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Fundstücke vom Ufer des Tegernsees: Alte Bierflaschen-Stöpsel aus Keramik und – als Beifunde – alte Arzneimittel- und Parfümfläschchen.

Interview mit Sammel-Verrücktem

Warum Peter Hulanksy im Tegernsee Bierflaschen-Stöpsel sammelt

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Peter Hulansky hat ein ungewöhnliches Hobby: Er sammelt Flaschen-Stöpsel aus Keramik. Auch am Tegernsee ist er schon fündig geworden. Wie kommt er zu dieser Leidenschaft?

Tegernsee - Es ist nicht ungewöhnlich, dass jemand Mineralien, Briefmarken oder Muscheln sammelt. Aber Bierflaschen-Stöpsel aus Keramik? Dieses Hobby hat Peter Hulansky aus der unterfränkischen Gemeinde Gerbrunn vermutlich exklusiv. Was ihn antreibt, erläutert der 57-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung.

Herr Hulansky, wie wird man zum Bierflaschen-Stöpsel-Sammer?

Hulansky: Durch einen Zufallsfund auf dem Weg zur Arbeit. Die Stöpsel haben am Wegesrand aus dem grünen Gras und der brauen Erde weiß hervorgeblinkt. Ich habe mit dem Rad angehalten und geschaut, was das überhaupt ist. Ich bin ein Fan des Würzburger Hofbräu und habe gleich einen Hofbräu-Stöpsel gefunden. Dann habe ich mir Zeit genommen. Zu Fuß habe ich den Radweg abgeklappert. Da habe ich immer mehr Stöpsel entdeckt. Dann hat irgendeine Baufirma begonnen, in diesem Bereich herumzubaggern. Durch diese Erdbewegung sind noch viel mehr Stöpsel herausgekommen.

Wie viele haben Sie inzwischen in Ihrer Sammlung?

Hulansky:Es sind schon ein paar Tausend. Nicht jeder Stöpsel ist schön, viele haben keine Aufschrift, einige sind abgebrochen oder verblasst. Man muss zehn Stöpsel finden, um einen zu haben, der einigermaßen aussagekräftig ist. Es macht auch wenig Spaß, wenn man von derselben Brauerei 587 gleiche Stöpsel findet.

Was machen Sie mit baugleichen Stöpseln?

Hulansky:Wenn man sie mühsam gesammelt hat und zu Hause erst feststellt, dass sie baugleich sind, dann behält man sie halt.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, auch in Tegernsee zu sammeln?

Hulansky:Auch das war purer Zufall. Ich bin mit einer Familie im Urlaub zum Baden gegangen. Da sagt der Kleine meines Neffen: „Was ist denn das?“ Ich denke: „Mich trifft der Schlag.“ Hat der Kleine doch so einen Keramik-Stöpsel gefunden. Da habe ich sofort die ganze Familie eingespannt, und wir sind ins Unterholz ausgeschwärmt. Wir haben eine Handvoll Stöpsel zusammengesucht. Wenn wir in Tegernsee sind, suche ich immer die Fundstelle ab. Jedes Mal, wenn wir kommen, finden wir ein paar Stöpsel.

Ihre Familie scheint hinter Ihrem Hobby zu stehen?

Es wäre übertrieben, wenn man es so nennt. Sie sehen es eher ironisch, so wie ich selbst auch. Es geht mir nicht um Schätze, sondern um den Spaß.

Was macht am Stöpselsuchen Spaß?

Hulansky:Das Suchen, das Finden, das Sammeln. Und das Feststellen: „Hoppala, den habe ich ja noch gar nicht.“ Das ist Sammlerspaß. Ob man jetzt Schmetterlinge, Bierdeckel oder Briefmarken sammelt – völlig wurscht.

Ihr Freundeskreis beurteilt das Hobby vermutlich ähnlich?

Hulansky:(lacht). Ja. Sie sagen: „Lass ihn mal machen.“

Wie viel Zeit steckt in Ihrer Sammlung?

Hulansky:Man bückt ich, man hebt das Zeug auf, muss es sauber machen, man muss mit der Kneifzange die verrosteten Drähte rauspopeln. Das dauert immer ein paar Stunden.

Haben Sie in Ihrem Leben jemals schon einen anderen Bierflaschen-Stöpsel-Sammler getroffen?

Hulansky:Nein. Nicht direkt. Aber ich kenne einige Leute, die alles von Brauereien sammeln – von Bierdeckeln über Krüge bis hin zu Reklame-Schildern. Da gehören Stöpsel dazu. Aber reine Stöpsel-Sammler kenne ich sonst nicht.

Was sind Ihre ältesten Fundstücke?

Hulansky:Ich kann nur schätzen. Die Stöpsel sind von den 1920er- bis in die 1950er-Jahre verwendet worden. Dann haben immer mehr Brauereien auf Kronkorken umgestellt.

Sammeln Sie auch in anderen Orten als Würzburg und Tegernsee?

Hulansky:Nein, weil ich noch keine anderen Zufallsfunde gehabt habe. Sollte ich in irgendeiner mir unbekannten Flur einen Stöpsel finden, werde ich natürlich sofort eine dritte Sammelstelle aufmachen (lacht).

Sind Sie historisch interessiert?

Hulansky:Mich interessiert Geschichte generell. In Würzburg bin ich beispielsweise bei der Geschichtswerkstatt dabei. Und ein Bier trinke ich auch gerne mal. Wobei ich Wert auf die Feststellung lege, dass ich auch Mineralwasser-Stöpsel-Sammler bin. (lacht)

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