+
Die künftigen Bauten des Hotels Der Westerhof zeigt diese vom Bauherrn freigegebene Animation. 

Schutzgemeinschaft erneuert Kritik

SGT protestiert gegen Westerhof-Pläne: „Respektlosigkeit gegenüber der Tradition“

  • schließen

Noch bis 7. Oktober läuft die Einspruchsfrist gegen die Westerhof-Pläne. Die Schutzgemeinschaft legt erneut Protest ein.

Tegernsee – 134 Zimmer mit 270 Betten, 50 Personalzimmer in einem bergseitigen Bau, Chalets an der Olaf-Gulbransson-Straße und ein Wellnessbereich in terrassierten Hang: Andreas Greither will aus seinem Hotel Der Westerhof ein luxuriöses Gesundheitshotel machen. Zwar wird das Mega-Projekt von der Mehrheit des Stadtrats unterstützt, Kritiker sagten jedoch zuletzt im Stadtrat, dass „das Ding überdimensioniert“ sei. Noch ist das Bebauungsplanverfahren nicht abgeschlossen. Dies ist auch der Grund, warum ein konkreter Bauantrag, den Greither bereits eingereicht hatte, vom Stadtrat abgelehnt werden musste. 

Über 50 Privatleute protestieren gegen das Projekt. Bis 7. Oktober haben sie und auch Behörden erneut Gelegenheit, ihre Stellungnahmen abzugeben. Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) hat ihre Kritik, die sie im Dezember 2013 schon geäußert hatte, nun erneuert und in ausführlicher Form bei der Stadt eingereicht.

Lesen Sie hier: Streit um Projekt an der Perronstraße

Dass nach Abriss und Neubau von dem „einst geschichtsträchtigen Ort“, mit dem das Hotel wirbt, nichts mehr übrig bleibe, sei für die SGT eine „Respektlosigkeit gegenüber der alten Tradition des Klosterhofs“. Überhaupt werde „die kulturelle Einheit in Verbindung mit Kloster, Kirche und bäuerlichem Fundament unentschuldbar gestört“, schreiben Angela Brogsitter-Fink und der SGT-Vorstand angesichts des Bauvolumens. 15 000 Quadratmeter würden überbaut, die von der Seeseite sichtbare Gesamthöhe von 38,5 Metern würde sogar die Schlossfassade übertreffen.

Protest gegen Westerhof-Pläne in Tegernsee: „Nur der Bauherr profitiert“

Was den Tourismus betrifft, so ist die SGT überzeugt, dass Gäste diesen „hier zur Schau gestellten Gigantismus“ nicht wünschen. Touristen würden eher traditionelle Werte und Nachhaltigkeit, intakte Natur und echtes Brauchtum wünschen, was die Destination auch stark mache. Nur der Bauherr würde profitieren, nicht der Bürger, glaubt die SGT.

Zweifel hat die Schutzgemeinschaft an der Behauptung der Stadt, dass Wirtschaftlichkeit eine gewisse Größe voraussetze. Bis zu 120 Betten wären laut SGT ein ausreichendes Maß, mit dem der Westerhof wohl auch wirtschaftlich zu betreiben sei. Auch zu den Georiskiken nimmt die SGT Stellung: Durch die Verdoppelung der bisher überbauten Fläche würden sich die Hangstabilität verschlechtern und Entwässerungsrisiken zunehmen.

Westerhof: Unangekündigte Geobohrungen

Bei der „ungeklärten Verkehrsproblematik“ schließt sich die SGT den Sorgen der Nachbarn an. Die wunderten sich erst kürzlich über Geobohrungen an der Olaf-Gulbransson-Straße, die der Bauherr offenbar unangekündigt durchführen ließ und die teilweise auch Schäden verursachten.

Das Fazit für die SGT: Sie bittet den Stadtrat, die Entscheidung im Interesse aller Bürger und Gäste zu überdenken. 

 gr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Coronavirus - Retter mit flammendem Appell an Ausflügler: „Unsere Berge werden leider immer noch überrannt“
Trotz des Coronavirus zieht es viele Ausflügler bei schönem Wetter in die Berge und an den See. Lebensgefährlich, finden die Retter im Landkreis - und appellieren an die …
Coronavirus - Retter mit flammendem Appell an Ausflügler: „Unsere Berge werden leider immer noch überrannt“
Große Investitionen geplant: Park-Hotel sucht strategischen Partner
Das Gerücht hält sich hartnäckig am Tegernsee: Das Park-Hotel Egerner Höfe in Rottach-Egern sei im Begriff, verkauft zu werden. Jetzt spricht Eigentümer Klaus-Dieter …
Große Investitionen geplant: Park-Hotel sucht strategischen Partner
„Wachen Sie auf!“: Tegernseer Zahnarzt schickt in Corona-Krise Hilferuf an Jens Spahn 
Hat die Politik die Zahnärzte vergessen? Dr. Siegfried Marquardt aus Tegernsee hat einen Brief an Jens Spahn geschickt. Darin spricht er von einem „unfassbaren Skandal“. 
„Wachen Sie auf!“: Tegernseer Zahnarzt schickt in Corona-Krise Hilferuf an Jens Spahn 
Mangfallsteg in Gmund ab sofort gesperrt
Der bei Spaziergängern beliebte Mangfallsteg in Gmund steht ab sofort nicht mehr zur Verfügung: Weil Mängel an der Standsicherheit zutage getreten sind, wurde der …
Mangfallsteg in Gmund ab sofort gesperrt

Kommentare