BMW rauscht in die roten Zahlen - Verlust schlimmer als befürchtet

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Zwischen Wanderern und Mountainbikern kommt es immer wieder zu Konflikten (Symbolfoto).

Verhandlung vor dem Amtsgericht

Wanderer schlägt Mountainbiker im Tegernseer Alpbachtal vom Rad

Als „irrsinnige Spontan-Tat“ bezeichnete Amtsrichter Walter Leitner, was einen 45-jährigen Münchner auf die Anklagebank brachte. Bei einer Wanderung soll er einen Mountainbiker geschlagen haben.

Tegernsee – Laut Anklage hatte der Mann im August 2019 mit seiner Frau eine Wanderung vom Schliersee über die Kreuzbergalm an den Tegernsee unternommen. Als dem in der Mitte des Weges gehenden Paar auf der Forststraße im Alpbachtal eine Gruppe Mountainbiker entgegenkam, soll der Münchner einem von ihnen unvermittelt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Der 34-jährige Weyarner stürzte vom Rad und trug Schürfwunden, eine Platzwunde unter dem rechten Auge und ein Schädel-Hirn-Trauma davon. An seinem Rad entstand ein Sachschaden von rund 960 Euro, auch der Fahrradhelm und die Brille des Angegriffenen wurden beschädigt.

„Es war eine irritierende Situation“

Der Angeklagte widersprach dieser Version. Er und seine Frau hätten sich vielmehr am rechten Straßenrand gehalten. Dann seien drei Mountainbiker aufgetaucht. Er selbst habe zuerst wieder auf den Weg geschaut. Als er nach vorne gesehen habe, sei einer der drei frontal auf ihn zugeschossen, obwohl die ganze Straßenbreite frei gewesen sei. „Es war eine irritierende Situation“, schilderte der 45-Jährige. Der Radler habe weder gebremst noch auszuweichen versucht. Ganz spontan habe er sich zum Schutz seiner Frau in deren Richtung gedreht, den rechten Arm als Abwehr noch vorne gerissen: „Ich habe dann einen Aufprall gespürt, dann stürzte der Biker unterhalb von uns.“

Begleiter kümmerte sich um den Verletzten 

Dessen Begleiter hätten sich sofort um den Verletzten gekümmert, einer von ihnen habe gerufen: „Du blutest ja.“ In dem Moment habe er allerdings wenig Mitleid empfunden, da schließlich der Weyarner den Zusammenstoß provoziert habe. „Wir waren ja hier die Geschädigten“, versuchte der Angeklagte sein Verhalten zu rechtfertigen. Dann sei es zu einem Streit gekommen. Der Weyarner habe versucht, seine Frau am Rucksack zurückzuhalten. Dann hätten sie ihre Wanderung fortgesetzt, um am Tegernsee schwimmen zu gehen.

Augenzeuge alarmierte die Polizei

Die Zeugenaussage des Geschädigten klang indessen anders. Auf der Forststraße sei links eine Traube von etwa zehn Wanderern unterwegs gewesen. Der Münchner und seine Frau seien dagegen in der Mitte gegangen. Er habe damit gerechnet, sie würden nach rechts ausweichen und habe gebremst, um zwischen dem Paar und der Gruppe durchzufahren, da hier mit zwei Metern Abstand genügend Platz gewesen sei. „Dann hat es plötzlich geknallt: Ich habe einen Schlag gespürt und bin in den Straßengraben gestürzt“, sagte er. Er habe erst wieder zu sich kommen müssen, seine Freunde hätten sich um ihn gekümmert. Im Verlauf der folgenden Auseinandersetzung habe ihm der 45-Jährige gedroht, er solle die Polizei nicht verständigen. Dies habe ein Augenzeuge aber dann getan. Ein Krankenwagen habe ihn ins Krankenhaus gebracht, wo ihn die Polizisten befragt hätten.

Als weitere Zeugen wurden die beiden Sportsfreunde vernommen sowie ein damaliger Passant. Auch er erinnerte sich, dass der Münchner in aggressiver Haltung den Weg versperrt und dann zugeschlagen habe.

Schuldspruch für den Angeklagten

Während Verteidiger Timo Westermann auf Freispruch plädierte, sah der Staatsanwalt die Behauptung einer Schutzhandlung als widerlegt an. Er lastete dem Angeklagten zudem an, den Verletzten einfach zurückgelassen und selbst in der Verhandlung keine Reue gezeigt zu haben.

Richter Leitner verhängte eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 80 Euro. Außerdem muss der Münchner 2500 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen. „Sie haben einfach alles falsch gemacht“, begründete Leitner das Urteil: „Sie haben zugeschlagen, dann sind sie abgehauen, haben sich polizeilich suchen lassen, und dann denken sie sich da einfach irgendwas aus.“

Von Stefan Gernböck 

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