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Romantisch, immer aktiv, einfach schön: So präsentiert sich unsere Region im Social Web.

Und was Gastwirte und Touristiker dafür tun

Wie unsere Region auf Facebook ankommt

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Ob Bräustüberl-Wirt, Café-Betreiberin oder Touristiker: Sie alle haben das Marketing-Potenzial von Facebook entdeckt. Wir haben uns umgehört, wie die Region virtuell so ankommt.

Die Haxe schmeckt auch virtuell. Ganze 885 Mal, um genau zu sein. „Na, wer hat jetzt auch Hunger?“ hat das Tegernseer Bräustüberl bei Facebook über das Bild einer Schweinshaxe mit Kartoffelsalat geschrieben. Die Kommentare der „Bräu-Fans“ lassen nicht lange auf sich warten. „De Haxn schreit nach mir“, postet jemand. Ein anderer fragt: „Liefert Ihr bis Dortmund?“ 77 Mal wird der Beitrag am Ende geteilt. Die Haxe des Bräustüberls wandert so über Schreibtische und Smartphones in aller Welt. Eine Reichweite, die konventionelle Werbekampagnen locker in den Schatten stellt – und obendrein nur wenig kostet.

Was beim Bräustüberl Schweinshaxn und Bier sind, sind für die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) Berge und See. Unzählige Fotos reihen sich auf der Facebook-Seite der Touristiker aneinander. Der Tegernsee im zarten Frühnebel, der Tegernsee im Abendrot, der Tegernsee vom Wallberg aus. Die Fans überbieten sich mit Liebeserklärungen in Form von Herzchen oder Kommentaren im Stil von „sooo schööön“.

Was am Tegernsee am besten geht: Bilder vom Tegernsee

Das findet auch Christoph Schempershofe. Er ist bei der TTT für das Online-Marketing verantwortlich und betreut damit auch die offizielle Facebook-Seite „Der Tegernsee“. Die ist von 13.000 Fans im Dezember 2014 auf mittlerweile fast 40.000 angewachsen. „Organische Werbung“ nennt Schempershofe diesen Effekt. Heißt: Die TTT kommt mit den Leuten ins Gespräch, ohne dafür teure Werbung schalten zu müssen. „Bilder von unserer schönen Gegend sind dafür ein guter Türöffner“, sagt Schempershofe. Oft würden die Gäste diese sogar selbst einreichen. „Dann nimmt es richtig Fahrt auf“, erklärt der Experte. Aus zufriedenen Kunden werden Markenbotschafter, die neue Gäste ins Tal locken.

Auch wenn es sich im ersten Moment so anhört: Ein Selbstläufer ist ein Facebook-Kanal nicht. Vielmehr bedarf es einer intensiven Betreuung, denn die Fans wünschen sich Kommunikation. Nicht nur untereinander, sondern auch mit der TTT. „Es wäre eine Katastrophe, wenn man auf Anfragen nicht schnell genug antwortet“, betont Schempershofe.

Das weiß auch die Miesbacher Café-Betreiberin Elisabeth Schwojer. Sie bringt es mit ihrem „Platzerl“ auf mittlerweile stolze 8000 Facebook-Freunde. Damit die schon in der Früh in der Arbeit wissen, was es am Mittagstisch leckeres zu Essen gibt, postet Schwojer regelmäßig Fotos aus der Küche. Mal zaubern ihre „Mädels“ Minnestrone und Tafelspitz, mal dekorieren sie das Platzerl mit zauberhaften Lebkuchenhäuschen, mal ruft die „Lisi“ ein spontanes Schlittengewinnspiel aus. Und immer hagelt es massenhaft „Likes“ ihrer Fans.

„Man muss Facebook immer füttern“

Der Schlüssel zum Facebook-Erfolg des Platzerl war Schwojers privater Account. „Das war ein guter Anschub“, sagt sie. Viele ihrer Freunde abonnierten auch ihre geschäftliche Seite – und machten das Platzerl schnell bekannt. Was klein angefangen hat, ist mittlerweile mit einigem Aufwand verbunden. „Man muss Facebook immer füttern“, erklärt Schwojer. Wenn sie mal eine Woche nichts von sich hören lässt, erreichen sie besorgte Nachrichten. „Die Leute fragen mich dann, was mit mir los ist“, erzählt sie schmunzelnd. 

Damit das nicht passiert, ist Schwojer eigentlich immer online aktiv. Auch über ihr privates Profil tritt die Café-Betreiberin regelmäßig online in Erscheinung. Nicht immer in ihrer Markenfarbe Pink, dafür aber meist als echte Sportskanone. In wenigen Jahren haben sie und ihr Café damit fast schon eine Art Kultstatus erreicht – Fernsehauftritte inklusive. Dass Facebook funktioniert, merkt Schwojer auch am Geschäft. „Eine richtige Flaute gibt es bei mir eigentlich nie.“

Das gilt auch für den touristischen Online-Auftritt der Marktgemeinde Schliersee. In nur einem Jahr sind die Zahlen förmlich durch die Decke gegangen. Auf satte 26.000 Freunde bringt es die von der Gäste-Information betreute Seite mittlerweile – doppelt so viel als im Dezember 2015. Das kommt nicht von ungefähr. Mindestens zwei Posts setzt das Team von Kuramtsleiter Mathias Schrön jeden Tag ab. „Und da ist immer was dahinter“, sagt Schrön.

Mal gibt’s ein Video zum Weihnachtszauber, mal eine Bastelanleitung für den eigens kreierten „Schlierseer Weihnachtsstern“. Unübertroffen in Sachen Reichweite sind aber auch hier die schönen Fotos von Bergen und See. Im Schnitt 630 Reaktionen pro Tag sind der verdiente Lohn für die Mühen, findet der Kuramtsleiter. Nicht nur deshalb zweifelt er keine Sekunde lang, dass Facebook für Schliersee ein unverzichtbares Marketinginstrument geworden ist. Schrön: „Es ist gut, dass wir in diese Richtung gesteuert sind.“

sg

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