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So oder so ähnlich soll's mal aussehen: das Almdorf.

Nach Kaltenbrunn

"Interesse ist da": Käfer verhandelt über Almdorf-Einstieg

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Tegernsee – Der Tegernsee scheint sich für Michael Käfer zu lohnen. Nach Kaltenbrunn zeigt der Feinkostkönig an einem weiteren Großprojekt Interesse - dem Almdorf. Da ist er aber nicht der einzige.

Michael Käfer beschäftigt sich seit gut einem Jahr viel mit dem Tegernseer Tal. Nachdem unter seiner Regie Gut Kaltenbrunn im vergangenen Sommer neu eröffnete, lief nicht alles rund. Gäste gab’s zwar zuhauf, auch das Wetter hätte besser nicht sein können. Aber das Parkchaos und der Zwei-Klassen-Biergarten – oben für die edlen Gäste, darunter Selbstbedienung auf Bierbänken für die weniger Betuchten – sorgte für Ärger. Nun gibt’s in Kaltenbrunn einen neuen Geschäftsführer, Markus Kemeter, der nicht nur einen dritten Biergarten baut, sondern auch das Parkplatzproblem irgendwie noch vor dem Sommer lösen will. Und Käfer selbst scheint Zeit für neue Projekte zu haben. 

Man möchte fast meinen, der Münchner Feinkostkönig habe sich regelrecht ins Tal und seine Touristen verliebt. Wie sonst ließe sich sein lautes Interesse an einem weiteren Dauer-Groß-Projekt erklären: Das so genannte Almdorf hoch über dem See und eine Kommune weiter, im Gebiet der Stadt Tegernsee. 

Darum geht's beim Almdorf-Projekt

Die Tegernseer Ernst Tengelmann Projekt GmbH und Unternehmer Rainer Leidecker wollen auf dem Sahnegrundstück über dem Lieberhof und am Fuße der Neureuth ein ganzes Hotel-Dorf im Almstil verwirklichen. Seit fast fünf Jahren feilt die Gesellschaft an dem Projekt. Sie erreichte, dass der Kreistag 4500 Quadratmeter Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herausnahm. Das Projekt überlebte eine Petition im Landtag und reichlich Kritik am „Heidi-Land“, etwa durch die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal. 

Hotel-Projekt Almdorf - Das sind die Pläne

Inzwischen hat sich das Unternehmen den Grund per Erbpachtvertrag gesichert. Auch ein Durchführungsvertrag mit der Stadt ist bereits unterschrieben und der Bauantrag abgesegnet. Nur Betreiber sowie Investor fehlt den Unternehmern noch. „Unsere Aufgabe ist die Projektentwicklung“, sagt Rainer Leidecker, der sich zur Hälfte an der Ernst Tengelmann Projekt GmbH beteiligt. „Dazu gehört auch das Finden eines Betreibers und eines Investors.“ Die scheinen jetzt in greifbarer Nähe – möglicherweise sogar in ein und derselben Person. 

Käfer zeigt Interesse - und wird ein bisschen konkret

„Es gibt Gespräche und auch ein Interesse“, sagt Julian von Frankenberg von der Münchner PR-Agentur Schoeller & von Rehlingen, die Michael Käfer vertritt. Ob Käfer wirklich komplett einsteigt, ist laut Frankenberg noch nicht abschließend geklärt. „Die Gespräche sind noch nicht so weit fortgeschritten.“ Nur so viel verrät der Sprecher unserer Zeitung: Sollte Käfer als Investor einsteigen, werde das Almdorf wahrscheinlich kleiner ausfallen, als bisher von der Projektgruppe geplant. 

Und Käfer selbst sagt gegenüber der Abendzeitung: „Konkret sieht es so aus, dass noch nichts unterschrieben ist, aber entwickelt wird. Ich warte jetzt erstmal auf die Baugenehmigung und die Konditionen. Reizen würde mich das Almdorf auf jeden Fall – allein schon wegen dieses Wahnsinns-Blicks.“ 

Weitere Bewerber noch im Rennen

Auch Rainer Leidecker bestätigt die laufenden Gespräche, gibt aber zu bedenken, dass Käfer nicht der einzige Interessent sei. „Wir sind noch mit zwei anderen im Gespräch.“ Eine Entscheidung werde frühestens in vier bis sechs Wochen fallen.

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