sie für Verschönerungsarbeiten genutzt“, sagt Herbst.

Auch die Schifffahrts-Saison 2020 musste wegen der Pandemie vorzeitig beendet werden

Dennoch war ein Großteil der Belegschaft in Kurzarbeit. Diese Kollegen und auch die Mitarbeiter, die den ganzen Winter über in den Werkstätten gearbeitet hätten, würden gerne wieder in See stechen, meint Grießer. „Aber die Gesundheit geht vor.“

Inwieweit die Beschlüsse in der Kabinettssitzung von Mittwoch (7. April) Einfluss auf die Wiederaufnahme des Schifffahrtsbetriebs haben, lässt sich noch nicht absehen. Ministerpräsident Markus Söder hat am Mittwoch unter anderem geplanten – und Inzidenz-abhängigen – Öffnungsschritten zum 12. April eine Absage erteilt.

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