Ungewöhnliche Eröffnung der Tegernseer Woche: Autor Beni Eisenburg (Podium, l.) und Edmund Schimeta lasen abwechselnd aus dem Buch „A Bleame auf’m Huat“ – mancher im Publikum trug selbiges.
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Ungewöhnliche Eröffnung der Tegernseer Woche: Autor Beni Eisenburg (Podium, l.) und Edmund Schimeta lasen abwechselnd aus dem Buch „A Bleame auf’m Huat“ – mancher im Publikum trug selbiges.

Gelungener Auftakt

Zur Eröffnung der Tegernseer Woche: Beni Eisenburg (86) unterhält mit seinen Heimatgeschichten

  • Alexandra Korimorth
    VonAlexandra Korimorth
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Stimmig, gemütlich, feinsinnig: Der Auftakt der Tegernseer Woche war rundum gelungen. Heimatpfleger Beni Eisenburg (86) stellte sein „heimatgeschichtliches Lebenswerk“ vor.

Tegernsee – Schlicht und ergreifend schön, mit diesen Worten beschrieb am Ende der Buchvorstellung eine Zuschauerin den Abend – und sprach damit wohl einem Großteil der Besucher aus dem Herzen. Im Tegernseer Kurgarten saßen – viele passend zum Buchtitel mit einem „Bleame auf’m Huat“ – fast ausschließlich hiesige Vertreter der Kulturszene, sodass der Auftakt der Tegernseer Woche den Charakter eines Familientreffens bekam. Auch auf der Bühne sah man allseits bekannte Gesichter.

Auftakt zur Tegernseer Woche - ungewöhnlich, aber nicht weniger glanzvoll

Die diesjährige Eröffnung der Tegernseer Woche war eine ungewöhnliche. Da mit Beni Eisenburg einer der hoch geschätzten Kulturschaffenden des Tegernseer Tals sein erstes Buch vorstellte, war sie aber nicht weniger glanzvoll als die traditionellen Auftaktabende im ansonsten stets ausverkauften Barocksaal. Neben der goldenen Herbstsonne, welche die Bühne bis zum Ende der Autoren-Lesung in warmes Licht tauchte, hatten auch alle Beteiligten eine immense Strahlkraft.

Buch von Beni Eisenburg: Eine Sammlung von 333 Geschichten

Allen voran Beni Eisenburg selbst. Er hatte seit der ersten Tegernseer Woche 48 Jahre lang mit Lesungen, Vorträgen und als Moderator von Musik- und Liederabenden den Veranstaltungsreigen begleitet und durfte nun mit „A Bleame auf’m Huat“ sein „heimatgeschichtliches Lebenswerk“ präsentieren. Als solches bezeichnete freilich nicht er selbst die Sammlung von 333 Beiträgen über das Tegernseer Land und die Leute, die der Heimatpfleger über 35 Jahre hinweg monatlich für die Tegernseer Nachrichten verfasst hatte. Das würde nicht der bescheidenen und feinsinnigen Art des 86-jährigen Gmunders entsprechen. Von einem Lebenswerk sprach vielmehr Edmund Schimeta vom Museum Tegernseer Tal, der neben Eisenburg auf dem Podium saß.

Eisenburg schreibt über Persönlichkeiten und Randfiguren

Bei der Veranstaltung im Kurgarten übernahm Schimeta den Part, über den Werdegang des Buches zu berichten. Und er verriet das Geheimnis, das den besonderen Charme von Eisenburgs Texten ausmacht. So schreibe der Gmunder Heimatkenner nicht einfach nur über nüchterne Fakten, sondern bringe den Lesern die Persönlichkeiten des Tegernseer Tals und auch so manche Randfigur näher. So beschränkt sich Eisenburg in seinen Geschichten nicht nur auf Prominente. Neben Schriftsteller Karl Stieler geht er auch auf dessen Köchin Agathe Beck ein, neben Heimatdichter Ludwig Thoma auch auf dessen Hausmeister.

Musikanten sorgen für den passenden Rahmen

Im Wechsel lasen Beni Eisenburg und Edmund Schimeta aus dem Büchlein vor. Erzählten beispielsweise von den Verdiensten des Postbeamten und Chronisten Franz Mühlberger, über die bayerisch-württembergische Hochzeit von Herzogin Amalie Marie und Herzog Karl-Theodor, über die „Gesellschaft Frohsinn“ und ihre ausgelassenen Feste sowie über die Leute, die sich bei Hoffotograf Josef Reitmayer ablichten ließen. Vielfach ernteten die beiden Protagonisten zustimmendes Nicken, Lacher oder versonnene Blicke aus dem Publikum. Und jedes Mal betonten die Rottacher Bläser, nebst dem im Buch erwähnten Sepp Kandlinger, die Oberacher Sänger oder das Trio Höß-Halmbacher das Wesen der Geschichten mit dem richtigen, inhaltlich dazu passenden Musikstück, Lied oder Jodler. Es waren musikalische Perlen, welche die drei nurmehr selten auftretenden Ensembles dem Publikum angedeihen ließen. Das wiederum wertschätzte ganz offensichtlich jeden Augenblick dieser besonderen Eröffnungsveranstaltung.

ak

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