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Von Geschirr bis Verkehr: Seefeste werden nachhaltiger

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Von: Gerti Reichl

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Bei Seefesten, hier eine Archivaufnahme aus Bad Wiessee, wurde das Essen in der Vergangenheit meist auf Einweggeschirr ausgegeben. Das wird sich heuer ändern.
Bei Seefesten, hier eine Archivaufnahme aus Bad Wiessee, wurde das Essen in der Vergangenheit meist auf Einweggeschirr ausgegeben. Das wird sich heuer ändern. © Thomas Plettenberg

Großveranstaltungen wie Seefeste werden auch am Tegernsee nachhaltiger. Darauf haben sich die drei Seefestgemeinden und die Tegernseer Tal Tourismus GmbH verständigt. Erste Beschlüsse wurden gefasst.

Tegernsee – Der ökologische Fußabdruck, Ressourcenverbrauch und auch Mülltrennung sind Themen, die gerade bei Großveranstaltungen an Bedeutung gewinnen. Daher sollen die Seefeste in Tegernsee und Rottach-Egern sowie die Jubiläumsveranstaltung „#wiessee100“, die heuer das Seefest dort ersetzt, erstmals nachhaltig ausgerichtet werden. Das haben sich alle drei Seefestgemeinden mit der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) auf die Fahne geschrieben.

Lesen Sie hier: Waldfeste gehen wieder los

Im Rahmen des Leader-Projektes „Konzept zur Qualitätsverbesserung des Kulturangebots im Tegernseer Tal“ wurden mit Wirten, Gemeinden und Vereinsvertretern in Workshops Antworten und erste Umsetzungen zur besseren Nachhaltigkeit entwickelt. Unter Federführung des Nachhaltigkeitsbeauftragten Michael Götz und des Veranstaltungsleiters Peter Rie saß die TTT mit den drei beteiligten Gemeinden, der Öko-Modellregion Miesbacher Oberland sowie mit der Vivo, dem Kommunalunternehmen für Abfall-Vermeidung, an einem Tisch – und fasste auch konkrete Beschlüsse.

Seefeste werden nachhaltiger - und die Genüsse regional

„Die Gemeinden stehen hinter den Beschlüssen, jetzt geht es um die praktische Umsetzung,“ sagt Rie und betont: „Es wird Verbote geben, aber auch Gebote.“ Konkret bedeutet das: Bei den Seefesten und bei der Jubiläumsveranstaltung #wiessee100 wird es erstmals ein offizielles Plastik- und Einwegverbot für alle Standbetreiber und Schausteller geben. Zudem wird Mülltrennung zur Pflicht. So soll ein Abfallsystem den großen Müllsack ersetzen, in dem bisher der gesamte Restmüll landete. Bei der Auswahl der Produkte wird das Augenmerk auf Regionalität gelegt. Schließlich befänden sich in der Region neben dem Einzelhandel viele Direkterzeuger und Kleinbetriebe, so die TTT. Alle Anbieter von Speisen und Getränken sollen nach Möglichkeit Bioprodukte verkaufen – von Fair-Trade-Kaffee über regionale Biomilch bis zu Naturkäsereiprodukten. Zudem wird angeregt, vermehrt vegetarische Produkte auf die Speisekarte zu setzen. Die Gemeinden schaffen hierfür beschreibbare Tafeln mit dem Nachhaltigkeits-Logo an, auf denen regionale Angebote dargestellt werden können. Sie verpflichten sich darüber hinaus, künftig Öko-Strom zu nutzen.

Seefeste werden nachhaltiger: Anreise mit dem Fahrrad wird gefördert

Neben den Themen Ressourcen, Abfall und Regionalität geht es auch um Mobilität und Verkehr. Grundsätzlich soll das Shuttleangebot mit Bussen und Schiffen perspektivisch ausgebaut werden – kostenlos und mit attraktiven Verbindungen mit Bus und Schiff. Darüber hinaus sollen in allen Seefestgemeinden die Anreise mit dem Fahrrad gefördert werden. Dafür müssen vermehrt Fahrradparkplätze ausgestattet, ausgewiesen und teilbewacht werden.

Und die Feuerwerke? Werden sie unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit noch wie gewohnt bei den Seefesten gezündet? Darüber wollte gestern Abend der Stadtrat in Tegernsee reden, heute steht das Thema im Rottacher Wirtschafts- und Tourismusausschuss an. Angepeilt wird laut TTT eine einheitliche Entscheidung. 

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gr

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