Kuscheltiere, Malzeug und Kopfhörer hatte Michael Bourjau (l.) in Taschen mit dem Stadtwappen gepackt. Gemeinsam mit Rotary-Präsident Andreas Heck (r.) übergab er die Präsente an Ehrenamtskoordinator Max Niedermeier.
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Kuscheltiere, Malzeug und Kopfhörer hatte Michael Bourjau (l.) in Taschen mit dem Stadtwappen gepackt. Gemeinsam mit Rotary-Präsident Andreas Heck (r.) übergab er die Präsente an Ehrenamtskoordinator Max Niedermeier.

Im Tegernseer Bastenhaus

Auf Abstand: Willkommensgruß für 20 Flüchtlingskinder - Helferkreis im Aufbau

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Inzwischen leben 35 Menschen im Flüchtlingsheim Bastenhaus. 20 davon sind Kinder im Alter zwischen 16 Jahren und acht Monaten. Als Willkommensgruß hat Rotary Tegernsee Spielzeug verschenkt.

Tegernsee – Das Bastenhaus füllt sich nach und nach. Mitte Dezember zog eine Mutter mit Kind als erste Bewohnerin ein, inzwischen haben 35 Menschen in dem zum Flüchtlingsheim umgebauten Hotel Zuflucht gefunden. Sie kommen aus Afghanistan, Jordanien, Nigeria und Russland, aus Sierra Leone, Somalia, Syrien und der Ukraine, aus dem Irak und dem Jemen. Es handelt sich um Familien mit insgesamt 20 Kindern. Die ältesten sind 16 und 13 Jahre alt, die jüngsten zehn und acht Monate. Voll belegt ist das Bastenhaus nicht. Insgesamt können 50 Menschen dort unterkommen. Wann die nächsten Bewohner einziehen, ist laut Landratsamt offen. „Die Belegung erfolgt durch die Regierung von Oberbayern“, erklärt Sprecherin Sophie Stadler. Das Landratsamt habe vom weiteren Vorgehen keine Kenntnis.

Das Bastenhaus wurde zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut.

Betreuung durch Verein Hilfe von Mensch zu Mensch

Professionell betreut werden die Geflüchteten im Auftrag des Landratsamts vom Verein Hilfe von Mensch zu Mensch. Die Beratung vor Ort werde sehr gut angenommen, berichtet Stadler. Sie finde unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts statt. Wegen Corona ist der Zugang zur Unterkunft stark reglementiert. Eine Quarantäneanordnung gilt dort aber nicht. Die Bewohner können sich frei bewegen.

Allerdings, berichtet Tegernsees Vize-Bürgermeister Michael Bourjau, erschwere Corona das Bemühen, neben der professionellen Betreuung ehrenamtlich Unterstützung zu leisten. Bourjau ist es ein Anliegen, den früher schon aktiven Helferkreis der Stadt wiederzubeleben. Mit Rotary Tegernsee hat er für einen Willkommensgruß gesorgt. Für die Kinder wurden Kuscheltiere, Malutensilien, Knetmasse und anderes Spielzeug in Taschen mit dem Wappen der Stadt gepackt. Für die Größeren gab’s Kopfhörer, damit sie nach Belieben Lehrmaterial und Musik hören können. Gemeinsam mit dem derzeitigen Präsident von Rotary Tegernsee, Andreas Heck, übergab Bourjau die Tüten an den Integrationsbeauftragten des Landkreises, Max Niedermeier. „Der Aufwand ist überschaubar. Ich denke, wir tun damit etwas Gutes und bieten Unterstützung dort, wo sie gebraucht wird“, erklärte Heck.

Ehrenamtliche Hilfe ist wegen Corona nicht möglich

Sehr gerne hätte Bourjau den Kindern die Geschenke persönlich gegeben. Doch das war wegen der Hygieneregeln nicht erlaubt. Also fand die Übergabe im Saal des Rathauses statt. Dort war auch schon eine Runde zusammengekommen, die sich mit einem Unterstützungspaket für die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft befasst. Mit dabei waren Claudia Horstmann als Leiterin der Grundschule Tegernsee, Volkshochschul-Leiter Thomas Mandl, der katholische Pfarrer Walter Waldschütz und Niedermeier als Ehrenamtskoordinator. Der evangelische Pfarrer Martin Weber konnte nicht teilnehmen, ist aber ebenfalls mit im Boot. Die Seelsorger vertreten die Träger der Kindertagesstätten.

„Die Sprache ist der Schlüssel“

„Die Sprache ist der Schlüssel“, weiß Bürgermeister Johannes Hagn. Um die Möglichkeit von Online-Unterricht zu befördern, werde die Stadt für WLan im Bastenhaus sorgen. „Wir sind gefordert, uns einzubringen“, findet Bourjau. Das Schicksal der Geflüchteten gehe ihm „ans Herz und an die Nieren“.

Im Hintergrund arbeitet Niedermeier schon daran, die Helfer aus der Zeit, als die Tegernseer Turnhalle als Flüchtlingsunterkunft diente, wieder zu aktivieren, „Es gibt viele liebe Menschen, die sich engagieren wollen“, weiß er. Leider sei wegen Corona derzeit kein Einsatz von Ehrenamtlichen möglich: „Da sind uns die Hände gebunden.“ Die Vorarbeiten für die Installierung eines Helferkreises seien aber im Gange, berichtet Niedermaier. Wenn sich die Pandemie-Lage bessere, stünden die Ehrenamtlichen bereit: „Ich hoffe, dass wir nach Ostern loslegen können.“

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