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Zahlreiche Sänger und Musiker der Kantorei Tegernsee füllen bei den jährlichen Weihnachtskonzerten, hier im Jahr 2014, den Altarraum der Kirche. Zulässig ist das wegen des Brandschutzes aber nicht.

In der ehemaligen Klosterkirche gibt‘s zu wenig Fluchtwege

Mangelnder Brandschutz: Wie geht‘s weiter mit den Tegernseer Schlosskonzerten?

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der Brandschutz macht auch vor der Kirche nicht Halt. Weil nicht genügend Fluchtwege da sind, werden die großen Schlosskonzerte in der Tegernseer Pfarrkirche nicht mehr in gewohnter Form stattfinden können.

Tegernsee – Schon länger ist der Pfarrverband Tegernsee-Egern-Kreuth damit beschäftigt, ein ordentliches Brandschutzkonzept sowohl fürs Pfarrzentrum Quirinal als auch für die ehemalige Klosterkirche zu erarbeiten. Doch kurz vor Weihnachten wurde bei einer Sitzung mit den verantwortlichen Brandschützern klar: So lange kann die Pfarrkirche St. Quirinus in Tegernsee nicht warten, hier muss schleunigst etwas passieren. „Uns wurde gesagt, hier besteht Gefahr für Leib und Leben“, erklärt Pfarrverbandsleiter Walter Waldschütz auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung.

Die Frage sei nun zum einen, wie die eigentliche Nutzung der Kirche, nämlich die für Gottesdienste, sicher gestellt werden könne. Zum anderen gehe es um das Konzertangebot in dem Gotteshaus, macht der Pfarrer deutlich. Der einzige Fluchtweg aus der ehemaligen Klosterkirche führt derzeit nämlich durch die Sakristei. Wenn – wie bisher bei den großen Schlosskonzerten – aber der gesamte Altarraum mit Sängern und Musikanten gefüllt ist, ist dieser Fluchtweg im Panikfall blockiert.

Lesen Sie hier: St. Quirinus: Ein Kunstschatz und die Angst vorm Feuer

Bis zu 80 Mitwirkende, so schätzt Waldschütz, seien bei diesen Darbietungen zugegen. Auch die zusätzliche Bestuhlung für die Zuhörer im Mittelgang und an den Seiten der historischen Kirche seien für die Zukunft „ein absolutes No-Go“, sagt Waldschütz. Konzerte in dieser Form werde es daher nicht mehr geben. „Das kann ich mir als Pfarrer nicht leisten“, meint Waldschütz. Selbst auf der Empore könne man künftig nicht mehr so viele Sänger und Musiker zulassen wie bisher. Die Zahl wurde von 50 auf 30 herunter geschraubt.

Die beiden bereits angesetzten Konzerte am Zweiten Weihnachtsfeiertag und an diesem Samstag (5. Januar), wenn Kantor Sebastian Schober ab 17 Uhr anlässlich des Dreikönigstages mit Chor, Orchester und Solisten das Oratorium „The Messiah“ von Georg Friedrich Händel zur Aufführung bringt, blieben noch im Programm bestehen. Um die Veranstaltungen durchziehen zu können, hat man laut Waldschütz einige Sofortmaßnahmen ergriffen. So wurden am Durchgang der Sakristei Panikschlösser eingebaut. „Die Türe muss von innen immer zu öffnen sein“, erläutert Waldschütz. Als weitere Vorsichtsmaßnahme wird bei dem Konzert eine größere Anzahl an Feuerwehr-Kräften und Brandschutzbeauftragten vor Ort sein, um in Notfall eingreifen zu können. Mehr als 400 Zuhörer waren in der Vergangenheit bei den weihnachtlichen Konzerten dabei.

Auch die Krippenfreunde hat es bereits erwischt: Wegen Brandschutz: Kripperlschaun im Tegernseer Quirinal fällt flach

Insgesamt ist es etwa eine Handvoll Großkonzerte, darunter auch eines im Rahmen der Tegernseer Woche, das von den verschärften Brandschutzvorschriften betroffen ist. Für die Zukunft, so erklärt auch Bürgermeister Johannes Hagn, müsse man sich nun eine neue Form und Struktur für die Darbietungen überlegen. Die Tatsache, dass die Lage in der Kirche derart akut sei, habe die Verantwortlichen der Kirche und der Stadt „sehr kurzfristig“ ereilt. Ein neues Konzept für die Konzerte müsse nun schnellstmöglich erarbeitet werden, schließlich müssten die Programme, etwa für die Tegernseer Woche, ja auch veröffentlicht werden.

Hier lesen Sie den Bericht über das Krönungskonzert in der Tegernseer Kirche

Eine Herausforderung also für den zuständigen Kantor Sebastian Schober, der sich auf Nachfrage aber nicht näher zu dem Thema äußern möchte. Nur so viel: „Es sieht so aus, als müssten die Konzerte nun anders organisiert werden.“

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