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Bei der Verhandlung vor Ort am Hotel Westerhof von Andreas Greither (r.) in Tegernsee ging es diesmal für Richterin Cornelia Dürig-Friedl (unten, M.) um das Thema Lärm.  

Westerhof-Chef Greither hat jetzt strenge Öffnungszeiten

Viel Lärm um den Westerhof: Anwohner diktieren Öffnungszeiten

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Tegernsee - Andreas Greither will sein Hotel Westerhof hoch über dem Tegernsee erweitern, doch die Nachbarn sind dagegen. Und sie haben sich in vielen Punkten durchgesetzt.

Gleich zu Beginn der Gerichtstermins vor Ort am Hotel Westerhof machte die Vorsitzende Richterin Cornelia Dürig-Friedl eines klar: Sie werde keine alten Themen aufwärmen, sondern sich nur auf neue Dinge konzentrieren, „auch wenn es hier immer wieder noch so schön ist.“ Es sollte über drei Stunden dauern, bis sich die Anwälte der klagenden Nachbarn unter dem warmen Föhn-Himmel auf die richtigen Formulierungen zu den diesmal wesentlichen Streitpunkten einigten. Die schwierige Zufahrtssituation über die einspurige Olaf-Gulbransson-Straße sollte also ebenso wenig Thema sein, wie der Knackpunkt, ob das Hotel nun in einem reinen oder allgemeinen Wohngebiet liegt, in dem unterschiedliche Grenzwerte für Lärm festgelegt sind.

Westerhof ist kein Freibad

Der komplette Tross an Anwälten, Nachbarn, Landratsamts- und damit Regierungsvertretern, drei Gutachtern sowie Bürgermeister und Bauamtsleiterin wanderte zunächst durch den Garten, wo Greither nach dem geplanten und bereits von allen Behörden genehmigten Umbau und der Erweiterung von 100 auf 138 Betten einige Liegestühle in der Wiese platzieren möchte. Dass hier nicht die Lärmwerte eines Freibads angesetzt werden könnten, war allen einleuchtend. Nach ausführlicher Erörterung einigte man sich auf einen 20-Meter breiten Schutzstreifen zu den Nachbarn.

Terrasse muss jetzt Öffnungszeiten haben

Nächster Streitpunkt: die geplante Terrasse, wo Gäste ihr Frühstück und auch den Nachmittagskaffee einnehmen sollen. Sie darf nur zwischen 7 und 18 Uhr geöffnet sein, wurde vereinbart. „Verzichten Sie in diesem Punkt auf weitere Klagen?“, fragte die Richterin sicherheitshalber in die Runde. Die Anwälte nickten, weil zudem zugesichert wurde, dass dort auf Musikbeschallung verzichtet wird.

Parkplätze dürfen teils nachts nicht benutzt werden

Der Verkehrslärm auf dem Parkplatz war der kniffligste Punkt: Nach langem Hin- und Herrechnen, Abwägen und Austauschen von verschiedenen Ansätzen der Parkplatz-Lärmstudien („Kaffeesatzleserei“, scherzte Dürig-Friedl) waren Anwälte und Gutachter einverstanden, dass neun bis zehn Autobewegungen pro Nacht für den „worst case“, also den schlimmsten Fall, ins Protokoll diktiert werden. In jedem Fall, so die Gutachter, würde die Belastung um 6 dBA unter dem Richtwert liegen. Welche Parkplätze nach 22 Uhr benützt werden dürfen, könne später immer noch per Auflage vom Landratsamt angeordnet werden.

So plant der Westerhof-Chef

Greither dürfte längst bauen, trotz Klage der Nachbarn. Doch wann tut er das? Und vor allem in welchem Umfang? „Mal langsam“, sagt Greither nach der Verhandlung, in der sein Anwalt bekannt gab, dass auf die Umnutzung des Gewächshauses und den Umbau des Personal- in ein Gästehaus verzichtet wird. Zudem werden neue Zufahrtspläne für die Erschließung des künftigen Hotels geschmiedet. 

gr

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