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Rund um den Tegernsee wird sich im Jahr 2017 einiges tun. Unter anderem sind etliche Hotel-Neubauten geplant.

Abrisse, Neubauten und vieles Mehr

Was auf das Tal 2017 alles zukommt - unser Jahresausblick

Rund um den Tegernsee, in Waakirchen und Kreuth wird 2017 fleißig gebaut. Lange geplante Großprojekte werden nun verwirklicht. Was sich die Gemeinden sonst noch so vorgenommen haben:

Bad Wiessee

In Bad Wiessee dürfte 2017 das Jahr des großen Umbruchs werden – beziehungsweise des Abbruchs. Im späten Herbst ist der Abriss des Jodbads vorgesehen, an dessen Stelle die Firma Sports Medicine Excellence (SME) ein nobles Gesundheitshotel setzen will. Vielleicht werden Ende des neuen Jahres auch das Haus des Gastes und das Hotel Lederer abgebrochen. Sie machen einem neuen Luxushotel, Büros, Läden und Wohnungen Platz. Die Planung will das Büro von Thomas Strüngmann, der das Areal an der Seepromenade für seine vier Kinder gekauft hat, Anfang 2017 vorstellen.

Für die Gemeinde ist vor allem ihr eigenes Projekt wichtig: das neue Jodbad. „Das steht an absolut erster Stelle“, erklärt Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Der edle Neubau nach den Plänen des Architekturbüros Matteo Thun wird neben dem Badepark errichtet. Kosten wird es der jetzigen Kalkulation nach 5,5 Millionen Euro, wobei die Gemeinde großzügige Zuschüsse des Freistaats erwarten darf. Baubeginn soll Mitte 2017 sein. Das alte Jodbad ist seit Weihnachten geschlossen. Der Badebetrieb geht spätestens am 1. Februar weiter. Die Gemeinde hat im ersten Stock des Badeparks ein Übergangsdomizil fürs Jodbad eingerichtet. „Wir sind sehr froh, dass das möglich war“, sagt Höß.

Tegernsee

Die Stadt ist gespannt: „Im ersten Quartal soll der Bauantrag für das Krankenhaus-Grundstück vorliegen“, sagt Bürgermeister Johannes Hagn (CSU). „Diese Frist haben wir gesetzt.“ Die Planquadrat GmbH, die auch die Tegernseer Villen in Bad Wiessee hochzieht, wird auf dem ehemaligen Krankenhaus-Areal 70 Millionen Euro investieren: für ein Hotel mit rund 130 Zimmern sowie drei Mehrfamilienhäuser mit 80 bis 90 Wohnungen. 7000 Quadratmeter Wohnfläche entstehen insgesamt, davon werden 2000 Quadratmeter im Tegernseer Modell – also nach einem Punktesystem – vergeben. „Wir reden hier von drei bis vier Jahren Bauzeit“, sagt Hagn.

Und dann kommt auch noch der Feuerwehrhaus-bau, ebenfalls neben der Schule. „Das wird eine Riesen-Belastung für Anwohner und auch Schüler der benachbarten Grundschule“ , ist sich Hagn bewusst. Weil quasi eine ganze Generation Schulkinder mit der Baustelle aufwachsen wird, soll das Projekt mit allen seinen Facetten zum Schulstoff werden. Gespannt ist die Stadt auch auf die Verwirklichung der Baupläne für eine Klinik und ein Frischzellen-Sanatorium an der Perronstraße in Tegernsee-Süd. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, so der Rathauschef, dass alter Baumbestand erhalten bleiben kann. Sanierungsarbeiten am Wasserleitungsnetz und die Alpbach-Überquerung am Bauhof sind Pflichtaufgaben für 2017.

Gmund

Die Neugestaltung des Bahnhofareals wird das dominierende Thema in Gmund. „Wir führen weiter Gespräche mit möglichen Investoren für ein geplantes Hotel“, sagt Rathauschef Georg von Preysing (CSU). Wenn man klarer sehe, werde ein Bebauungsplan, dessen Aufstellung schon grundsätzlich beschlossen sei, konkret erarbeitet. Er wird auch einen Bus-Parkplatz und eine Tiefgarage zum Inhalt haben.

Dann sollen einige Projekte, die teilweise mehrmals verschoben wurden, endlich umgesetzt werden: die Sanierung der Seestraße zum Beispiel oder der Geh- und Radweg zwischen Dürnbach und Finsterwald. Am Bahnhalt Moosrain sollen Parkplätze gebaut und ein behindertengerechter Zugang zum Bahnsteig geschaffen werden, auch das Planfeststellungsverfahren für den Ausbau des Moosbachs in Moosrain steht an. Zu Ende gebracht wird der Bau der Gemeinde-Häuser an der Hirschbergstraße.

