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Die Bauarbeiten für die Stromtankstelle beim E-Werk Tegernsee in der Hochfeldstraße haben schon begonnen. Mitte September soll sie stehen.

Stromtankstelle soll bald stehen

Vorerst ohne Förderung: E-Werk Tegernsee legt los

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Eine Förderzusage gibt’s noch nicht. Trotzdem packt das E-Werk Tegernsee jetzt an. Anfang September wird eine Stromtankstelle neben dem Unternehmenssitz stehen. Ein Prototyp, der als Vorbild dient.  

Tegernseer TalIrgendwann ist es genug, findet Manfred Pfeiler, Geschäftsführer des E-Werks Tegernsee. Am 15. März hat das Unternehmen einen Förderantrag für sein Konzept zur Förderung der E-Mobilität in der Region gestellt (wir berichteten). Die Antwort steht noch immer aus. „Aber wir packen es jetzt an“, sagt Pfeiler. Deshalb lässt das E-Werk jetzt auf vorerst eigene Rechnung eine Stromtankstelle neben seinen Unternehmenssitz in Tegernsee stellen.

Die Bauarbeiten haben schon begonnen, die Lade-Säule selbst wartet bereits in der Garage auf ihren Einsatz. Anfang September soll die Tankstelle für Elektro-Fahrzeuge an der Hochfeldstraße stehen. Anders als die Stromtankstelle am Rottacher Wandinger-Parkplatz ist es ein Modell, das auch Gebühren abrechnet. Die Gratis-Tankstelle wird das E-Werk abbauen. Denn verschenken kann das E-Werk den Strom auf Dauer nicht. „Das war nur für die allererste Versuchsphase“, meint Pfeiler. Und die ist vorbei.

Am Anfang steht die E-Mobilität im Tal allerdings immer noch. Ziel ist es, das gesamte Gebiet mit Stromtankstellen zu überziehen. Zudem will das E-Werk ein eigenes Mietangebot für Elektroautos entwickeln: E-Carsharing. Zum Start hat das E-Werk einen BMWi bestellt. Die Lieferung ist nun für den 1. September versprochen. All dies plant das E-Werk nicht im Alleingang, sondern als Kooperationspartner der Mobilen Region Oberland (MORE). Derzeit ist die Gründung einer Gesellschaft in Vorbereitung.

Unterdessen informieren sich die Gemeinden bereits über das Konzept und die Stromtankstellen. Vor Kurzem stattete Wiessees Bürgermeister Peter Höß dem E-Werk einen Besuch ab. Gemeinsam mit Helmut Karg, der im Auftrag der Gemeinde die Entwicklung von Badehaus und Badepark vorantreibt, ließ er sich von Pfeiler und E-Werk-Vertriebsleiter Florian Appel über die Ladestationen informieren. Die arbeiten übrigens mit Strom aus Wasserkraft, Sonne oder Wind. „Der Strom muss aus regenerativen Energien kommen, sonst gibt es keine Förderung“, erklärt Pfeiler.

Für Höß ein wichtiger Punkt, wie er in einer Pressemitteilung deutlich macht. „Das Bekenntnis zum Thema Gesundheit bedingt auch eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Thema Umwelt“, findet Höß. Bad Wiessee freue sich über Gäste, aber die damit verbundenen Emissionen dürften nicht gefährden, was das Tegernsee Tal so attraktiv macht: saubere Luft und sauberes Wasser. Der schon begonnene Ausbau des Autobahnzubringers bei Holzkirchen werde zwangsläufig zu einer weiteren Erhöhung der Verkehrsdichte im Tegernseer Tal führen, meint Höß. Dies erfordere intelligente Konzepte.

Für Karg als Wiesseer Projekt-Entwickler passt E-Mobilität und Gesundheit bestens zusammen. Fahrer und Fahrzeug könnten sich zur gleichen Zeit mit Energie versorgen, der eine im Gesundheitszentrum, das ander direkt vor der Tür. Nach Hause gehe es dann „mit Sonne im Herzen und im Tank“.

Für Höß ist klar: Eine Ladestation passt bestens zum Badehaus. Er hoffe, dass auch die anderen Tal-Gemeinden sich entschließen, eine Stromtankstelle anzuschaffen. Pfeiler zufolge besteht kein Anlass zur Sorge: Auch andere Bürgermeister hätten sich schon informiert. Eben darum will er die erste Stromtankstelle nun schnell aufstellen und testen lassen. „Wir möchten etwas herzeigen können“, sagt Pfeiler. In diesem Herbst, so der E-Werk-Geschäftsführer, soll das Projekt endlich Fahrt aufnehmen.

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