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Auf den Gängen des Gymnasiums Tegernsee wird auch künftig reges Treiben herrschen: Die Schülerzahlen haben sich 2015 weiter stabilisiert.

Zahl der Anmeldungen hat sich stabilisiert

Schülerschwund am Gymnasium ist gestoppt

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Tegernsee - Der Schülerschwund am Gymnasium Tegernsee scheint endgültig gestoppt: 88 Fünftklässler wurden fürs kommende Schuljahr angemeldet. "Eine erfreuliche Zahl", sagt der Direktor.

Werner Oberholzner spricht von einer „gesunden Verteilung“. Während am Tegernseer Gymnasuim diese Woche 88 Fünftklässler fürs kommende Schuljahr angemeldet wurden, sind es an der Gmunder Realschule 97.

So ausgewogen war das Verhältnis nicht immer. 2014 – das Jahr, in dem die Realschule am Tegernsee ihr nagelneues Schulhaus in Gmund bezogen hat – musste das Gymnasium einen Einbruch bei den Neuanmeldungen verkraften: Nur 56 Fünftklässler hatten sich damals fürs altehrwürdige Gymnasium entschieden. Ein alarmierender Zustand – die Zukunftsfähigkeit der Schule wurde offen in Frage gestellt.

Von dem Schock hat man sich mittlerweile erholt. 2015 verbuchte Oberholzner  wieder 80 Neuanmeldungen, das Gymnasium war nach dem unerfreulichen Intermezzo wieder dreizügig. „Heuer konnten wir die Zahl nochmal um zehn Prozent steigern“, freut sich der Direktor. „Das ist sehr schön.“

88 Kinder wollen in Tegernsee ihre Gymnasiums-Laufbahn starten. „Damit“, so Oberholzner, „haben wir drei sehr stabile fünfte Klassen“. Ist das Abwandern auf die Realschule in Gmund und das noch junge Gymnasium in Holzkirchen damit endgültig gestoppt? Oberholzner glaubt schon. Mittlerweile hätten auch die beiden Konkurrenten ihren Neuwertigkeits-Bonus eingebüßt. Zumindest talweit hätten sich die Zahlen damit vernünftig eingependelt. Der liberale Ton in Holzkirchen, den Oberholzner schon einmal kritisierte, scheint auch nicht mehr zu ziehen.

„Es ist uns gelungen, dass die meisten Schüler, die eine gymnasiale Eignung haben, auch aufs Gymnasium gehen“, meint Oberholzner. Um den Eltern und ihrem Nachwuchs die Angst vor einer allzu anspruchsvollen Schullaufbahn zu nehmen, habe das Gymnasium auch heuer alle Grundschüler aus dem Tegernseer Tal und Waakirchen zu einem Schnupperunterricht und einem Tag der offenen Tür eingeladen. „Ein erfolgreiches Modell“, wie der Direktor glaubt.

Ausruhen wolle man sich auf den erfreulichen Zahlen aber nicht: Man werde auch weiterhin an der Attraktivität der Schule arbeiten. Neu sei dieses Schuljahr beispielsweise ein Austausch mit einer spanischen Schule nahe Madrid. Um die Zukunft seiner Schule, so das Fazit Oberholzners, sei ihm nicht mehr bange. 

Auch an der Gmunder Realschule gibt es Grund zur Zufriedenheit. 97 Anmeldungen von Fünftklasslern lagen der Schule am Freitag nach Ablauf der Anmeldefrist vor. Zwölf davon müssen noch in den Probeunterricht, wie stellvertretender Schulleiter Tobias Schreiner berichtet. Zudem hätten sich noch sieben Schüler vorangemeldet, die gerne von der Mittelschule an die fünfte Klasse der Realschule wechseln würden.

Die Zahlen schwanken also noch ein wenig. Fest steht aber laut Schreiner: „Wir können drei ziemlich große fünfte Klassen bilden.“ Für die Realschule, so der Vize-Rektor weiter, versprechen die Zahlen eine „schöne Perspektive“. Und eine machbare.

Im Jahr 2014 hatte die damals ganz neue Gmunder Schule mit 110 Voranmeldungen einen regelrechten Boom erlebt. Der gewaltige Zulauf sei kaum zu stemmen gewesen, hatte Schulleiter Stefan Ambrosi damals eingeräumt.

Erfreut zeigte sich Schreiner am Freitag über die Tatsache, dass auch das spezielle Angebot der Chorklassen wieder rege angenommen werde. Und auch für die offene Ganztagsschule gebe es bereits viele Anmeldungen.

Mit seinem schulischen Angebot sei das Tegernseer Tal gut aufgestellt – das werde auch von den Eltern so wahrgenommen, findet Schreiner.

gab

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