Kreuth

Auf der Agenda 2017 hat Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) eine Fülle kleinerer Projekte – nachdem der große Plan, das Gelände der ehemaligen Krankenanstalt Dr. Heinz May zu kaufen, sich in absehbarer Zeit nicht realisieren lässt (wir berichteten). Dort wollte die Gemeinde für 18 günstige Wohnungen sorgen, im Rahmen eines Einheimischenprogramms Baugrundstücke ausweisen und ein Gewerbegebiet schaffen.

Schnell anpacken will Bierschneider nun die Sanierung der beiden Wohnungen im Feuerwehrhaus Scharling. Sie werden zu einer größeren Einheit verbunden. Einiges verändern will Bierschneider auch im Feuerwehrhaus Kreuth. Dort müssen die Garagen höher werden, um Raum für die Fahrzeuge zu gewinnen. Eine Erweiterung ist auch beim Bauhof vorgesehen. Er bekommt eine Waschhalle und eine zusätzliche Garage. Und natürlich hofft man auf gute Nachrichten aus Wildbad Kreuth. Bierschneider ist sehr daran gelegen, dass nach dem Auszug der Hanns-Seidel-Stiftung wieder Leben in den herzoglichen Prachtbau einzieht. Doch bislang hat Herzogin Helene nur verlauten lassen, sie sei mit Investoren im Gespräch.

Waakirchen

2017 wird die Gemeinde Waakirchen gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim erste Überlegungen anstellen, wie eine Verkehrsentlastung für Waakirchen aussehen könnte. Im neuen Bundesverkehrswegeplan hat die Umgehung der Ortsdurchfahrt höchste Priorität bekommen, nun geht es in die Planungsphase.

Zudem soll die Waakirchner Feuerwehr endlich eine größere Unterkunft bekommen. „Das musste in den vergangenen Jahren immer wieder hintanstehen“, sagt Bürgermeister Sepp Hartl. Dabei ist das jetzige Domizil deutlich zu klein. Weil für die vier Fahrzeuge Garagen fehlen, muss sich die Wehr mit Notlösungen behelfen. Überlegungen, wo vielleicht ein neues Feuerwehrhaus entstehen könnte, gibt es schon eine ganze Weile. Ein passender Standort ist aber noch nicht gefunden. „Ich denke, es wird eher auf einen Anbau des jetzigen Hauses hinauslaufen“, meint Hartl. Entschieden sei aber noch nichts.

Weit oben auf der Prioritätenliste steht auch die Vermarktung des Gewerbegebiets am Brunnenweg. Die Fläche wurde erweitert, um der Firma Biolink mehr Platz zu verschaffen. Biolink will trotzdem nicht bleiben und hat angekündigt, 2020 nach Bad Tölz umzuziehen. Die Gemeinde treibt die Erweiterung der Gewerbefläche dennoch voran und hofft, dass sich neue Betriebe ansiedeln. Zudem will die Gemeinde Wohnungen für Einheimische schaffen, die wenig Geld zur Verfügung haben. Darum hat Waakirchen das alte Bahnhaus in Schaftlach gekauft. Es muss jetzt nur noch saniert werden.

Rottach-Egern

Weil die Gemeinde nicht jedes Jahr mit einem Millionenprojekt aufwarten will und kann, wird 2017 Angefangenes zu Ende gebracht: Der Bauhof soll im Januar in sein neues Domizil umziehen, der zweite Abschnitt der Suttenstraße wird ausgebaut. Dieses Projekt war ohnehin auf zwei Jahre ausgelegt, sagt Bürgermeister Christian Köck (CSU).In diesem Zusammenhang soll das Erholungsgebiet an der Sutten aufgewertet und auch mit Breitband erschlossen werden. Am Gsotthaberhof entsteht der neue Reifekeller der Naturkäserei, die Gemeinde leistet Vorarbeit. Auch der Spielplatz dort wird umgebaut und aufgewertet. „Das soll ein Zentrum und eine runde Sache für Familien und Erholungssuchende werden“, hofft Köck.

Vorangetrieben werden die Planungen für einen zweistöckigen Bau am Schulgelände. Dieser ersetzt den bisherigen Bungalow aus dem Jahr 1969. Die komplette Grundschule soll darin untergebracht werden, eine offene Ganztagesschule ist außerdem geplant. Auch die Modernisierung des Umkleide- und Toilettengebäudes an der Popperwiese steht im nächsten Jahr an. Insgesamt eine Liste von Maßnahmen, von denen die Bürger in Rottach-Egern direkt profitieren.

gr/jm

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