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Der Bagger ist lediglich an der Einmündung der Rottach eingesetzt. Der Verein Rettet den Tegernsee will erreichen, dass die Bucht vom Schlamm befreit wird. 

Arbeiten am Rottach-Einlauf

Wird gerade die Schwaighofbucht ausgebaggert?

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Der Verein Rettet den Tegernsee will erreichen, dass die Schwaighofbucht vom Schlamm befreit wird. Baggerarbeiten nahe der Bucht haben neue Hoffnung geweckt. 

Tegernsee– Den ganzen Tag über arbeitet ein Bagger nahe der Schwaighofbucht. Und Andreas Scherzer schöpft Hoffnung. Schließlich kämpft der Chef des Vereins Rettet den Tegernsee schon lange darum, dass die Bucht vom Schlamm befreit wird. Der einsame Bagger am Einlauf der Rottach wird seine Hoffnungen aber nicht erfüllen: Dort lässt das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim lediglich den Mündungsbereich vom Kies befreien. Die verschlammte Bucht selbst bleibt unberührt.

Scherzer ist enttäuscht. Rund 1200 Unterschriften hat sein Verein gemeinsam mit der Interessensgemeinschaft Rettet die Schwaighofbucht gesammelt. Ihr Ziel: Die verschlammte Bucht soll wieder ein Badeplatz werden. Angestoßen hatte dies Gertrud Eberwein, die auch an frühere Zeiten erinnerte. Da sei doch immer wieder mal Schlamm aus der Bucht geholt und in der Mitte des Sees wieder versenkt worden.

Ein Vorgang, der sich heute nicht einfach so wiederholen lässt. Schlamm im See verklappen, das ist längst nicht mehr erlaubt. Scherzer setzt darauf, dass der Wunsch, die Bucht wieder für Badegäste hübsch zu machen, trotzdem nicht verhallt. „Aber wir haben von der Stadt Tegernsee schon seit einem Jahr nichts mehr gehört“, erklärt Scherzer. Er hake als Vereinsvertreter immer wieder nach, bekomme jedoch nur ausweichende Antworten. „Wir wollen aber, dass die Bucht so schnell wie möglich entschlammt wird.“

Auf die Schnelle wird wohl nichts passieren. Das Thema sei ausgesprochen schwierig und komplex, macht Bürgermeister Johannes Hagn deutlich. Um die Möglichkeiten und die Höhe der Kosten abschätzen zu können, hat die Stadt ein Gutachten beauftragt. Dabei geht es zunächst nur darum, den Boden der Bucht zu analysieren, nicht ums Ausbaggern selbst. „Wir machen das, weil wir politisch für den See verantwortlich sind“, erklärt Hagn. Sollte es tatsächlich eine große Bagger-Aktion geben, müsse man darüber reden, wer für die Finanzierung aufkommt.

Die Bodenanalyse soll klären, ob der Schlamm belastet ist. „Das kann eine natürliche Belastung sein, durch Arsen zum Beispiel“, sagt Hagn. Den jetzigen Regeln folgend müsste der Schlamm teuer auf einer Deponie abgelagert werden, sollte man ihn ausbaggern: „Das wäre eine erhebliche Kostenexplosion.“ Allerdings sei eine Lockerung dieser Vorgaben durch das Landesamt für Umwelt im Gespräch.

In den See darf der Schlamm trotzdem nicht gekippt werden. Das Ergebnis erster Untersuchungen zeige, dass der Schlamm sauerstoffzehrend sei, berichtet Hagn. Die ausgebaggerte Masse im See zu versenken, stellte damit eine Gefahr für die Fische da. Darum ließen sich auch die Konzepte von Firmen, die der Verein Rettet den Tegernsee empfohlen habe, nicht so einfach verwirklichen. Die Stadt warte nun das Ergebnis des Gutachtens ab. Erst danach, so Hagn, könne man über weitere Schritte nachdenken.

jm

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