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Starke Stimmen im Wohnzimmer: Die Sänger des WoZiCho bereiten sich im Haus von Karin Riedl auf ihr erstes öffentliches Konzert im Quirinal in Tegernsee vor.

Aus dem Wohnzimmer in den Konzertsaal

WoZiCho - der etwas andere Chor vom Tegernsee

Tegernseer Tal - Am Samstag tritt in Tegernsee der WoZiCho auf. Der was? Wozicho steht für Wohnzimmer-Chor - und dahinter steckt ein etwas anderer Zusammenschluss von SängerInnen vom Tegernsee.

Sie wollten nicht mehr nur Gospels singen, sondern ungehemmt alles, was Freude macht. Von Bairisch bis Englisch, von Modern bis Klassisch. Deshalb verließen Annelies Jäckel, Lucia Georg, Anuschka Rak, Alexandra und Matthias Quak, Conni Glemnitz, Christine Steixner, Karin und Toni Riedl und Stephanie Meixner vor sechs Jahren den Rottacher Sunshine Gospelchor. Seitdem singen sie im Wohnzimmer der Riedels und nennen sich deshalb WoZiCho – Wohnzimmerchor. 

Rund sieben Jahre fühlten sich die Sänger beim Sunshine Gospelchor zu Hause. Sie hatten sich dort kennengelernt und über die Musik Freundschaft geschlossen. Aber nicht nur die Festlegung auf das spirituelle Repertoire empfanden die Freunde schließlich als einengend. „Wir wollten auch überall singen“, erzählt Chorleiterin Karin Riedl: „Spontan, ungezwungen, aus der Laune raus. Und weil es Spaß macht.“ Musizieren mit dem Instrument, das man immer dabei hat. Etwa auf gemeinsamen Radl-Ausflügen, im Biergarten, in der Fußgängerzone oder bei einer Einkehr in Siebenhütten: „Impulsiv und immer dann, wenn Musik in der Luft liegt“, fügt Lucia Georg mit Blick auf die bisherigen Spontanauftritte des vierstimmigen A-capella-Chors hinzu. 

Auch, dass sie sich seit sechs Jahren einmal wöchentlich nicht in einem Probenraum, sondern zu Hause bei Chorleiterin Karin Riedl in Rottach-Egern zur Probe treffen, passt in ihr Konzept von der entfesselten Gesangsfreiheit. Diese spiegelt sich auch im Repertoire des WoZiChos wieder: Da finden sich beispielsweise La Cucaracha (Mexikanisches Revolutionslied), der Louis-Armstrong-Hit „What a wonderful world“, der deutsche Schlager „Bel Ami“, „Killing me softly“ (1970er Jahre Hit), der Swing-Titel Chattanooga Choochoo, die Alpen-Pop-Ballade „Übern See“ und vereinzelt auch noch der ein oder andere Gospel. Ein paar Stücke auch mit Klavierbegleitung. Aber egal welches Genre: Der WoZiCho überzeugt mit einer derart ausgefeilten Gesangstechnik, dass einem als Zuhörer erst einmal die Luft weg bleibt. Auch ob des Klangvolumens der zehn Sänger. 

Dass diese sich stark entwickeln, dafür sorgt Gesangslehrerin Bettina Bentgens Hardick aus Bad Wiessee. Eine Stunde einer jeden zweieinhalbstündigen Chorprobe feilt sie mit den Sängern an deren Gesangstechnik. Die geballte Stimmkraft des WoZiCho begeisterte bis dato nicht nur Passanten bei Spontanauftritten, sondern auch den gesamten Bekannten- und Freundeskreis der Sänger, für den WoZiCho Hochzeiten, Geburtstage und andere Feste musikalisch untermalte. Das so erfolgreich, dass sich WoZiCho jetzt auf das Drängen seiner Zuhörer hin am Samstag, 16. April, an sein erstes öffentliches Konzert wagt. „Das Programm ist ein buntes Allerlei, aber in jedem Fall ein Ohrenschmaus“, verspricht Chorleiterin Riedl. Die Lieder werden zudem durch Kostüme und Choreografie in Szene gesetzt. Ein Debüt also, auf das man gespannt sein darf.

Von Alexandra Korimorth

Das Konzert „WoZiCho in Concert!“ findet am Samstag, 16. April, um 20 Uhr im Quirinal in Tegernsee statt (Einlass 19 Uhr). Tickets zu zwölf Euro gibt es im Vorverkauf beim WeinGerg, Südl. Hauptstraße 33 in Rottach-Egern. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

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