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Wurde aufwändig saniert und steht jetzt zum Verkauf: Die denkmalgeschützte Villa Frankenburg in Tegernsee an der Seestraße.

Besitzer verkaufen Luxus-Objekt

Villa Frankenburg: Für 8 Millionen ist sie zu haben

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Tegernsee - Sie wurde mit Millionenaufwand restauriert und dafür von der Schutzgemeinschaft sogar mit einer Auszeichnung bedacht: Die Villa Frankenburg in Tegernsee. Doch jetzt wird alles anders.

Sie ist eines der wichtigsten Tegernseer Baudenkmäler. Prinz Carl von Bayern ließ die Villa Frankenburg von Architekt Michel Tölzer zwischen 1864 und 1866 erbauen. Das ist lange her. Vor einigen Jahren drohte das Haus vom Denkmal zur Ruine zu werden. Dann kaufte das Ehepaar Rositha und Leonhard Brenner, zwei Unternehmer aus Weiden in der Oberpfalz, die Villa Frankenburg und rettete sie vor dem Verfall. Drei Jahre dauerte die Restaurierung und verschlang Millionen. Und eigentlich hatten die Brenners Großes mit ihrem Herzstück vor. 

Doch inzwischen steht die Villa zum Verkauf. Ihre Zukunft ist wieder ungewiss. Ursprünglich wollten die beiden die unteren Räume der Öffentlichkeit zugänglich machen, als Café, vielleicht mit Fotostudio oder in Form von Veranstaltungsräumen. Mit Hingabe und Ausdauer ließen die Brenners die abgehängten Decken, eingezogenen Wände, offenen Leitungen und Rohre entfernen, um sieben Wohneinheiten zurückzubauen und dem Haus seine ursprüngliche Form wiederzugeben. Wände wurden original nachgemalt, Fresken gesäubert, die Glaskuppel mit ihren Ornamenten komplett erneuert. „Oft ist es gut, wenn man vorher nicht weiß, was auf einen zukommt“, ließen die Brenners zum Ende der Sanierungsmaßnahmen mitteilen. Die Bauarbeiten seien jedenfalls ein großes Abenteuer gewesen.

Die Renovierung der Villa Frankenburg hat Millionen verschlungen.

Für die Restaurierung wurde das Paar rund um den See gefeiert. Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal verlieh ihnen den Lichtblick-Preis für ein besonderes Engagement für die Heimat. Viele hofften, dass das geschichtsträchtige Haus – in welcher Form auch immer – wieder dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden würde. Das ist jetzt gut zwei Jahre her. 

Bereits vor einem Jahr dann die Ernüchterung. Leonhard Brenner beantragte beim Bauausschuss der Stadt Tegernsee eine Nutzungsänderung. Sie sollte wieder zum reinen Wohnhaus werden, am liebsten wieder mit einer Einliegerwohnung. Die Stadt stimmte zu. Jetzt hat Brenner das Rottacher Maklerbüro Engel und Völkers beauftragt, die Villa mit ihren 20 Zimmern und sieben Bädern zu verkaufen. „In exponierter Lage auf einer kleinen Anhöhe liegt diese unter Denkmalschutz stehende Villa mit einem beeindruckenden Panoramablick auf den Tegernsee und die Berge“ ist in dem Online-Inserat zu lesen. „Die luxuriösen Wohnbereiche mit gesamt 775 Quadratmeter auf drei Etagen und zum Teil außergewöhnlichen Deckenhöhen mit bis zu über vier Metern bieten Ihnen sehr viel Platz und Großzügigkeit.“ 

Die Villa eigne sich daher als Wohnsitz für die große Familie samt Personal oder repräsentativer Firmensitz. Ein besonderes Schmankerl: Das rund 3764 Quadratmeter große Grundstück rund um die Villa, welches großzügig Platz biete „für eine weitere Bebauung wie Wellness/Fitness, Gäste, Mitarbeiter sowie für z.B. eine großzügige Tiefgarage“. Da scheint also die Reise hinzugehen. Von Café oder Fotostudio steht da nichts mehr. Die Brenners haben ausgeträumt – aber dafür wohl konkrete Preisvorstellungen: 8.250.000 Euro ist als Preis für Villa samt Grund auf der Internetplattform für Luxusimmobilien, plattform.immobilienstreifzug.com, zu lesen. Leonhard Brenner selbst möchte sich nicht zu den Gründen für seinen plötzlichen Verkaufswunsch äußern, der für viele wohl doch überraschend kommt, nachdem das Ehepaar Jahre der Arbeit in die historische Prinzenvilla gesteckt hat. Aber das, sagt Brenner, sei inzwischen Privatsache.

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