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Am Wanderparkplatz in Kreuth sind Wohnmobile erlaubt. Konflikte hat es deshalb bislang nicht gegeben. Länger als eine Nacht bleibt hier aber kaum jemand.

Keine Stellplätze mit Infrastrukur

Wohnmobile: Ein Plätzchen nur für eine Nacht

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Fast hätte es in Gmund einen Wohnmobil-Stellplatz gegeben. Doch die Pläne sind vom Tisch, neue nicht in Sicht. Aber: Ein Plätzchen für eine Nacht können Wohnmobilisten im Tegernseer Tal schon finden. 

Tegernseer Tal – Im Dezember zog der Gmunder Gemeinderat die Bremse. Seitdem sind Wohnmobile auf dem Volksfestplatz nicht mehr erlaubt. Eine Kehrtwende. Im September hatte das Gremium noch beschlossen, das Areal offiziell als Wohnmobil-Stellplatz freizugeben. Und nicht nur das: Die Gemeinde wollte acht bis zehn Stellplätze ordentlich ausweisen und die nötige Infrastruktur schaffen. Geplant waren Strom- und Wasseranschlüsse sowie ein Parkschein-Automat. Doch die Anwohner beschwerten sich, was Früchte trug. Seitdem können Wohnmobilisten in Gmund nur am Oedberg und entlang von Straßen und Plätzen Halt machen. Die Gemeinde schränke dies nicht ein, meint Geschäftsleiter Florian Ruml. Verboten ist der Stopp am Volksfestplatz sowie an den Parkplätzen in Seeglas und Kaltenbrunn. „Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass wir noch nachjustieren“, meint Ruml. Der Gemeinderat werde dies prüfen.

Auch in Tegernsee haben Wohnmobilisten in Seenähe wenig Möglichkeiten. Auf der Point dürfen sie nicht Halt machen, auf dem Zentralparkplatz sind nur Pkw zugelassen. „Wohnmobile können gebührenfrei, wie Pkw auch, für eine Nacht auf dem Parkplatz an der Klosterwachtstraße oder dem Alpbachparkplatz stehen“, teilt die Tegernseer Bauamtsleiterin Bettina Koch mit. Sonderregelungen für Wohnmobile seien nicht in Planung.

In Rottach-Egern können Wohnmobile auf einem Platz am Fuß des Wallbergs stehen, nahe dem Gasthof Alpenwildpark. „Er wird aber eher selten genutzt“, stellt Bürgermeister Christian Köck fest. Probleme mit den rollenden Ferienwohnungen gebe es in Rottach-Egern nicht. Dass ab und zu ein Wohnmobil für eine Nacht hinter dem Rathaus stehe, störe nicht. Insgesamt, so Köck, sehe er keinen Bedarf, einen Wohnmobil-Stellplatz mit Service-Station auszuweisen. Zumal es ja in der Nähe einen Campingplatz gebe, der die gesamte Infrastruktur biete. In der Gemeinde Kreuth sind Wohnmobile auf den Wanderparkplätzen erlaubt, allerdings ist eine Nacht-Parkgebühr von fünf Euro fällig. Das Angebot wird gern genutzt, negative Auswirkungen sind Bürgermeister Josef Bierschneider nicht bekannt. „Das ist verträglich. Und die Leute bleiben ja auch nicht lange.“

Nicht anders sieht die Situation in Bad Wiessee aus. Dort stehen immer mal wieder Wohnmobile auf dem Söllbachparkplatz. Einen zentralen Stellplatz in Seenähe gibt es nicht mehr, seit die Gemeinde vor Jahren eine ausgewiesene Fläche am Strandbad schließen musste. Auch hier hatten sich Anwohner beschwert, letztlich entschied ein Gericht.

Für Christian Kausch, Geschäftsführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), ist allerdings klar: Der Bedarf für einen Wohnmobil-Stellplatz mit dem üblichen Komfort – Strom, Wasser, Entsorgungsmöglichkeit – wäre gegeben. Zumal die Zahl der Wohnmobilisten steigt. Im Landkreis Miesbach sind 919 Reisemobile notiert. Das ist neuer Rekord. Bundesweit sind 450 167 Wohnmobile zugelassen, 32 870 mehr als vor einem Jahr.

„Das ist eine sehr interessante Zielgruppe“, meint Kausch. Meist handelt es sich um kaufkräfige Rentner, die ihr Süppchen nicht nur im Mobil kochen, sondern gerne in Restaurants essen und so manchen Euro in den Geschäften lassen. Im Tegernseer Tal diskutiere man immer wieder darüber, einen attraktiven Standort auszuweisen, meint Kausch. „Da gibt es alle paar Monate neue Ideen.“ Bislang habe sich aber nichts Passendes gefunden: „Und es wird jetzt auch nicht unter Druck vorangetrieben.“

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